II.07 - Kollaboration
(Anschließend ans Ende der letzten Folge. Vaughn ist im Bad beim Rasieren und bemerkt, dass er Blutungen unter den Fingernägeln hat. Er öffnet seinen Schrank und nimmt eine Packung mit Pflastern heraus und klebt diese über seine Fingernägel. Er knöpft sein weißes Hemd zu, nimmt seine Uhr und steht vor dem Spiegel. Er sieht niedergeschlagen aus. Später sitzt er am Schreibtisch, mit seinem Telefon in der Hand.)
DR. NICHOLAS: Hier spricht Dr. Nicholas.
VAUGHN: Danke, dass Sie sofort zurückgerufen haben. Ähm, die Sache ist die, ich fürchte, ich bin krank.
DR. NICHOLAS: Ich weiß, dass Sie besorgt sind, aber wir haben jeden verfügbaren Test für Virusinfektionen durchgeführt. Wir haben alles getestet, was mit dem Kontakt zur Flüssigkeit im Rambaldigerät zusammenhängen könnte. Alle Ergebnisse waren negativ.
VAUGHN: Ja, ich weiß. Unter meinen Fingernägeln ist Blut.
DR. NICHOLAS: Okay, wir machen Folgendes, das Virus ist nicht über die Luft übertragbar, aber vorsichtshalber schicke ich eine Isoliereinheit, die Sie --
VAUGHN: Nein, äh schicken Sie niemanden. Ich komme zu Ihnen. Aber vorher muss ich jemanden aufsuchen.
DR. NICHOLAS: Suchen Sie ihn später auf! Bleiben Sie jetzt wo Sie sind!
(Vaughn legt auf.)
(Vaughn fährt mit seinem Auto. Er sieht sich seine bandagierten Fingernägel an.)
(Am Eingang zu Irinas Zelle. Die Schranken öffnen sich für Vaughn und er geht an ihre Scheibe. Sie sitzt auf dem Boden und liest ein Buch.)
IRINA: Sie haben viel für mich getan. Sie haben bewiesen, dass Sydneys Vater sie auf Madagaskar belogen hat. Ohne Sie wäre ich hingerichtet worden. Danke.
VAUGHN: Ich habe es nicht für Sie getan.
(Irina steht auf und geht zu Vaughn an die Scheibe. Er schaut immer wieder zu Boden, um ihrem Blick auszuweichen.)
IRINA: Auch wenn das vielleicht war ist, schulde ich Ihnen mein Leben.
VAUGHN: Sie schulden mir das Leben meines Vaters. In Cap Ferrat hat Alexander Khasinau an Menschen experimentiert, die mit der Flüssigkeit in der roten Kugel in Berührung gekommen waren. Ich möchte wissen, was er herausgefunden hat.
IRINA: Ob er ein Gegenmittel gefunden hat?
VAUGHN: Ja. Ich weiß, dass Sie nur über Sydney mit uns kooperieren wollen, aber diese Krankheit führt schnell zum Tod. Ich hab nicht viel Zeit.
IRINA: Sie haben sich infiziert?
VAUGHN: Ja.
IRINA: Sagen Sie, was empfinden Sie für meine Tochter?
VAUGHN: Das geht Sie überhaupt nichts an.
IRINA: Sind Sie in sie verliebt?
VAUGHN: Ich wüsste nicht, warum Sie das interessiert?
IRINA: Ich habe keine Gelegenheit, sie im Umgang mit einander zu beobachten. Ich bin neugierig.
VAUGHN: Helfen Sie mir, dann sag ich Ihnen, was Sie wissen wollen.
(In Francies Restaurant. Sydney steckt einige Blumen in Vasen. Will befüllt mehrere Salzstreuer.)
WILL: Hey, ich erzähl dir mal was Seltsames oder können wir hier reden?
SYDNEY: Warte.
(Sie dreht sich zu ihrer Tasche und holt einen Lippenstift heraus, öffnet und dreht ihn, dann stellt sie ihn auf den Tisch.)
SYDNEY: Wanzenkiller, falls jemand uns belauscht.
WILL: Ernsthaft? In einem Lippenstift?
SYDNEY: Was wolltest du sagen?
WILL: Ich überprüfe, ob in den Intelligenztest der letzten zwanzig Jahre der Typ Fragen vorkam, für den Vaughn sich interessiert.
SYDNEY: Und?
WILL: War nicht der Fall. Zumindest nicht in denen, die ich gesehen habe, aber ein Jahr fehlt und die Schultestbehörde hat es weder in den Akten, noch auf Diskette. Es kommt mir fast so vor, als hätte ’82 überhaupt nicht existiert.
SYDNEY: Vielleicht hatte jemand einen Grund, diesen Test verschwinden zu lassen. (Francie kommt mit einen Topf und einem Löffel.)
FRANCIE: Du musst die Bouillabaisse probieren, die ich gerade mache. Hier.
(Sie lässt Sydney mit dem Löffel kosten.)
FRANCIE: Was meinst du? Zu stark gewürzt, zu salzig?
SYDNEY: Perfekt.
WILL: Ich brauche nur noch 2 Minuten.
FRANCIE: Ja, ist gut.
(Francie geht zurück in die Küche.)
WILL: Ist doch komisch, nicht?
SYDNEY: Es gab eine Operation. Sie hieß Projekt Weihnachten. Mein Vater hat sie entwickelt. Dabei wurden Kindern Intelligenztests mit bestimmten Fragen vorgelegt, um die herauszusuchen, die als Agenten geeignet wären.
WILL: Kindern?
SYDNEY: Es war ein Experiment. Der KGB hat meine Mutter angewiesen, Informationen darüber zu sammeln. Um diese Zeit etwa hat die CIA die Operation abgebrochen. Vaughn glaubt, dass der russische Geheimdienst diese Tests noch benutzt, um Amerikaner zu rekrutieren.
