II.06 - Virus
(Treffen von Sydney und Vaughn auf dem Dach eines Gebäudes, beide tragen Sonnenbrillen)
VAUGHN: Heute ist der Prozess deiner Mutter.
SYDNEY: Was meinst du wie lange er dauern wird?
VAUGHN: Eine ganze Weile. Bei 86 Anklagepunkten gegen sie, braucht der Staatsanwalt sicher Monate, nur um den Fall darzulegen.
SYDNEY: Ich möchte unbedingt die Anklageerhebung sehen.
VAUGHN: Ich sorge für eine Videoübertragung in die Operationszentrale.
SYDNEY: Danke. Kennst du einen Witz? Ich könnte einen brauchen.
VAUGHN: Ein Grashüpfer geht in eine Bar. Sagt der Barkeeper zu ihm, „Hey, wir haben einen Cocktail, der nach dir benannt ist!“. Sagt der Grashüpfer...
SYDNEY: „Ihr habt einen Cocktail namens Doug?!“
VAUGHN: Ich wollte eigentlich Phil benutzen.
SYDNEY: Phil ist auch nicht viel witziger als Doug.
VAUGHN: Ich weiß. Tut mir leid. Es ist ein unwitziger, mhh...
(Sie lachen zusammen)
(SD-6-Besprechung mit Sloane, Jack, Sydney und Marshall)
SLOANE: Mr. Sark. (auf einem Bildschirm zu sehen)
Wie Sie wissen, hat er sich als Schlüsselfigur in der Welt des organisierten Verbrechens erwiesen. Er entwickelt möglicherweise eine Biowaffe, hergestellt aus einem Virus, das noch völlig unbekannt ist.
(Nächstes Bild auf dem Bildschirm)
Das ist Klaus Richter, ehemaliger Mitarbeiter von Sark, der sich bei uns seit kurzem in Haft befindet. Bei seiner medizinischen Untersuchung wurde festgestellt, dass Richter womöglich dem Virus ausgesetzt war, ehe wir ihn hergebracht haben. Marshall?
MARSHALL: Danke, Sir. OK, sehen Sie auf Ihren Bildschirm. Diese kleinen sich windenden Dinger sind normale Influenza-Antikörper. Die hat man bei einer normalen Erkältung, Husten usw. Und jetzt sehen wir uns Richters Blutprobe an. So, sie zeigt tausend Prozent mehr Antikörper als im Normalfall. Große Ähnlichkeit mit dem Ebula-Virus, vor allem die massiven Blutungen. Aber dieses Virus hier, bewirkt die Auflösung der Verbindungen zwischen den Zellen, also im Grunde wird Richters Körper in ein paar Tagen so aussehen, wie ..., ach haben Sie mal den Film „Die Fliege“ gesehen? Wissen Sie noch, dieser kleine arme Pavian mit dem roten Po, dessen Inneres nach Außen gekehrt wurde?
SLOANE: Danke, Marshall. Wir haben Hinweise darauf, dass Sark eine 727 gechartert hat, die mit medizinischer Ausrüstung ausgestattet ist, um drei Patienten, die vermutlich am gleichen Virus erkrankt sind, wie Richter, zu einer Privatklinik in Genf zu transportieren. Diese Klinik ist eine von Sark’s Tarnfirmen. Wir glauben, dass er ein Team beauftragt hat, das Virus zu untersuchen. Ihr Auftrag lautet, in das Klinikgebäude einzudringen und sich die Forschungsergebnisse zu beschaffen. Jack, Sie werden dort auftreten, als Patient, der eine Nierentransplantation braucht. Sydney, Sie begleiten ihn als die liebende Tochter, die ihm eine Niere spenden will. Ich gehe davon aus, dass das nicht allzu schwierig sein wird, mhh? Für Sie Beide.
(Außerhalb des Konferenzraumes: Jack fängt Sydney ab)
JACK: Wir müssen miteinander reden.
SYDNEY: Wir haben nichts zu bereden.
JACK: Ich weiß, dass du Fragen hast. Du kannst entweder wütend auf mich sein, oder etwas erfahren.
(In einem anderen Büro, Jack öffnet seinen Stift, der in Wirklichkeit ein Wanzenkiller ist)
JACK: Bitte, Sydney, versuch zu verstehen, was ich dir jetzt sage. Nachdem deine Mutter fort war, habe ich Projekt Weihnachten an dir getestet, weil ich nicht wollte, dass du je zu einem Opfer wirst. Ich hielt es für meine Aufgabe dir beizubringen strategisch zu denken, die Lügen anderer Menschen zu durchschauen, und stark zu werden in einer Umgebung, in der ein Fehler dich das Leben kosten kann.
SYDNEY: Dann hättest du mir die Wahrheit sagen müssen, bevor Sloane mit geholt hat.
JACK: Ja, du hast Recht. Ich habe nie gewollt, dass du so ein Doppelleben führst. Ich hatte vor, dich nach dem Abschluss des Colleges für die CIA anzuwerben, aber Sloane ist mir zuvor gekommen. Und diesen Fehler werde ich mir nie verzeihen.
SYDNEY: Ich würde dir gern glauben, aber ich kann dem, was du sagst, nicht mehr trauen.
(Sie schließt seinen Stift und geht)
(Im Operationszentrum der CIA führt ein junger Agent namens Rick Vaughn und Sydney zu einem Monitor)
RICK: Die Videoübertragung steht. Der Prozess beginnt etwa in einer Minute, und das Bild wird hier zusehen sein.
VAUGHN: Danke, Rick.
RICK: Gern geschehen.
(Er geht. Sydney sieht auf den Monitor)
SYDNEY: Das ist Senator Douglas. Wo ist der Richter?
