II.05 - Projekt Weihnachten

(Syd geht zur leeren Zelle ihrer Mutter und betritt sie. Sie sieht sich um.)
(Rückblende: Eine Wache steht außerhalb eines Besprechungsraumes. Innen sitzt der Ausschuss der Geheimdienste, Sondersitzung. Syd sitzt an einem Tisch und spricht in ein Mikrofon mit einer Gruppe von Senatoren, die ihr gegenüber am anderen Ende des Raumes sitzen.)

SYDNEY: Vor fünf Wochen hat sich Irina Derevko der CIA gestellt. Sie erklärte, dass sie kooperieren wolle, als Wiedergutmachung für den Schaden, den sie den Vereinigten Staaten zugefügt hat. In den darauf folgenden Wochen hat Irina Derevko die CIA mit wichtigen Informationen beliefert. Bei mehreren Gelegenheiten hat sie...
SENATOR DOUGLAS: Entschuldigen Sie die Unterbrechung, Agent Bristow. Reden wir über letzte Woche, den Zwischenfall auf Madagaskar.
SYDNEY: Bevor Derevko sich der CIA gestellt hat, hat sie das Handbuch ihrer Organisation versteckt, um ein Druckmittel zu besitzen. Letzte Woche hat die CIA erfahren, wo es versteckt war. Als ich Derevko erzählte, dass ich das Handbuch holen würde, hat sie mir versichert es sei ungefährlich das Haus zu betreten, was sich als Falle herausstellte. Derevko hatte es mit Sprengsätzen präparieren lassen. Als wir das Haus betreten wollten, hat ein Agent was auf dem Satellitenbild entdeckt.
SENATOR DOUGLAS: Dieser Agent war Ihr Vater?
SYDNEY: Ja. Er hat mir das Leben gerettet.
(Schnitt zurück in die Zelle, wo sich Syd immer noch umsieht. Sie findet einen der Ohrringe Ihrer Mutter auf der Fensterbank. Sie betrachtet ihn, während Jack die Zelle betritt.)
SYDNEY: Einmal wollte ich in dieser Zelle stehen. Nur einmal. Du hast so oft versucht mich vor ihr zu warnen. Warum habe ich nicht auf dich gehört?
JACK: Gewisse Erfahrungen muss man wohl erst selbst machen. Ich kann mir vorstellen, dass Eltern ihre Kinder solang wie möglich davor bewahren wollen.
SYDNEY: Ich hab dir nicht dafür gedankt, dass du mir das Leben gerettet hast.
JACK: Wir müssen zur Einsatzbesprechung bei SD-6.
(Sydney lächelt und nickt. Sie verlässt die Zelle und Jack folgt ihr. Sie gehen Seite an Seite den Flur runter, und Sydney hängt sich bei Jack ein, er sieht sie an.)