(Sydneys Handy klingelt.)
SYDNEY: Hallo?
KENDALL: Wir brauchen sie in der Operationsbasis.
(Sie legt auf.)
WILL: Ich sag Francie, dass du gehen musstest.
(Sie kommt in die Operationsbasis und geht zu Kendall.)
SYDNEY: Hey, was gibt’s?
KENDALL: Es geht um Vaughn. Er hat erste Symptome.
SYDNEY: Was für Symptome? Die Ärzte haben gesagt, wir sind gesund.
KENDALL: Ja, aber er war dem ganzen viel stärker ausgesetzt. Man hat bei ihm eine Art Blutgerinnungsstörung festgestellt.
SYDNEY: Haben sie--? Sind sie sicher, dass--
KENDALL: Wir sind sicher.
(Jack kommt in ihre Richtung.)
SYDNEY: Wo ist er?
JACK: Er war bei deiner Mutter wegen eines Gegenmittels. Als er sie verlassen hat, ist er zusammengebrochen.
(Irinas Zelle. Sie sitzt auf ihrem Bett und liest ihr Buch. Sydney kommt an die Scheibe.)
SYDNEY: Gibt es ein Gegenmittel?
IRINA: Ja, du findest es in Paldiski, in einer ehemaligen Ausbildungsbasis für Atom-U-Bootbesatzungen.
SYDNEY: Wer betreibt diese Basis jetzt?
IRINA: Als Estland unabhängig wurde, haben uns die örtlichen Behörden die Basis auf unsere Anfrage hin überlassen. Ich kann dir sagen, wo du es im Gebäude findest, aber selbst wenn es dir gelingt, ich kann für nichts garantieren.
(Oben in der Operationsbasis stehen Kendall, Sydney, Jack und ein Spezialist im Kreis.)
SPEZIALIST: Dieses Gegenmittel scheint fast so gefährlich zu sein, wie die Infektion. Wenn Derevko uns die Wahrheit sagt...
JACK: Was mehr als fraglich ist.
SPEZIALIST: Dann ist dieses Serum ein Blutderivat. Das heißt, dass man das Mittel nicht einfach nehmen und dem Kranken injizieren kann.
SYDNEY: Wie funktioniert sowas dann?
SPEZIALIST: Man braucht Blut vom Patienten, also von Vaughn. Mit einem speziellen Gerät werden die Merkmale des Blutes bestimmt, dann wird ein genspezifisches Gegenmittel für diesen Patienten angefertigt.
SYDNEY: Das heißt, ich nehme eine Blutprobe von Vaughn mit.
SPEZIALIST: Ja.
(Ein weiterer Mann betritt den Kreis.)
KENDALL: Das ist Agent Chapman. Er wird die Operation von hieraus leiten. Ihr Vater führt das Team in Paldiski an.
CHAPMAN: Nach Angaben von Derevko finden Sie das Gegenmittel in drei Dekontaminationsstationen innerhalb der ehemaligen Atomanlage. Wir lassen vor der Küste ein Zodiak starten und bringen Sie so nah, wie möglich an das Gebäude.
KENDALL: Das Flugzeug wartet. Die Einsatzinformationen lesen Sie auf dem Flug. Sie haben dreißig Minuten mit Vaughn, vielleicht weniger.
SYDNEY: Wie viel Zeit bleibt Vaughn noch?
SPEZIALIST: Es scheint bei der Wirkungsweise kein einheitliches Muster zu geben. Aber das Virus ist sehr aggressiv.
SYDNEY: Sprechen wir von Wochen, Tagen? Sagen sie es mir.
SPEZIALIST: Da er ihm lange ausgesetzt war, würde ich mit drei Tagen rechnen.
JACK: Ich erfinde eine Tarngeschichte für Sloane. Geh jetzt.
(Ein Helikopter landet draußen vor dem US-Marine Krankenhaus. Drinnen geht Sydney zu Vaughn ans Bett, wo er in einem Krankenhaushemd zu schlafen scheint. Überall sind Schläuche und Monitore. Um ihn ist ein durchsichtiger Vorhang gezogen. Sydney zieht Gummihandschuhe an und setzt sich an seine Seite. Er wacht auf und sieht sie müde an.)
VAUGHN: Hey.
SYDNEY: Hey. Ich habe mit meiner Mutter gesprochen. Ich hol dir das Gegenmittel. Ich fliege gleich los.
VAUGHN: Wie gefährlich?
SYDNEY: Das Serum zu bekommen? Ach, das wird leicht sein. Aber für dieses Gegenmittel brauche ich Blut von dir, okay?
(Er sieht traurig weg. Sie bindet ein Band um seinen Arm und nimmt die Spritze. Sydney sticht ihn damit in den Arm und nimmt ihm Blut ab. Sein Kopf dreht sich wieder zu ihr. Sie steckt eine Kappe auf die Spritze und legt sie weg.)
SYDNEY: Ein paar Tage, dann bist du wieder auf den Beinen.
(Vaughn nimmt ihre Hand.)
VAUGHN: Pass auf dich auf. Syd... ich bin so müde, entschuldige.
(Immer noch ihre Hand haltend schließen sich seine Augen. Sydney fängt an zu weinen und hält seine Hand jetzt mit beiden Händen, doch auf einmal fangen die Monitore an zu biepen. Dr. Nicholas kommt angelaufen und schiebt den Vorhang um Vaughns Bett zu Seite.)
SYDNEY: Vaughn!
DR. NICHOLAS: Er hat innere Blutungen.
(Auf dem Gang schieben mehrere Ärzte Vaughn zu einem anderen Raum.)
KRANKENSCHWESTER: Sollen wir eine Spülung vorbereiten?
DR. NICHOLAS: Ja, ist die Blutbank verständigt?
Ä RZTIN: Sie haben die Blutgruppe schon festgestellt. Sechs Beutel liegen bereit.