SENATOR DOUGLAS (auf dem Bildschirm): Verehrte Zeugen. Ich weiß, dass Sie erwartet haben, die Anklageerhebung im Prozess gegen Irina Derevko zu hören, aber heute Morgen haben wir von der Angeklagten ein volles Geständnis erhalten. Hinsichtlich der 86 Anklagepunkte der Spionage, die zum Tod von 12 US-Agenten führte, hat sich Derevko schuldig bekannt. Ohne Einschränkungen. Daraufhin wurde heute Früh eine Geschworenenliste aufgestellt und die Entscheidung fiel, wie vorauszusehen war, sehr schnell. Derevko erhielt die Maximalstrafe nach Bundesgesetz. Das heißt in diesem Staat, durch tödliche Injektion. Da sie sich entschlossen hat, keine Berufung einzulegen, wird ihre Hinrichtung in drei Tagen stattfinden. Die Verhandlung ist geschlossen.
(Bei Sydney zu Hause, sie sitzt auf dem Bett und schreibt)
SYDNEY’s Stimme: An Direktor Devlin, streng vertraulich.
(Sydney joggt im Park, von wo aus sie in das CIA Operationsgebäude und in die Zelle ihrer Mutter kommt)
SYDNEY’s Stimme: Ich muss Sie darüber informieren, dass mein Vater, Jack Bristow, die CIA vorsätzlich getäuscht hat, damit man Glauben sollte, Irina Derevko habe ihre Immunitätsvereinbarung verletzt. Ich bringe diese Aussage zu Papier, damit sie als offizielles Dokument zur Aussetzung der Hinrichtung meiner Mutter verwendet werden kann.
(Sie passiert den Obdachlosen und bleibt stehen)
Trotz ihrer früheren Verbrechen, kann ich nicht guten Gewissens zulassen, dass ihre Strafe vollstreckt wird, da sie ihr Wort gehalten hat mit uns zu kooperieren.
SYDNEY’s Stimme: Für diese Tat, sollte nicht Irina Derevko zur Verantwortung gezogen werden.
(Sydney wirft ein zusammengefaltetes Papier in die Becher des Obdachlosen)
SYDNEY’s Stimme: Sondern mein Vater.
OBDACHLOSER: Wir haben Post bekommen. Bitte um Abholung. Sieht aus, wie ein Brief.
AGENT: Verstanden. Schicke Agenten zur Abholung.
(Francie’s Restaurant. Sydney und Will sitzen zusammen an einem Tisch)
SYDNEY: Als meine Mutter plötzlich wieder auftauchte, wollte ich ihren Tod. Also, wie komme ich auf einmal dazu, sie retten zu wollen?
WILL: Das heißt ja nicht, dass du ihre beste Freundin sein musst. Das bedeutet nur, dass du das richtige tust.
SYDNEY (lächelt): Wie geht’s dir?
WILL: Oh, ich hab mein 30-Tage-Clean-Clipp bekommen. Auch wenn ich nie Drogensüchtig war, bin ich irgendwie stolz.
(Er zeigt ihn ihr. Er ist an seinem Schlüsselbund befestigt.)
Ach, übrigens, kennst du jemanden, der ein Auto sucht? Ich verkauf meins.
SYDNEY: Du verkaufst dein Auto?
WILL: Die andere Möglichkeit wäre, dass ich mein Studentendarlehen nicht weiter zurückzahle und dann wäre ich kreditunwürdig und vorbestraft.
SYDNEY: Ich weiß, dass du jetzt nein sagst, aber ich kann dir auch was borgen.
WILL: Ja, stimmt. Ich sage nein. Danke trotzdem.
(Francie kommt zu ihnen. Sie trägt Gummihandschuhe und eine Schürze und reinigt die Tischplatte, an der die beiden sitzen)
SYDNEY: Hey.
FRANCIE (krampfhaft am saubermachen): Der Tag hat gut angefangen. Ich wurde von hinten angefahren. Vier Studenten, sie kamen von einer Party. Zwei haben sich übergeben, als ich mir ihre Versicherung aufschrieb.
SYDNEY: Wenigstens waren sie versichert.
WILL: Putz dich nicht tot. Das ist doch alles sauber.
FRANCIE: Der Typ vom Restaurantführer kommt heute vorbei, es muss alles tadellos sein.
SYDNEY: Da steht ein Hamburger hinter dir.
(Ein junger Mann trägt ein riesiges Hamburger-Kostüm und kommt näher zu Francie)
CLIFF: Ja, Francie. Ich jetzt durch das Los Feliz gelaufen, und Atwater Village.
FRANCIE: oh, cool, Cliff, danke. Eine Sekunde, ja? Ich geb ihm ein paar Doller, wenn er ein bisschen Werbung für uns macht, Flyer verteilt...
WILL: Haben wir Hamburger auf der Speisekarte?
FRANCIE: Gemüseburger.
SYDNEY: Was zahlst du ihm denn so?
FRANCIE: Zwölf die Stunde.
WILL: Der Hamburger verdient mehr als ich.
FRANCIE: Putz für mich weiter, Süßer.
(Sie geht. Will sieht Sydney an)
WILL: Ich geh ihr helfen.
SYDNEY: Das Flugzeug wartet.
(Sie stehen auf und umarmen sich)
WILL: Pass auf dich auf.
SYDNEY: Ja, klar.
(Im CIA-Gebäude: Vaughn folgt Devlin, und zeigt ihm einige Papiere hin)
VAUGHN: Sir, Sie erinnern sich. Projekt Weihnachten wurde von Jack Bristow entwickelt um potenzielle CIA-Agenten schon früh zu trainieren. Mit Hilfe der Forschungsergebnisse, die Derevko von ihm gestohlen hatte, entwickelte der KGB eine eigene Version des Projektes.
DEVLIN: Ja, das weiß ich doch.