DR. NICHOLAS: Haben Sie Dr. Simon schon erreicht?
Ä RZTIN: Er hat keinen Bereitschaftsdienst. Aber Dr. Carlsen ist schon unterwegs.
(Sie schieben Vaughn in den anderen Raum. Sydney, die die ganze Zeit hinterher gelaufen ist, geht zur Krankenschwester.)
SYDNEY: Warten Sie, warten Sie. Was ist los? Kommt er wieder zu sich?
KRANKENSCHWESTER: Das wissen wir nicht, aber sie müssen hier warten. Ihre Tarngeschichte - sie arbeiten im Außenministerium bei der Waffenkontrolle. Ihr Name ist Rita Stevens. Geben sie keine Einzelheiten über seine Krankheit weiter.
(Eine Frau mit kurzen blonden Haaren kommt auf Sydney zu.)
FRAU: Entschuldigen Sie bitte? Wissen sie, wie’s ihm geht?
SYDNEY: Nein.
FRAU: Eine Schwester hat mich angerufen. „Wann er gegessen hat? Ob er gegen irgendwas allergisch ist?“ Ich bin ins Krankenhaus gekommen, so schnell ich konnte. Sie arbeiten also mit Michael zusammen?
SYDNEY: Ja. Wir sind im gleichen Amt im Außenministerium. Ich bin Rita.
FRAU: Ich bin Alice. Ich steh auf seiner Liste für Notfälle. Ich bin Michaels Freundin. Danke. Entschuldigung.
(Sie fängt an zu weinen und geht weg. Sydney sieht ihr hinterher.)
(Sloane sitzt an dem Tisch in seinem Büro. Als es klopft, drückt er auf einen Knopf und die Tür öffnet sie. Jack tritt ein.)
JACK: Mein Informant in Baku hat mich benachrichtigt. Die Triade hat in der Nähe der armenischen Grenze offenbar einen Horchposten aufgestellt. Ich habe mir erlaubt Sydney mit der Aufklärung zu beauftragen. Ich selbst nehme die nächste Maschine.
SLOANE: Ich habe die Exhumierung vorgenommen. Ich habe Emilys Grab geöffnet. Der Sarg war leer.
JACK: Haben Sie das Bestattungsunternehmen überprüft? Eine forensische Einheit zum Grab geschickt?
SLOANE: Ich habe sie gesehen, Jack.
JACK: Vielleicht, es ist aber nicht sicher.
SLOANE: Emily ist am Leben und Sie weiß Bescheid. Für sie bin ich gestorben.
JACK: Wenn die Allianz aus anderer Quelle davon erfährt...
SLOANE: Ich habe gerade mit Christophe telefoniert. Ich habe ihm gesagt, dass jemand versucht den Eindruck zu erwecken, ich hätte Emilys Tod vorgetäuscht um mir die Mitgliedschaft zu sichern.
JACK: Das war ein cleverer Schritt.
SLOANE: Da bin ich nicht so sicher. Selbst wenn man mir glaubt, könnte es vom Zeitpunkt her so aussehen, als würde ich nur nach einer Ausrede für meine kürzlichen Misserfolge suchen.
JACK: Besteht Grund zur Sorge?
SLOANE: Seit man mich zum Mitglied der Allianz ernannt hat, kann SD-6 keinen einzigen Erfolg mehr vorweisen. Wir haben die Terra-Hertz Kamera verloren, wir konnten die Formel für Nullpunkt Energie nicht bekommen und auch Derevkos Operationshandbuch haben wir nicht.
JACK: Die Unsicherheit bezüglich Emily war offenkundig ein Störfaktor. In diesem Zusammenhang sind Rückschläge verständlich.
SLOANE: Christophe will, dass wir uns in Tokio treffen. Ich brauche einen Erfolg, Jack. Ich muss etwas Handfestes vorweisen können.
JACK: Wir haben unten einen Agenten in Gefangenschaft, der über Derevkos Operationen Bescheid weiß. Ich schlage vor, dass wir das ausnutzen.
(Klaus Richter ist auf einer Liege im Verhörungsraum geschnallt. Der SD-6 Doktor, der auch schon fast Sydney gequält hätte, bevor Rusik letzte Staffel getötet wurde, steht hinter Sloane.)
SLOANE: Wenn das Virus sich ausbreitet, verursacht es eine sogenannte aufsteigende Paralyse. Ihr Zentralnervensystem wird von den Füßen aufwärts vergiftet. Sie spüren, dass die Lähmung bereits die Nerven erreicht, die ihre Atmung regeln. Sie werden bald ersticken. Interessanterweise können Sie trotz der Lähmung noch etwas fühlen. Sie können spüren, ob etwas angenehm ist oder schmerzhaft. Sagen Sie mir, wo liegt Derevkos Operationsbasis? Mmh?
RICHTER: Bitte...
(Sloane schaut zu dem Folterer. Dieser nimmt ein Gerät, das zunächst zischt und dann wie ein Schweißbrenner eine Flamme wirft. Diese richtet er auf Richter. Der fängt qualvoll an zu schreien.)
SLOANE: Ich will einen Ort.
RICHTER: Ah, aaaah... (schluchzend) Smila, Smila.
(Am Rand einer leeren Straße wartet Will. Ein Auto kommt angefahren und Abby, seine britische Kollegin von der Zeitung, steigt aus. Sie geht zu ihm rüber mit einem großen Briefumschlag in der Hand.)
WILL: Hey. Danke für deine Hilfe.
ABBY: Also, ich hab gemacht, was du wolltest, aber bitte erzähl mir nicht, du bist schon wieder hinter so einer CIA-Verschwörung her.
WILL: Nein, ich mache nur... Ich helfe einem Freund, das ist alles.
ABBY: Schön. Du kannst deinem Freund sagen, dass die Fragen, die ihn interessieren 1982 nicht im Test enthalten waren.
WILL: Ganz sicher?
ABBY: Diese wahnsinnig schwierigen Fragen über räumliche Orientierung. Zum Beispiel, warum Regenbogen auftreten und wieso die Sonne hinter dir sein muss, damit du einen sehen kannst?
WILL: Ja.
ABBY: Die sind nicht dabei, bedaure.
WILL: Huh.
ABBY: Komm schon, unter uns, worum geht’s dabei?
(In dem Flugzeug nach Estland. Jack gibt Sydney ihre Ausrüstung.)
JACK: Das sind Wasserstrahlantriebsdüsen. Damit bist du fünf Knoten schnell. Wir setzen dich hundert Meter vor der Küste ab, dann müsstest du in knapp zwei Minuten am Pier sein.
(Er nimmt eine Waffe mit einem Schalldämpfer.)
JACK: Eine Heckler & Koch P-11 Unterwasserpistole mit fünf Betäubungspfeilen. Das Ding ist praktisch lautlos. Viel Glück.
(In Paldiski. Sydney taucht mit den Antriebsdüsen unter Wasser. Sie erreicht den Pier des Gebäudes und klettert die Leiter hoch. Mit der P-11 schießt sie zwei Wachen außer Gefecht und nimmt sich von einem der Beiden das Sicherheitskennzeichen.)
SYDNEY: Starte Phase eins. Bin vor der Anlage.
(In LA in der Operationsbasis hören Chapman und Kendall sie via Headset.)
KENDALL: Ja, verstanden Bergsteiger. Halten Verbindung.
(Sydney trägt einen gelben Gefahrenschutzanzug und geht in die Haupthalle des Gebäudes. Sie nimmt einen Handwagen und lädt eine der gelben Tonnen darauf. Beim Weitergehen bemerkt sie, dass Sark sich mit einigen anderen Menschen im Kontrollraum befindet.)
SYDNEY: Sark ist auch hier.
KENDALL: Ich brauche Sie wohl nicht daran zu erinnern, dass er Sie nicht sehen darf.
(Sie geht weiter und erreicht den Dekontaminationsraum.)
JACK: (nur Stimme) Unsere Information nach brauchst du einen Sicherheitscode, um den Serumgenerator zu benutzen.
(Rückblick ins Flugzeug. Er gibt ihr einen kleinen Computer mit der Größe eines schnurlosen Telefons.)
JACK: Du schließt diesen Computer an. Er hat eine Satellitenverbindung, durch die wir in ihr System eindringen und uns den Code verschaffen, den du brauchst.
(Zurück in der Station. Sydney nimmt den Computer heraus, klappt ihn auf und verbindet ihn mit dem dortigen.)
SYDNEY: Satellitenverbindung steht. Datenempfang müsste funktionieren.
CHAPMAN: Verstanden, Bergsteiger. Bereithalten für Code. 2-6-6-4-7-2-9.
(Sydney gibt die Zahlen in den Computer ein.)
SYDNEY: 2-6-6-4-7--
CHAPMAN: Warten Sie.
SYDNEY: Was?
CHAPMAN: Der Generator ist ein Peripheriegerät des Hauptsystems.
SYDNEY: Ich verstehe nicht, was ist--
CHAPMAN: Das heißt, es ist an das zentrale Sicherheitssystem angeschlossen. Wenn Sie versuchen, das Serum zu generieren, wird das Sicherheitssystem Alarm schlagen.
SYDNEY: Können wir das System irgendwie umgehen?
CHAPMAN: Nicht von hier aus.
KENDALL: Bergsteiger, brechen Sie ab und kommen Sie zurück. Wir finden einen anderen Weg.
SYDNEY: Abbrechen? Aber wir, wir haben keine Zeit etwas Anderes zu finden.
KENDALL: Wenn Sie das Gerät benutzen, wissen sie, dass Sie da sind.
SYDNEY: Dann lauf ich schnell weg.
(Sie gibt die letzten zwei Ziffern ein.)
KENDALL: Sie haben den Befehl abzubrechen. Bergsteiger, haben Sie verstanden?
(Sydney stellt ein Fläschchen in die Maschine und macht ein Tropfen von Vaughns Blut auf einen Chip. Der Computer beginnt Vaughns Blut zu analysieren. Im Kontrollraum nimmt einer der Angestellten am Computer sein Headset ab und geht zu Sark, der sich gerade, mit jemandem unterhält.)
SARK: --Machen sie das trotzdem so, ja.
Ü BERWACHER: Sir. Jemand hat sich Zugang zum Dekontaminationsraum verschafft.
(In dem Raum hört Sydney den Alarm, während das Serum noch angefertigt wird. Sobald es hergestellt ist, nimmt sie es und geht schnell aus dem Raum. Zwei Wachen schießen sofort auf sie. Sydney rollt aus der Schusslinie hinter einen Pfeiler und nimmt einen Feuerlöscher von der Wand. Als eine der Wachen zu ihr kommt, schlägt sie ihm damit ins Gesicht. Sie tritt die andere Wache weg, nimmt dessen Maschinengewehr und schlägt ihn damit nieder. Sydney, jetzt mit dem Gewehr der Wache, läuft einige Treppenstufen hinunter. Sie öffnet eine Tür und läuft zur nächsten. Doch diese ist verschlossen. Sie dreht sich um, um durch die erste Tür wieder hinaus zu gelangen, aber auch diese ist ins Schloss gefallen. Sie sieht nach oben. Dort befindet sich das Fenster des Kontrollraumes, hinter dem Sark auf sie runter blickt.)
SARK: Agent Bristow. Die Düsen über Ihnen versprühen Ammoniakfluorchlorid. Ganz wunderbar, um Metall und Beton zu dekontaminieren. Nicht so gut bei organischen Verbindungen, zum Beispiel Ihrem Anzug. Oder Ihrer Haut.
(Sie nimmt ihre Waffe und schießt damit auf den durch das Glas geschützten Sark. Er schließt seine Augen, als die Kugeln von der sicheren Scheibe abprallen, bewegt sich aber nicht von der Stelle.)