VAUGHN: Einer unserer Agenten in Moskau hat das hier gerade rübergeschickt. (gibt ihm die Papiere) Es ist der Fragebogen eines Testes für Erstklässler Anfang der 80er Jahre. Der Test sollte Kinder ermitteln, die gute Agenten im Sowjetischen Geheimdienst abgeben würden. Beim Lesen des Fragebogens viel mir auf, dass die Fragen den Intelligenztests ähneln, denen die Schulkinder in diesem Land unterzogen werden.
DEVLIN: Worauf wollen Sie hinaus?
VAUGHN: Erinnern Sie sich an das Gerücht aus den 80er’n, die Sowjets würden amerikanische Kinder zu Sleeper-Agenten ausbilden? Das hört sich vielleicht paranoid an, aber so könnte man sich’s vorstellen. Wenn sie’s geschafft hätten ihre Testfragen hier einzuschleusen, hätten sie Hunderte von Kindern anwerben können.
DEVLIN: Interessant, aber unwahrscheinlich.
VAUGHN: Es wäre bestimmt interessant die Tests zu analysieren, die damals...
DEVLIN: Augenblick, wir können im Moment keinen Agenten entbehren, und schon gar kein Team, für ein Projekt das bestenfalls historischen Wert besitzt. Der KGB existiert ja nicht mal mehr.
(Auf dem Flug nach Genf: Sydney sieht sich einige Papiere an. Jack sitzt im hinteren Teil und liest eine Zeitung. Er sieht zu Sydney, legt die Zeitung nieder, steht auf, und setzt sich ihr gegenüber)
JACK: Ich stellte fest, dass der Schachzug deiner Mutter seine gewünschte Wirkung nicht verfehlt hat.
SYDNEY: Und was für ein Schachzug wäre das?
JACK: Ihre Schuld anzuerkennen. Die Todesstrafe zu akzeptieren.
SYDNEY: Klar. Jetzt hat sie uns da, wo sie uns haben will.
JACK: Nicht uns. Dich! Deine Mutter ist nicht dumm. Sie hat sich gedacht, dass ich dahinterstecke. Also wieso, glaubst du, hat sie sich schuldig bekannt? Weil sie plötzlich ein schlechtes Gewissen bekommen hat?
SYDNEY: Wahrscheinlich wusste sie, dass das Urteil von vornherein feststand.
JACK: Damit du nicht Zeuge ihres Prozesses wirst. Das ist der Grund, Sydney. Damit du nicht die Photos der Agenten siehst, die sie brutal ermordet hat, darunter Vaughn’s Vater. Sie wusste, wenn du all das gesehen hättest, würde jegliches Mitleid, das sie sich bisher von dir erschleichen konnte, verschwinden. Und so hat sie sich als Opfer hingestellt, um dich zu zwingen, sie zu retten, und weißt du was, du bist daraufreingefallen.
(Er greift in die Innentasche seiner Jacke und nimmt den Brief von Sydney heraus und legt ihn auf den Tisch)
JACK: Ich denke du verdienst eine Chance, es dir noch mal zu überlegen. Hier ist dein Brief.
SYDNEY: Woher hast du ihn?
JACK: Ich habe zehn Jahre mit dieser Frau verbracht. Und weitere zwanzig Jahre mit der Analyse, wie sie es geschafft hat, mich solange zu täuschen. Du musst mir vertrauen, ich beschürze dich vor ihr.
SYDNEY: Das tust du nicht. Ich glaube, du hast Mom so sehr geliebt, dass du deine Seele verloren hast, als sie ging. Weißt du was ich noch glaube, ein Mann, der seine Tochter benutzt um ihre Mutter zu verleugnen, der an der 6-Jährigen psychologische Experimente durchführt, das ist ein Mann, der in seiner eigenen Tochter seinen schwersten Fehler sieht.
(Jack’s Augen füllen sich mit Tränen)
JACK: Das kannst du doch unmöglich glauben.
SYDNEY: So ist es doch, oder. Hätte Mom dich nicht reingelegt, wärst du nicht so blind und leichtgläubig gewesen, ich wäre nie geboren worden. Ich muss noch die Einsatzinformation lesen.
(Er geht an seinen Platz zurück.)
(Will hat seinen alten Ford Bronco geparkt. Er hat ein Schild am Wagen auf dem steht: zu verkaufen für $2.500. Er sitzt auf der Motorhaube. Vaughn’s Lincoln kommt herangefahren. Er steigt aus und geht zu Will)
WILL: Danke, dass Sie gekommen sind.
VAUGHN: Keine Ursache. Worum geht’s?
WILL: Hören Sie, ich weiß nicht, wie ich es Ihnen anders sagen soll, ich brauch dringend eine Job, wissen Sie. Nach dieser Geschichte will mich niemand mehr einstellen. Ich dachte Sie könnten mir vielleicht helfen. Ich meine natürlich kein Job als Agent, ich weiß, dass die CIA einen Haufen Tarnfirmen hat, und sie haben Sicherheitsdienste und Spediteure, ich mache Schreibtischarbeit, egal wo.
VAUGHN: Hören Sie, auch wenn Sie mir jetzt an die Gurgel gehen, ich kann Sie nicht bei uns einstellen, weil Sie vorbestraft sind.
WILL: Ich bin vorbestraft wegen einer Drogenabhängigkeit, die fingiert war.
(Vaughn nickt)
WILL: Kennen Sie jemanden, der ein Auto kaufen will?
VAUGHN: Ich hätte vielleicht doch was für Sie. Ich habe einen Fonds für unvorhergesehene Ausgaben, über den ich frei verfügen kann, ich könnte Sie für Recherchen bezahlen.
WILL: Ich wäre Ihnen echt dankbar, dafür. Ehrlich.