SARK: Sie und ich sind für eine Zusammenarbeit wie geschaffen, das glaube ich wirklich.
(Er drückt auf einen Knopf und die Sprinkler an der Decke beginnen das Ammoniak auf Sydney regnen zu lassen.)
SARK: Doch jede zukünftige Zusammenarbeit setzt voraus, dass ich die Sprinkleranlage wieder abschalte.
(Sydney betrachtet ihren Anzug, wie er schmilzt und sich langsam zersetzt. Sie sieht wieder hoch zu Sark.)
SARK: Sehen Sie, wie sich Ihr Anzug bereits auflöst? Ich gebe Ihnen noch vierzig Sekunden. Ich könnte Ihre Hilfe brauchen. Ich will an Arvin Sloane herankommen.
SYDNEY: Wieso?
SARK: Weil ich vorhabe ihn zu töten.
SYDNEY: Ich kann Sloane für Sie besorgen, aber nur, wenn Sie mir versprechen mir das Gegenmittel zu lassen.
SARK: Nein, zuerst Sloane. Dann bekommen Sie ihr kostbares Mittel zurück.
(Sydney überlegt kurz, dann nickt sie und ist mit dem Deal einverstanden.)
(Sydney steht nackt unter einer Dusche. Sie hat die Arme über ihre Brust, während einige Personen in Schutzanzügen sie mit großen Bürsten säubern.)
SYDNEY: (nur Stimme) Sark brachte mich in einen Raum, wo ich dekontaminiert wurde. Er hat mich gehen lassen und ich konnte nach Los Angeles zurückfliegen.
KENDALL: Hat Sie Sark nicht gefragt, für wen das Gegenmittel ist?
SYDNEY: Nein. Es war ihm anscheinend egal.
KENDALL: Was genau haben Sie Sark versprochen?
(In der Operationszentrale. Sydney und Kendall unterhalten sich, Jack steht bei ihnen und hört aufmerksam zu.)
SYDNEY: Dass ich einen Weg finde, Sloane an ihn auszuliefern, nachdem er betäubt wurde.
KENDALL: Und Sark will ihn umbringen?
SYDNEY: Ja.
KENDALL: Das stellt uns vor so viele Probleme, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.
SYDNEY: Fangen wir doch bei Vaughn an!
KENDALL: Muss ich Sie daran erinnern, --
(die Beiden sprechen durcheinander.)
SYDNEY: Sie haben selbst gesagt, dass ein Zustand äußerst kritisch ist.
KENDALL: --dass amerikanische Agenten keine Morde zu begehen pflegen?
SYDNEY: Arvin Sloane hat meinen Verlobten getötet. Ich hatte oft Gelegenheit, ihm das heimzuzahlen, aber ich habe es nicht getan, weil ich genau weiß, soetwas machen wir nicht. Nur er macht soetwas und es ist inakzeptabel! Aber wir haben keine Wahl! Vaughn kann in zwei Tagen tot sein!
KENDALL: Wir tun unser Bestes, um das zu verhindern. (wieder durcheinander) Agent Bristow, sie können nicht mit denen kooperieren.
SYDNEY: Was hätten Sie denn an meiner Stelle getan?! Wir können nicht anders handeln!
JACK: (leise) Sydney--
SYDNEY: Ich werde nicht tatenlos zusehen!
JACK: Lassen Sie mich kurz mit ihr sprechen.
(Kendall geht weg.)
SYDNEY: Du hinderst mich nicht daran, die Abmachung mit Sark einzuhalten.
JACK: Das ist auch nicht meine Absicht. Ich bin auf deiner Seite. Wir dürfen Vaughn nicht verlieren.
SYDNEY: Was machen wir jetzt?
JACK: Wir lassen Kendall beiseite. Er wird sich immer streng an die Vorschriften halten. Das hier muss diskret ablaufen.
(Marshalls Büro. Er untersucht mit großer Lupe und Pinzette aufmerksam das Fell eines Eisbären, das auf seinem Tisch liegt.)
JACK: (nur Stimme) Sloane soll zu einer Versammlung in Tokio fliegen. Ich finde heraus, in welchem Hotel er absteigt.
(Jack kommt in das Büro.)
JACK: Meine sichere Telefonleitung erkennt meinen Code nicht. Würden Sie sich darum kümmern?
MARSHALL: Äh wussten Sie, dass Eisbären mit Infrarotkameras nicht entdeckt werden können? Ihr Fell lässt keine Wärme aus. Nichts. Null. Nicht die Spur.
(Jack sieht ihn kalt an.)
MARSHALL: Ich dachte nur, das wäre vielleicht anwendbar bei etwas, das ich... Ihre Telefonleitung. Das kann ich nur vom Serverraum machen. Tschuldigung.
(Marshall verlässt das Büro. Jack geht leise zu Marshalls Computer und beginnt etwas ein zu tippen.)
(In Francies Restaurant sieht sich Will den Test an. Francie kommt und setzt sich ihm gegenüber.)
FRANCIE: Was ist das?
WILL: Ach, das ist bloß so ein Intelligenztest für Kinder. Ein Freund von der Zeitung möchte, dass ich seinem Sohn Nachhilfeunterricht gebe.
FRANCIE: (blättert durch) „Leseübungen zum Textverständnis auf der Grundlage der Invasion von Grenada...“?
WILL: Das war komisch. Der einzige Test, den ich runterladen konnte, war von ’82. Reganära, Kalter Krieg Indoktrinationen.
FRANCIE: Damals, als ich nichts anderes gemacht habe, als Duran Duran zu hören, war mein Onkel bei den Marines, die Regan nach Grenada geschickt hat. Die Invasion war 1983.
(Will trifft Abby wieder an der Straße.)
WILL: Warum gibt dir das Erziehungsministerium einen gefälschten Test? Hör zu, wie komme ich an eine Kopie des Originaltests?
ABBY: Du meine Güte, Will. Bist du noch bei Verstand?
WILL: Der ganze Test ist eine Fälschung.
ABBY: Ich hab ihn vom Erziehungsministerium.
WILL: Abby, Abby, ich weiß nicht genau, was das bedeutet, aber es könnte ziemlich wichtig sein.
(Jack ist mit Sloane in dessen Büro.)
SLOANE: Ich habe mit unseren Gefangenen gesprochen. Er hat uns lediglich eine Stadt in der Ukraine genannt. Smila. Ich habe ein Team hingeschickt, um Derevkos Hauptquartier zu suchen. Sie haben noch nichts gefunden.
JACK: Wann geht ihr Flug nach Tokio?
SLOANE: Ich breche in einer Stunde auf. Helfen Sie mir, Jack. Sie sollen Richter zum Reden bringen. Er soll uns sagen, wo sich Derevkos Operationszentrale genau befindet. Wenn ich ohne etwas Handfestes, etwas Wertvolles nach Japan fliege, weiß ich nicht, was die Allianz beschließen wird.
(Im Verhörungszimmer. Der SD-6 Doktor richtet den Brenner wieder auf Richters Beine. Dieser schreit.)
JACK: Es muss nicht so für Sie ende. Wir könnten dafür sorgen, dass Sie schmerzfrei sind. Sie brauchen uns nur eine Adresse zu geben.
RICHTER: Smila...
JACK: Ja, in der Ukraine. Wo in Smila? Wir brauchen nur eine Adresse.
(Richter fängt wieder an zu schluchzen. Sloane, der die ganze Zeit weiter hinten an der Wand stand, kommt wütend zu Richters Gesicht.)
SLOANE: Jetzt sagen Sie mir endlich, wo Derevkos Zentrale ist. Geben Sie mir die Adresse. Los, Sie verdammter Idiot. Wo in Smila sollen wir suchen?
RICHTER: (schluchzend) Smila... Smila ist meine Frau...
(Er fängt an zu lachen und zu weinen.)
RICHTER: ...und ich liebe sie – und ich liebe sie so sehr.
SLOANE: Bringen Sie ihn endlich um.
(Will trifft einen Professor, der eine Sammlung von den Tests besitzt.)
PROFESSOR: Sie sagten 1982, nicht?
WILL: Es gibt eine Seriennummer. FYB55L.
PROFESSOR: Ein beliebter Test.
WILL: Beliebt?
PROFESSOR: Irgendwann rief jemand von der Schultestbehörde an und sagte, sie wollten ihre Akten zentralisieren. Sie verlangten meine Originale.
(In einem Kasten findet er einen Hefter und gibt ihn Will. Er guckt ihn sich an.)
WILL: Huh. Erinnern Sie sich vielleicht, ob irgendwelche Fragen über räumliche Orientierung darunter waren?
PROFESSOR: Wozu soll ich solche Fragen stellen? Es hat keinen statistischen Nutzen, Fragen zu stellen, die vielleicht Einer von zehntausend Erstklässlern beantworten kann.
(Will zeigt auf ein Blatt.)
WILL: Aber wie erklären Sie denn dann eine Frage, wie diese? „Warum kann ein Regenbogen nur gesehen werden, wenn sich die Sonne hinter dem Betrachter befindet?“
PROFESSOR: Das, äh, war nicht in dem Test enthalten, den ich eingeschickt hatte. Ich entwerfe die Fragen, ich überprüfe die Testbögen, die gedruckt werden sollen und wenn man mir dann die korrigierte Endfassung zuschickt, kommt sie zu meinen Akten.
WILL: Bei etwa wie vielen Erstklässler wurde der Test durchgeführt?
PROFESSOR: Der hier wurde in dreiunddreißig Staaten verwendet. Das sind über fünf Millionen Kinder.
(Im Lagerhaus. Sydney und Jack treffen sich.)
JACK: Sloane ist auf dem Weg nach Japan. Er wird in einem von den Yakuza geführten Ryokan wohnen. In Nyoshi Ginza. Ruf Sark über die Nummer an, die du von ihm hast. Sag ihm, wir liefern ihm Sloane in der Nacht vor seinem Allianztreffen.
SYDNEY: Sag mir, dass du auch der Ansicht bist, dass wir in dieser Sache keine andere Wahl haben.
JACK: Natürlich haben wir hier eine Wahl. Diesen Moment hätte ich dir gerne erspart. Jemanden zu töten und ich spreche jetzt nicht von Notwehr. Ich meine damit einen vorsätzlich begangenen Mord. Dabei zu sein, wenn sich die Tür zum letzten Mal hinter ihm schließt und zu wissen, dass man dafür verantwortlich ist. An diese Möglichkeit hast du, bevor deine Mutter wieder aufgetaucht ist, niemals gedacht.
(In Tokio. Einige in Geishasachen gekleidete Frauen gehen auf dem Grundstück, wo Sloane übernachtet. Auch Sydney geht dorthin. Auch sie trägt eine Geishauniform, hat eine schwarze Perücke auf und ein weiß geschminktes Gesicht, das sie zunächst mit einem Fächer verdeckt.)
SYDNEY: Ich bin auf dem Gelände.
(In einem außerhalb parkenden Auto sitzt Sark, der sich via Transmitter mit ihr verständigt.)
SARK: Gut. Mein Assistent trifft sich gerade mit Ihrem Vater.
(Los Angeles. Jack steht vor dem US-Marine Krankenhaus, in dem Vaughn liegt. Eine Limousine kommt angefahren und das Rückfenster senkt sich.)
JACK: Ist das das Gegenmittel?
ASSISTENT: Ja. Sie müssen wissen, dass der Aktenkoffer durch einen Code gesichert und per Funk mit einem Fernzünder verbunden ist.