(Vaughn gibt ihm die Papiere, die er Devlin gezeigt hatte)
VAUGHN: Das ist eine Liste mit Fragen, zeigen Sie sie bitte niemandem. Sie sollen nur herausfinden, ob eine dieser Fragen in den letzten zwanzig Jahren in einem Intelligenztest in den USA aufgetaucht ist.
WILL: Gut, je Sie mir erzählen, umso schneller kann ich Ihnen Ergebnisse liefern.
VAUGHN: Ich bezahle Stundenweise. Lassen Sie sich Zeit.
WILL: Danke.
VAUGHN: Keine Ursache. (Sie schütteln sich die Hände)
(In Genf, Jack und Sydney treffen den … Sydney trägt a blonde Perücke mit Locken. Sie und Jack lächeln und Sydney hängt sich bei ihm unter)
SPINNAKER: Mr. Harris, ich bin Jan Spinnaker, Klinikverwalter. Willkommen in St. Auburn’s.
JACK: Meine Tochter und zugleich mein Augapfel, Marion.
SYDNEY: Daddy, hör auf. Freut mich Sie kennen zu lernen.
SPINNAKER: Freut mich eine Tochter kennen zu lernen, die ein solches Opfer für Ihren Vater bringt.
SYDNEY: Ich würde alles für meinen Daddy tun.
SPINNAKER: Darf ich bitten.
(Spinnaker dreht sich um. Sydney und Jack hören auf zu lächeln und lösen sich voneinander. Sie gehen hinter ihm her)
(Sie gehen die Treppen runter. Jack zeigt auf den Aktenkoffer, der an seinem Handgelenk befestigt ist)
JACK: Über den Computer in diesem Koffer, habe ich eine sichere Internetverbindung zu meinem Geld. Er dar während der Operation auf keinen Fall von meinem Arm entfernt werden.
SPINNAKER: Wir haben alle notwendigen Vorkehrungen---
JACK: Ich habe Ihre Klinik vor allem wegen des hohen Sicherheitsstandards ausgewählt.
SPINNAKER: Unser Personal hat eine Ausbildung, die der des Secret Service entspricht. Sie werden bestimmt zufrieden sein.
JACK: Sehr gut.
(Jack und Sydney tragen OP-Kleidung und werden in separaten Betten in den OP-Saal gebracht. Der Aktenkoffer ist noch immer an Jack’s Handgelenk befestigt)
MARSHALL’s Stimme: OK, Sie fliegen nach Genf um eine Probe des strenggeheimen Virus zu holen. Laut Ihrer Tarngeschichte brauchen Sie eine Nierentransplantation. Also wahrscheinlich denken Sie, „Hey, Moment mal, Marshall, wir brauchen unsere Nieren noch!“.
(Rückblick zu dem Meeting mit Marshall)
MARSHALL: Klar, keine Sorge, die bleiben wo sie sind, und zwar dank dem hier. (Er nimmt den Aktenkoffer hervor) Also, wenn Sie auf dem Tisch im Operationssaal liegen, müssen Sie zweimal kurz auf diese Taste drücken, dadurch wird ein Tank mit Halutan geöffnet.
(OP-Saal. Ein Arzt setzt Sydney und Jack Masken auf)
MARSHALL’s Stimme: Halutan ist das gleiche Narkosemittel, das in Ihre Atemmasken hineingepumpt wird.
(Jack drückt zweimal auf den Knopf)
DOCTOR: Zählen Sie jetzt bitte von zehn rückwärts bis eins.
JACK UND SYDNEY: Zehn...neun...acht...
MARSHALL’s Stimme: Was uns zu Frage Nummer zwei führt.
(Zurück zum Meeting)
MARSHALL: Wenn der Raum irgendwann voll Narkosemittel ist, und Sie es gleichzeitig auch einatmen --wo hab ich denn jetzt -- über die Maske, was verhindert dann, dass Sie selbst auch bewusstlos werden?
(Er nimmt ein kleines Fläschchen heraus)
MARSHALL: Die Lösung liegt in dieser Lösung: einer Mischung aus Antinarkotika und zusätzlich hab ich vorsichtshalber ein synthetisches Koffein dazugegeben, das ich morgens in meinen koffeinfreien Kaffee mische. Den nehmen Sie kurz bevor Sie in die Klinik kommen, und glauben Sie mir, Sie werden nicht einschlafen. (Er zwinkert)
(Im OP-Saal: Die Schwestern und Ärzte werden müde)
JACK UND SYDNEY: Sieben...sechs
(Alle sind ohnmächtig)
(Außerhalb des OP-Raums: Sydney und Jack gehen in voller Ärztemontour den Flur entlang. Sie passieren die Wachen und gehen zum Aufzug)
(Sie kommen zur Forschungsabteilung. Jack schießt mit Betäubungsmitteln auf zwei Ärzte, die am Schreibtisch sitzen)
JACK: Sie sind jetzt fünfzehn Minuten bewusstlos.
(Er geht zum Computer und lädt die Daten hoch)
JACK: Alle wurden wegen der Schmerzen ruhiggestellt. Patient Null ist da lang. Hol du die Blutprobe, ich lade die Forschungsdaten runter.
(Sydney betritt den Raum von Patient Null. Sein Bett ist isoliert. Da sind Handschuhe, mit denen Sydney nach innen greift. Der Patient sieht sehr schlecht aus. Sydney erstarrt. Er hat einen langsamen Herzschlag. Sydney sieht sich um, als er plötzlich ihren Arm ergreift. Sie erschrickt)
PATIENT: Irina?
SYDNEY: Dad, hilf mir!
(Jack hört mit dem auf, was er grade macht und geht zu Sydney)
JACK: Nicht mir Gewalt. Wenn der Handschuh reißt, kannst du dich infizieren. Ich erhöhe seine Morphium-Dosis.
(Er betätigt einige Knöpfe auf einem Monitor hinter dem Bett)
PATIENT: Irina?
(Jack sieht besorgt aus)
(Der Patient lässt Sydney los und fällt zurück ins Bett. Er drückt seine blutige Hand gegen die Glasscheibe. Sydney springt zurück)
JACK: Seine Vitalfunktionen sind unter die Normwerte gefallen. Die Ärzte werden gleich hier sein, beeil dich.
(Er geht zurück zum Computer, und lässt Sydney die Blutprobe nehmen. Jack spricht in seinen Sender)
JACK: Adlerauge, hier spricht Amsel, erbitten frühere Bergung, LZ-Bravo
(Ein Helikopter ist in der Nähe)
AGENT: Verstanden Amsel. Landung LZ-Bravo in etwa drei Minuten.
(Sydney holt die Blutprobe. Jack beginnt mit der Downloaden der Daten)
JACK: Komm schon, komm schon, komm schon, komm schon.
(Er ist fertig und nimmt die Disc. Sydney und Jack gehen gemeinsam den Flur runter und passieren wieder zwei Ärzte. Die Ärzte bemerken die beiden Betäubten hinter dem Schreibtisch. Einer von ihnen greift zum Telefon)
DOCTOR: Ein Sicherheitsteam zur Forschungsabteilung, schnell.
(Sydney und Jack gehen in einen Laborraum. Hinter ihnen geht der Alarm los)
JACK: Wir müssen schnellsten aufs Dach.
SYDNEY: Der Fahrstuhl fährt nicht mehr
JACK: Die Sicherheitstruppe wird von beiden Flurenden aus angreifen.
SYDNEY: Wir können nicht schnell genug nachladen, um mehr als vier Personen zu betäuben.
(Wachen kommen von überall her. Im Laborraum, zerschmettert Jack eine Glastür)
JACK: Sie nach, ob du Jod findest. Ammoniak und Jod ergeben eine instabile Verbindung, wenn man sie mischt.
(Die Wachen kommen den Flur runter)
WACHE: Sicherheitsstufe Drei einleiten, einschließlich Peripherie und Fahrstühle!
(Sydney hat das Jod und sie beginnen zu mischen)
SYDNEY: Ich mach das.
(Der Hubschrauber landet auf dem Dach)
AGENT: Amsel, wir sind auf dem Dach. Wir warten auf Sie!
(Der DNA-Mischer beginnt sich zu drehen. Jack und Sydney verlassen mit erhobenen Händen den Raum)
JACK: Nicht schießen!
WACHE: Halt, an die Wand! Vorwärts, los weiter!
(Sie werfen Sydney und Jack gegen die Wand und beginnen sie zu filzen. Sie entfernen die Betäubungspistolen. Dann explodiert die Mischung, einige Wachen werden auf den Boden geschleudert. Jack und Sydney bekämpfen die anderen Wachen)
SYDNEY: Überbrück die Sicherheitssperre, ich halt sie auf!
(Sie tritt nach einer Wache. Jack rennt die Halle runter zum Fahrstuhl und öffnet ihn mit seinen Händen. Sydney nimmt die Waffen der Wachen und rennt, zurückschießend, den Flur runter. Sie rennt zum Fahrstuhl, wo Jack die Konsole entfernt. Die Wachen kommen näher. Syd kommt in den Fahrstuhl)
JACK: Ich brauch noch zehn Sekunden, du musst sie aufhalten!
(Sydney schießt wieder auf die Wachen. Jack verdrahtet den Fahrstuhl)
SYDNEY: Munition!
(Sie entleert die Pistolen und geht zu Jack. Er lädt sie wieder. Sydney dreht sich um, geht den Wachen etwas entgegen und schießt wieder. Die kommen näher. Hinter Sydney beginnt der Fahrstuhl sich zu bewegen)
JACK: Sydney!
(Die Türen schließen sich, Sydney springt hinein)
(Auf dem Dach, Jack und Sydney rennen zum Helikopter und klettern hinein. Sydney sieht zurück zum Krankenhaus)
AGENT: Operation erfolgreich beendet. Amsel wurde am Bergungspunkt abgeholt.
JACK: Weißt du, warum der Mann, dich mit deiner Mutter verwechselt hat? Er hat für sie gearbeitet. Ich habe die Forschungsdaten kurz überflogen. Bevor Irina sich der CIA gestellt hat, hat sie Sark ganz bewusst angewiesen, mehrere ihrer eigenen Mitarbeiter dem Virus auszusetzen, um es zu erforschen. Frag dich selbst, ob so ein Mensch es wert ist gerettet zu werden.
(Der Helikopter fliegt davon)
(Sloane’s Büro bei SD-6, Jack und Sloane reden)
SLOANE: Ich habe das Glas Wein, das letzte Woche irgendwie in mein Haus gekommen ist, von der Toxikologie analysieren lassen. Man fand ein Präparat namens VTX, Dessen Wirkung, diejenige von Natriummorphat aufhebt. Natriummorphat hatte ich Emily gegeben, um sie von ihrem Leiden zu erlösen.
JACK: Ich sehe hier zwei Möglichkeiten: entweder hat Emily vorausgesehen, was Sie vor hatten und die nötigen Schritte dagegen unternommen und spielt jetzt ein Spielchen mit Ihnen, oder was wahrscheinlicher ist, jemand will Ihnen weismachen, dass Emily noch lebt, oder schlimmer noch, er versucht die Allianz davon zu überzeugen.
SLOANE: Sollen die glauben, dass ich die einzige Bedingung für meine Aufnahme nicht erfüllt habe, dass ich sie die ganze Zeit getäuscht habe, dann müssen sie annehmen, dass meiner ganzen Abteilung nicht mehr zu trauen ist. Dann sind wir alle in Gefahr.