JACK: Das habe ich erwartet.
ASSISTENT: Nur Mr. Sark hat den Sicherungscode. Solange ich nicht Anweisung von ihm habe, das Mittel freizugeben, bleibt der Koffer verschlossen.
(Zurück in Tokio. Eine Geisha legt weiße Handtücher für eine Massage auf eine Liege. Sloane kommt in einem Bademantel. Eine Frau zeigt auf die Liege. Er zieht den Mantel aus und setzt sich. Er sieht recht niedergeschlagen aus. Außerhalb kommt Sydney zu dem Gebäude.)
SYDNEY: Nähere mich dem Gebäude.
SARK: Viel Glück, Sydney.
SYDNEY: Sparen Sie sich Ihre guten Wünsche, Sie verdammter Mistkerl.
SARK: Eine wunderbare Einstellung.
(Sie geht weiter und nickt einem Mann zu, der die Außenseite bewacht. Er sagt zu ihr etwas auf Japanisch. Sie antwortet ihm. Wahrscheinlich sagt sie, dass sie hier arbeite. Nachdem er sie etwas fragt, dreht sie seinen Arm um und schlägt ihn mit ihrem Ellenbogen ins Gesicht. Ein weiterer Mann kommt. Sie schlägt ihn mit ihrem Fächer und er tritt sie. Sie macht einen Rücküberschlag und tritt ihn erst in den Magen, dann gegen den Kopf. Er geht zu Boden. Eine Geisha massiert Sloanes Beine. Sydney geht über eine kleine Holzbrücke und erreicht den Raum. Sie tritt ein und spricht zu einer Geisha auf Japanisch, damit diese geht. Jetzt ist sie alleine mit Sloane. Er begrüsst Sydney auf Japanisch und sie tut das Gleiche. Sie beginnt mit der Massage.)
SLOANE: Aah. Das ist alles verspannt. Ist ja auch kein Wunder. Gestern habe ich einen Mann sterben sehen.
(Er dreht seinen Kopf zu ihr nach oben.)
SLOANE: Verstehen sie mich?
(Sydney spricht auf Japanisch und schüttelt ihren Kopf.)
SLOANE: Ja. Er hatte unglaubliche Schmerzen, aber die Liebe zu seiner Frau hat ihm die Kraft gegeben alles auszuhalten.
(Sydney nimmt eine Haarnadel aus ihrer Perücke und zieht das Ende mit ihren Zähnen ab.)
SLOANE: Ich habe meine Frau auch geliebt, doch ich musste handeln.
(Sydney sticht ihn mit der Nadel in den Nacken.)
SLOANE: Uh, uh...
(Er bekommt Zuckungen. Voller Schmerzen dreht er sich zu ihr hoch und fällt dann bewusstlos auf die Liege. Sydney läuft hinaus und alarmiert alle auf Japanisch.)
SARK: Sie sind so gut, wissen Sie das. (ins Walkie-Talkie) Schicken Sie den Krankenwagen los.
(Sarks Notärzte bringen Sloane heraus, der eine Beatmungsmaske im Gesicht hat. Sie schieben ihn in den Krankenwagen. Sark geht zu Sydney, die dem Ganzen zusieht.)
SARK: Ging ja wunderbar. Als ich Ihnen vorhin Glück gewünscht habe, meinte ich es ernst.
SYDNEY: Sagen Sie Ihrem Mann, er soll das Gegenmittel freigeben.
SARK: (am Handy) Übergeben Sie das Serum. Der Sicherungscode ist 10-11-92.
(In Los Angeles in der Lobby des Krankenhauses. Jack und Sarks Assistent sitzen zusammen auf einer Bank. Der Assistent gibt den Code ein und öffnet den Koffer. Jack nimmt das Fläschchen.)
JACK: Sie warten hier, bis wir es überprüft haben.
(Er geht durch den Eingang.)
(In Tokio steigt Sark zu Sloane und seinen Männern in die Ambulanz. Sark sieht zu Sydney.)
SARK: War nett mit Ihnen zusammenzuarbeiten.
(Sydney sieht zu Sloane auf der Liege. Letzte Chance, um sie zu stoppen. Sie hält sie aber nicht auf. Ein Mann macht die Hintertür zu und steigt vorne ein. Der Krankenwagen mit Sloane und Sark fährt davon.)
(Los Angeles. Vaughn liegt in seinem Bett, jedoch nicht an Computer angeschlossen. Er hat immer noch das Krankenhaushemd an. Langsam wacht er auf und schaut sich noch benommen um. Neben sich auf einem Stuhl entdeckt er Jack.)
VAUGHN: Was ist passiert?
JACK: Sie haben vierzig Stunden lang geschlafen.
VAUGHN: Sterbe ich?
JACK: Sie waren kurz davor. Sydney hat das Gegenmittel geholt. Die Ärzte sagen, Ihre Blutwerte sehen gut aus.
VAUGHN: (schüttelt den Kopf) Wie hat sie das geschafft?
JACK: Sie hat Sloane töten lassen.
(Bei SD-6. Sydney geht zu ihrem Tisch. Sie schaut sich um und sieht, dass Sloanes Büro leer ist. Sie zieht ihre Jacke aus und sieht jemanden im Konferenzzimmer. Langsam geht sie dorthin, doch beim Hereinkommen steht auf einmal schon Sloane putzmunter vor ihr.)
SLOANE: Sydney. Guten Morgen.
SYDNEY: Guten Morgen.
SLOANE: Sie kennen Mr. Sark.
(Neben ihm steht Sark in einem Anzug.)
SARK: Wir wurden einander wohl noch nicht offiziell vorgestellt.
SLOANE: Mr. Sark wird ab jetzt mit uns kooperieren bei unserer Suche nach Derevko und dem Rest ihres Unternehmens.
SYDNEY: Er kooperiert?