(Lagerhaus: Treffen von Sydney und Vaughn)
SYDNEY: Ich glaube nicht, dass ich meinem Vater je verzeihen kann, was er getan hat, aber vielleicht hat er Recht mit dem, was er mir die ganze Zeit sagt, vielleicht ist ihre Kooperation Teil einer wohlüberlegten Strategie, die er besser durchschauen kann als ich.
VAUGHN: Dein Vater verlangt von dir, sie für etwas sterben zu lassen, was sie vielleicht vorhat. Du wirst nie wissen, ob es richtig war. Hey, das war gute Arbeit in Genf.
SYDNEY: Danke
VAUGHN: Die CIA analysiert die Kopie der CD-ROM, die ihr zurück gebracht habt. Sollte SD-6 vorhaben, das Virus als Waffe einzusetzen, haben wir dank der Blutprobe einen Vorsprung in Bezug auf ein Gegenmittel.
SYDNEY: Das hoffe ich.
VAUGHN: Äh, ach ja, ich wollte dir noch was sagen. Will hat mich nach einem Job gefragt.
SYDNEY: Wirklich?
VAUGHN: Er wollte dich damit nicht belästigen. Ich hab ihn inoffiziell mit Recherchen beauftragt.
SYDNEY: Worüber?
VAUGHN: Es geht nur um die alte KGB-Version von Projekt Weihnachten. Er weiß natürlich nicht worum’s geht. Er denkt, er würde einen IQ-Test mit älteren Tests vergleichen. Ich fand, es ist dein Vorrecht ihn einzuweihen.
SYDNEY: Das war wirklich nett von dir. Danke.
VAUGHN: Gern geschehen.
(Jack und Sloane gehen eine Straße runter und wollen gerade in ein Auto steigen)
SLOANE: Nichts ist langweiliger als ein Geschäftsessen der Handelskammer. Danke, dass Sie mich begleitet haben. (Sloane bleibt stehen. Auf der anderen Straßenseite steht Emily, die ihn kalt ansieht. Er erstarrt und sie geht weiter)
JACK: Was ist denn?
SLOANE: Haben Sie das gesehen?
JACK: Was meinen Sie?
(Sloane geht über die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten. Emily geht die Straße runter. Die Autos hupen, als Sloane über die Straße geht. Er beginnt zu laufen. Emily wird auch schneller, sie biegt in eine Seitenstraße. Er beginnt zu rennen, und sieht wie sie in ein Gebäude geht. Auch er betritt das Gebäude. Er wirft die Türen auf, schwer atmend, und geht durch einen Gang. Sie ist nirgendwo zu sehen. Sloane sieht nach oben und entdeckt ein riesiges Kreuz – er ist in einer Kirche. Er dreht sich um und rennt gegen einen Priester)
PRIESTER: Kann ich Ihnen helfen?
SLOANE: Ist hier vor kurzem jemand reingekommen, eine Frau?
PRIESTER: Nein, ich war den ganzen Vormittag allein.
(Jack hat die Kirche betreten)
JACK: Pater, würden Sie uns bitte allein lassen.
(Er lässt sie allein)
JACK: Setzen Sie sich.
SLOANE: Stimmt’s Sie haben sie auch gesehen?
JACK: Ich habe eine Frau gesehen. Aber es hätte jede Frau gewesen sein können. Möglicherweise leiden Sie an posttraumatischem Stress, hervorgerufen durch äußerst intensive Schuldgefühle. Arwin, Sie sind in eine Kirche gelaufen, ein Ort, an dem man beichtet.
SLOANE: Oder sie ist am Leben. Sie kannte den Alarmcode, Sie hätte unbemerkt ins Haus gelangen können.
JACK: Ich wüsste einen einfachen Weg, das festzustellen. Aber ich zögere, es Ihnen vorzuschlagen.
(Sydney trifft sich mit Devlin)
SYDNEY: Sir, ich muss etwas melden. Auch wenn es so aussieht, als hätte meine Mutter mich auf Madagaskar in eine Falle gelockt, hat sie in Wirklichkeit nichts von den Sprengladungen gewusst.
DEVLIN: Ja, ich weiß. Ich habe die Aussage Ihres Vaters hier. Er hat es uns selbst gesagt, heute Morgen.
SYDNEY: Was?
DEVLIN: Vom Ausschuss wurde ein Anhörungstermin anberaumt.
SYDNEY: Es ging mit nicht darum, dass mein Vater bestraft wird. Was ich erreichen wollte, war die Hinrichtung meiner Mutter zu verhindern.
(Sein Telefon klingelt)
DEVLIN: Augenblick bitte. Ja? Ich schicke sie sofort nach unten. Man erwartet Sie beim medizinischen Dienst.
(Sydney betritt einen Raum, indem mehrere Ärzte versammelt sind)
SYDNEY: Sie wollten mich sprechen?
DR. NICHOLAS: Agent Bristow, ich bin Dr. Nicholas.
SYDNEY: Was gibt’s denn?
DR. NICHOLAS: Vor etwa fünf Wochen haben Sie in einem Labor Ihrer Mutter in Taipei ein Gerät Rambaldi’s entdeckt. Wie lange waren Sie in der näheren Umgebung des Geräts?
SYDNEY: Ich … ich hab etwa eine Minute für die Sprengsätze gebraucht. Ich bin grade noch durch eine Tür entkommen. Aber Vaughn war unter Wasser. Ich weiß nicht, vielleicht noch ein oder zwei Minuten. Würde mir bitte jemand sagen, was eigentlich los ist?