SLOANE: Das ist eine strategische Allianz, Agent Bristow. Befragen Sie ihn. Bringen Sie in Erfahrung, was er über Derevko weiß. Danach werden wir entscheiden, was weiter geschehen soll.
(Sloane verlässt das Zimmer. Sie warten, bis sich die Türen schließen.)
SARK: Agent Bristow, mit Ihnen zu arbeiten war--
(Sydney zeigt ihm mit einer Kopfbewegung, er solle nicht reden.)
SARK: Keine Sorge, die Wanzen funktionieren nicht. Schwelgen wir in Erinnerungen.
SYDNEY: Was machen Sie hier? Wie--
SARK: Ich bin mit dem Krankenwagen an einen abgelegenen Ort gefahren und habe ihn wiederbelebt.
(Rückblick nach Tokio in das Fahrerhaus des Krankenwagens. Sloane sitzt neben Sark.)
SARK: Die Situation ist die, Rambaldis wahres Ziel bleibt ein Rätsel. Ich besitze einige Teile, Sie besitzen andere. Jeder für sich werden wir nicht weiterkommen, aber gemeinsam werden wir das Rätsel lösen.
SLOANE: Woher soll ich wissen, dass Sie wirklich etwas zu bieten haben?
SARK: Ich werde Ihnen zwei Beweise liefern. Der erste ist offensichtlich. Ich habe eine Nachricht abgefangen, die erkennen ließ, dass man vorhatte, sie hier in Japan zu töten. Wie dieses Gespräch beweist, habe ich das verhindert.
SLOANE: Woher weiß ich, dass nicht Sie selbst vorhatten mich zu töten?
SARK: Damit wären wir auch schon bei meinem zweiten Beweis.
(Er nimmt aus seiner Jackeninnentasche ein gefaltetes Schreiben heraus und überreicht es Sloane. Dieser entfaltet es und ließt sich den Inhalt durch und sieht Sark wieder an.)
(Zurück im Konferenzraum.)
SYDNEY: Was stand denn auf dem Papier?
SARK: Ich fürchte, das ist streng vertraulich.
(Unter der Operationsbasis. Vaughn wird von jemandem mit seinem Rollstuhl geschoben. Am Eingang zum Gang zu Irinas Zelle stoppen sie.)
VAUGHN: Von hieraus schaffe ich es allein. Danke.
(Vaughn steht auf und die Schranken öffnen sich. Er geht zu Irina, die sich an die Scheibe ihrer Zelle lehnt.)
VAUGHN: Sie haben mir einige Fragen gestellt. Ich wollte sie Ihnen beantworten, wenn Sie mir helfen. Sie haben mir geholfen und dafür danke ich Ihnen.
IRINA: Ich habe es nicht für Sie getan.
VAUGHN: (Pause) Ich versuche ein normales Leben zu führen, was bei dem, was ich mache nie ganz leicht war, aber seit ich Ihre Tochter kenne, ist es noch schwieriger. Ich sage nicht, dass mein Leben durch sie nicht schöner geworden ist,... das ist es. Doch es ist auch sehr viel schwieriger geworden. Ich habe genug gesagt.
IRINA: Es gibt da ein Problem, Mr. Vaughn. Gerade zu dem einen Menschen, um den es geht, haben Sie gar nichts gesagt.
VAUGHN: Hören sie, möglicherweise bedeutet Ihnen das ja nichts. Das ist vielleicht etwas, was Sie weder achten, noch verstehen, aber wir haben Regeln. Klare und wichtige Regeln, die die Beziehung zwischen Verbindungsmann und Agent definieren.
IRINA: Und die zwischen einem Mann und einer Frau?
(Oben. Sydney steht an einer Säule und wartet. Vaughn kommt durch die Tür von unten, sieht sie und bleibt stehen. Sydney kommt zu ihm und lächelt ihn an.)
SYDNEY: Hey.
VAUGHN: Hey.
(Sydney umarmt ihn und fängt an zu weinen.)
VAUGHN: Danke.
(Sydney fasst sich wieder und sie lösen die Umarmung.)
VAUGHN: Ich hab das mit Sark gehört.
SYDNEY: Sloane hat Sark bei der Allianz vorgestellt, als neuen Verbündeten von SD-6.
VAUGHN: Wie wurde das aufgenommen?
SYDNEY: Anscheinend war Sark ein großer Hit und dank mir war Sloanes Ansehen dort noch nie besser.
(Eine kurze Pause.)
VAUGHN: Du bist Alice begegnet, nicht?
SYDNEY: Sie macht einen netten Eindruck.
VAUGHN: Ja, sie ist nett. Sie ist ein lieber Mensch. Wir kennen uns schon so lange und wir versuchen... . Du weißt ja wir hatten uns getrennt.
SYDNEY: Ja, das hast du mir gesagt.
VAUGHN: Ja, ein paar Monate später haben wir uns bei einem Freund zufällig getroffen und --
SYDNEY: Du brauchst nichts zu erklären.
VAUGHN: Nein, ich, ich weiß. Aber ich möchte es, denn wenn es, wenn es umgekehrt gewesen wäre, dann...
SYDNEY: Nein, ehrlich, das brauchst du nicht. (Pause. Sie lächelt ihn an.) Wir sehen uns morgen.
(Vaughn nickt. Sydney geht fort in Richtung Ausgang. Vaughn blickt ihr hinterher. Kendall kommt an. Vaughn sieht weiter zu Sydney.)
KENDALL: Jack hat mich informiert. Er und Sydney haben gegen die Vorschriften verstoßen, aber ich freue mich, dass es gut ausgegangen ist.
VAUGHN: Entschuldigen Sie mich.
(Vaughn geht Sydney hinterher, doch sie ist schon fast zu weit weg und ist ziemlich schnell. Er sieht, wie sie um eine Ecke geht, doch als er dort angelangt ist, ist Sydney bereits fort. Er bleibt kurz stehen, fängt an zu lächeln und geht zurück.)