DR. NICHOLAS: Wir glauben, dass das Gerät die Quelle des Virus ist, mit dem die Männer in Genf infiziert waren. Es wäre möglich, dass Sie und Agent Vaughn ihm ausgesetzt wurden. Es tut mir Leid, wir müssen Blutproben nehmen, und Sie zur Beobachtung hier behalten.
SYDNEY: Wenn Sloane mich vermisst, könnte das problematisch werden.
DR. NICHOLAS: Ihr Vater wurde bereits informiert. Er nimmt sich der Sache an.
(Sydney geht in den Isolationsraum. Vaughn sitzt auf einem Bett. Er steht auf, als sie reinkommt)
VAUGHN: Ich weiß.
(Sie geht zu ihm und beide setzen sich auf das Bett. Er legt seinen Arm um sie. Dann legt sie ihren Kopf an seine Schulter)
(Später, Sydney schläft in einem Bett, das parallel zu Vaughn’s steht. Er beobachtet ihren Schlaf. Sie wacht langsam auf. Er lächelt)
SYDNEY: Hi.
VAUGHN: Hey.
SYDNEY: Hast du denn schlafen können?
VAUGHN: Nicht viel. Du redest im Schlaf!
SYDNEY: Nein. Was hab ich gesagt?
VAUGHN: „Kein Puderzucker auf den Kuchen.“ Es schien sehr wichtig zu sein.
(Sie lachen)
SYDNEY: Kann mich nicht erinnern. (Pause) Glaubst du wir sind krank?
VAUGHN: Ich weiß es nicht.
SYDNEY: Vaughn, kann ich dir was sagen?
(Die Tür öffnet sich, und Dr. Nicholas betritt den Raum)
DR. NICHOLAS: Agent Bristow, Ihre Blutproben weisen keine Antikörper auf. Sie können gehen. Agent Vaughn, Ihre Testergebnisse sind nicht eindeutig. Wir haben eine erhöhte Menge Antikörper in Ihrem Blut festgestellt, aber womöglich werden Sie nur eine Erkältung haben. In ein paar Stunden wissen wir’s genau, Sie bleiben noch hier.
SYDNEY: Sie haben gesagt, dass Sark Patienten nur beim ersten Anzeichen der Infektion untersucht hat. Was war das für ein Anzeichen?
DR. NICHOLAS: Blutungen unter den Fingernägeln.
(Er geht)
VAUGHN: Ich schaff das schon. Die Anhörung deines Vaters ist in einer Stunde. Geh ruhig.
(Sie nickt und zieht ihre Stiefel an)
SYDNEY: Wir sehen uns nachher.
VAUGHN: Ja.
(Sie geht)
(Jack’s Anhörung. Er sitzt Senator Douglas und einigen anderen gegenüber)
SENATOR DOUGLAS: Agent Bristow. Diese Anhörung wurde einberufen, um eine geeignete Bestrafung für die Delikte zu ermitteln, deren Sie sich schuldig bekannt haben. Bevor wir mit der Untersuchung beginnen, möchten Sie etwas dazu sagen?
JACK: Nur, dass ich trotz meines Schuldbekenntnisses noch immer fest davon überzeugt bin, dass Irina Derevko eine Gefahr darstellt. Was sich sobald sich ihr die Gelegenheit bietet, zeigen wird.
SENATOR DOUGLAS: So rechtfertigen Sie die Lüge gegenüber Ihren Vorgesetzen? Die Gefährdung anderer Agenten?
JACK: Ja.
SENATOR DOUGLAS: Woher dann dieser Sinneswandel?
JACK: Senator, wenn Sie erlauben, ich habe meine Gründe.
SENATOR DOUGLAS: Verstehe. Beim Lesen Ihrer Akte, musste ich leider feststellen, dass Sie mehrmals ein Verhalten an den Tag gelegt haben, das man bestenfalls als stur bezeichnen kann. Sie haben damit eine nachsichtige Beurteilung verwirkt, Sir, und Ihr Schweigen genügt nicht. Ich frage Sie also noch einmal: Woher dieser Sinneswandel?
JACK: Meine Tochter hat mich davon überzeugt, dass ich falsch gehandelt habe.
SENATOR DOUGLAS: War es nicht eher so, dass Sie wussten, Ihre Tochter würde Sie melden. Und dass Sie ihr zuvor gekommen sind, nur um eine Stunde, in der Hoffnung, diesen Ausschuss dadurch etwas milder zu stimmen?
JACK: Nein, Sir. Das war nicht der Fall. Sydney Bristow, meine Tochter, ist zu der Überzeugung gekommen, dass ich in ihr die Verkörperung all meiner Fehler sehe. Aber als ich heute Nachmittag erfuhr, dass sie womöglich tödlich erkrankt ist, wurde mir klar, dass sie in dem Glauben sterben könnte. Aber nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.
(Schnitt zu Sydney, die die Anhörung an einem Monitor beobachtet)
JACK: Wenn ich sie ansehe, wenn ich sehe, wie dieses kleine Mädchen herangewachsen ist, zu einem der außergewöhnlichsten Menschen und einem der besten Agenten, mit dem ich je zusammenarbeiten durfte, dann sehe ich die Verkörperung all meiner Hoffnungen. Mich selbst zu stellen, schien mir die einzige Möglichkeit zu sein, ihr das deutlich zu machen. Ihr zu beweisen, dass ich sie trotz meiner begrenzten Fähigkeiten als Vater, dass ich sie mehr liebe, als ich je sagen könnte.
(Sydney sitzt an einem Tisch in einem Restaurant. Die Bedienung stellt ihr einen Drink hin)
SYDNEY: Das habe ich nicht bestellt.
BEDIENUNG: Es ist von dem Herrn drüben an der Bar.
(Sydney verdreht die Augen, und sieht sich um. Da steht Vaughn und deutet auf sein Telefon. Ihr Handy klingelt)
SYDNEY: Alles in Ordnung?
VAUGHN: Ja, sie erklären mich für gesund. Ich hab wohl nur eine Erkältung.
SYDNEY: Ich wollte nach der Anhörung nach dir sehen, aber sie waren noch nicht fertig.
VAUGHN: Ich weiß, sie haben es mir gesagt.
SYDNEY: Das ist doch verrückt, im gleichen Restaurant miteinander zu telefonieren.
VAUGHN: Hör zu, Syd. Eigentlich wollte ich dich über etwas informieren. Sie schicken deinen Vater ins Gefängnis.
SYDNEY: Das kann nicht sein.
VAUGHN: Es kommt noch schlimmer. Douglas hat entschieden, dass die Immunitätsvereinbarung deiner Mutter nie verbindlich war. Man wird das Todesurteil trotzdem vollstrecken. Die Hinrichtung findet morgen früh um acht statt.
(Ein Flugzeug landet in Washington DC. Senator Douglas sitzt darin und liest einige Papiere)
STUARDESS: Willkommen in Washington, Senator.
(Er sitzt in einer Limousine auf dem Highway. Er liest eine Akte)
SENATOR DOUGLAS: Hey, Sie haben die Ausfahrt verschlafen.
(Das Trennfenster zum Fahrer wird geschlossen)
SENATOR DOUGLAS: Hallo?
(Er versucht die Tür und das Fenster zu öffnen, aber alles ist verschlossen. Die Reifen quietschen, als das Auto abrupt im Nirgendwo zum Stehen kommt)
SENATOR DOUGLAS: Nein, nein, Sie machen einen großen Fehler.
(Sydney steigt ein, angezogen wie ein Fahrer)
SYDNEY: Verzeihen Sie bitte den Umweg, aber…
SENATOR DOUGLAS: Was fällt Ihnen ein?
SYDNEY: … ich möchte, dass Sie mir zwei Minuten lang zuhören.
SENATOR DOUGLAS: Mir ist egal, was Sie da vorbringen wollen.
SYDNEY: Ich möchte, dass Sie die Anklage gegen meinen Vater fallenlassen und die Vereinbarung mit meiner Mutter respektieren.
SENATOR DOUGLAS: Das ist doch wohl nicht Ihr Ernst?
SYDNEY: Mir ist klar, wie widersprüchlich das klingt, aber ich hab’s Ihnen…
SENATOR: DOUGLAS: Das ist wohl etwas übertrieben meiner Meinung nach.
SYDNEY: … aufgrund falscher Annahmen gemeldet, und mein Vater wollte mich nur beschützen, wie ich jetzt glaube.
SENATOR DOUGLAS: Seine Absichten sind irrelevant, seine Entscheidungen sind von Bedeutung. Es tut mir Leid, Agent Bristow, aber meine Kollegen und ich haben kein Verständnis für Jemanden, der seinen eigenen Staat belügt, besonders in diesen Zeiten. Und Ihre Mutter, nun, sie hätte es schon vor zwanzig Jahren verdient. So, in Anbetracht Ihrer schwierigen Lage, bin ich bereit Ihnen den kleinen Ausrutscher zu verzeihen. Und jetzt setzen Sie mich bitte zu Hause ab.
(Sydney sieht auf. Es donnert)
(Im Regen holen vier Männer einen Sark aus der Erde. Sloane steht dabei, unter einem Regenschirm. Sie stellen den Sark auf den Boden und betrachten ihn)
SLOANE: Warten Sie im Wagen.
(Er schickt sie fort. Die Männer lassen Sloane allein. Er schließt den Schirm und wischt den Grund vom Sark. Er kniet sich auf die Erde und öffnet den Deckel. Sloane steht im Regen. Der Sark ist leer. Er sieht nach oben, und der Regen fällt auf ihn nieder)
(Sydney geht in die Operationszentrale. Jack steht da)
JACK: Wie hast du Douglas von seinem Entschluss abgebracht?
SYDNEY: Ich habe ihm gesagt, es gäbe ein Geheimnis, von dem nur wir beide wissen. Ein Geheimnis, das Sloane dir anvertraut habe, und das eine solche Gefahr für die nationale Sicherheit darstellt, dass nicht einmal die CIA davon erfahren darf.
JACK: Was für ein Geheimnis?
(Rückblick in die Limo)
SYDNEY: Einer Ihrer Kollegen, ein US-Senator, arbeitet für die Allianz. Wir haben Beweise für Überweisungen in Höhe von 6,3 Millionen Dollar.
SENATOR DOUGLAS: Und an wen?
SYDNEY: Das versuchen wir ja herauszufinden, aber ohne die Hilfe meiner Eltern, bin ich gezwungen, die Untersuchungen dem FBI zu übergeben.
(Zurück zu Sydney und Jack)
JACK: Es gibt keinen von der Allianz gekauften Senator. Du hast gelogen.
SYDNEY: Ich bin darauf nicht stolz.
JACK: Ich bin zwar nicht damit einverstandne, dass du den Kontakt zu deiner Mutter suchst, aber ab jetzt werde ich respektieren, dass du diese Entscheidung treffen musst. Deine Mutter wird gerade hereingebracht, du möchtest sie sicher sehen.
(Es donnert und der Regen prasselt auf einige Agenten die aus dem Hinteren Teil eines Wagens springen und Irina in ein Gebäude begleiten. Sydney beobachtet sie aus dem Inneren des Gebäudes)
(Irina liegt in ihrer Zelle und schläft. Sydney beobachtet sie)
(Am nächsten Morgen in Vaughn’s Badezimmer. Er steht vor einem Spiegel und rasiert sich. Er sieht nach unten. Da ist Blut rund um seine Fingernägel)