(Wien: Ein Auto kommt an einer roten Ampel zum stehen. Hinter ihm reihen sich eine Menge Autos auf. Die Ampel wird grün, aber die Autos vor ihm fahren nicht. Der Mann hupt ungeduldig. Jemand steigt aus einem Auto hinter ihm aus. Er trägt eine Maske und ein Gewehr. Er zieht das Gewehr und zielt auf den ungeduldigen Mann im Auto. Der Mann mit der Maske und ein weiterer Maskierter beginnen zu schießen. Die Hupe des ungeduldigen Mannes heult nun permanent auf, weil er über seinem Lenkrad zusammengebrochen ist, erschossen. Die Männer mit den Gewehren gehen zu ihrem Auto zurück. Sie fahren davon. Als sie an dem Auto des Toten vorbeifahren, werfen sie eine Handgranate hinein. Das Auto explodiert.)
(SD-6 Einsatzbesprechung mit Dixon, Sydney, Jack, Sloane and Marshall.)
SLOANE: Neil Hayder, die sogenannte Österreich-Verbindung wurde gestern Vormittag in Wien ermordet. Die Rücksichtslosigkeit gegenüber der Zivilbevölkerung weist auf ein Werk der Triade hin.
DIXON: Hayder gehörte doch zur Triade, die töten ihren eigenen Mann?
SLOANE: Ja, wir glauben schon.
(Schnitt zu Vaughn und Sydney in die Lagerhalle)
VAUGHN: Die Triade? Die hast du bisher nie erwähnt.
SYDNEY: Ein loser Haufen organisierter Verbrecher. Sie haben vor allem mit Drogen und Prostitution zutun. Aber in den letzten 2 Jahren gings mehr um Waffenhandel.
VAUGHN: OK. Warum haben sie Hayder getötet?
SYDNEY: Weil er Informationen an SD-6 verkauft hat.
(Wieder bei der SD-6 Sitzung)
SLOANE: In seiner letzten Mitteilung an unsere Quelle in Wien, hat uns Hayder informiert, dass die Triade an einem Plan zur Entwicklung und zum Einsatz von 16 Waffen der „nächsten Generation“ beteiligt ist.
DIXON: Irgendein Hinweis worauf sich „nächste Generation“ bezieht?
SLOANE: Nein, und genau das macht uns auch Sorgen. Laut Hayders Mitteilungen geht es mit den Waffenversuchen schneller als geplant, das bedeutet, dass sie bald zum Einsatz kommen könnten.
SYDNEY: Wissen wir wo diese Waffen jetzt sind?
JACK: In Budapest. Während des kalten Krieges haben die Russen dort einen riesigen Schutzbunker gebaut. Die Triade benutzt diesen unterirdischen Schutzraum als Versuchsanlage.
(Niemand sagt etwas. Sloane ist mit seinen Gedanken ganz woanders. Jack sieht ihn an. Sloane wird wieder aufmerksam aber Sydney und Jack wechseln einen „Hast du das gesehen? Was war das“? Blick.)
SLOANE: Ihr Auftrag lautet in die Anlage einzudringen, festzustellen um was für Waffen es geht, und die technischen Daten an unseren Zentralserver zu übermitteln. Dann suchen Sie die Labors auf und fotografieren die Waffen.
(Zurück zur Lagerhalle)
VAUGHN: Damit SD-6 die Waffen ebenfalls bauen kann.
SYDNEY: Was wir nicht zulassen werden.
VAUGHN: OK, ich bespreche dann mit deinem Vater den Gegenauftrag.
SYDNEY: Mit meinem Vater?
VAUGHN: Hat er es dir nicht gesagt? Aufgrund des richtigen Instinktes deines Vaters bei dem Zwischenfall auf Madagaskar, hat ihm Devlin die Operationsleitung übertragen.
SYDNEY: Oh!
VAUGHN: Als wir beide auf das Haus zugegangen sind, hat man uns in der Operationszentrale über Satellitenradar beobachtet. Und im letzten Moment ließ dein Vater auf Infrarot umschalten, so dass er die Sprengsätze sehen konnte. Normalerweise haben wir keine Beobachtungssatelliten über Madagaskar. Dein Vater hat einen umprogrammieren lassen. Der Nächstgelegene befand sich über dem Indischen Ozean, doch dein Vater hat darauf bestanden, den umzuprogrammieren, der über dem Südatlantik steht. Und der ist derjenige von den Beiden, der infrarot-fähig ist.
SYDNEY: Er wollte auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.
VAUGHN: Vermutlich. Es wäre aber auch denkbar, dass er schon vorher von den Sprengsätzen im Haus gewusst hat.
SYDNEY: Ich wüsste nicht wie. Er hat zwar meiner Mutter immer misstraut, aber er... Du glaubst mein Vater hat die Sprengsätze legen lassen? Und es dann meiner Mutter angehängt? Wir wären fast draufgegangen.
VAUGHN: Ich weiß.
SYDNEY: Wenn unsere Funkgeräte gestört gewesen wären...
VAUGHN: Du musst zugeben, es wäre nicht das erste Mal gewesen.
SYDNEY: Was soll das heißen?
VAUGHN: Russek!
SYDNEY: Russek?
VAUGHN: Dein Vater hat im etwas angehängt, dass du...
SYDNEY: Ich war eine Gefangene, Sloane wollte mich foltern und töten lassen.
VAUGHN: Ich weiß nicht, warum du diese Möglichkeit einfach abtust.
SYDNEY: Es ist mir klar, dass deine Autorität durch meinen Vater beschnitten wurde, und dass du dir jetzt vielleicht unwichtig vorkommst, aber er hat uns das Leben gerettet, vergiss das nicht.
Ich warte auf den Gegenauftrag. (Sie geht.)

(Francie’s namenloses Restaurant. Musik ist am Spielen als Sydney hineingeht. Sie schaut herum, überall redende und lachende Menschen, sie entdeckt Francie und Will.)
SYDNEY: Hey!
WILL: Hey!
FRANCIE: Hey, du siehst fantastisch aus.
SYDNEY: Du auch. Ich ... ich bin unheimlich stolz auf dich.
FRANCIE: Danke.
SYDNEY: Wo hast du die ganzen Leute aufgetrieben, was sind das für...
FRANCIE: Unglaublich was. Ich lad etwa 100 Leute ein, damit vielleicht 70 davon wirklich kommen...
WILL: Du hast dir Sorgen gemacht.
FRANCIE: Er erzählt es seiner ganzen Therapiegruppe...
WILL: Alles liebe Menschen.
FRANCIE: Ganz bestimmt sind es nette Menschen, aber wir machen 90% des Umsatzes an der Bar und die trinken nichts.
(Sie lachen. Später, Jack kommt herein. Sydney tanzt mit Will. Sie wird von ihm herumgedreht, mit einem riesigen Lachen auf dem Gesicht. Jack steht in der Nähe der Tür, schaut unbehaglich. Sydney lacht, und gibt Will eine kleine Umarmung. Sie sieht ihren Vater. Francie sieht Jack ebenfalls und winkt ihm, er winkt zurück. Er geht nach draußen. Sydney folgt ihm. )
Jack: Dein Flug nach Budapest geht in einer Stunde. Dixon ist bereits am Flugplatz. Sobald du in der Versuchsanlage der Triade bist, loggst du dich in deren Computer ein. Sloane erwartet, dass du die Firewall deaktivierst, damit SD-6 alle technischen Daten herunter laden kann, die die Waffen der „nächsten Generation“ betreffen. Sobald du im Computer drin bist, kontaktierst du die CIA und gibst uns die IP-Adresse, wir laden die Daten dann sofort herunter.
Hier, präg dir diese Nummer ein. Das ist die IP-Adresse, die du Dixon gibst. Er wird glauben, Zugriff auf deren Computer zu haben, ist aber auf einem CIA-Server. Wir haben falsche Daten bereit gestellt, die er runterladen kann.
Sydney, Washington hat einen Beschluss gefasst bezüglich deiner Mutter. Durch ihr Verhalten hat sie Ihre Vereinbarung mit der CIA selbst für nichtig erklärt. Der Staat will gegen sie Anklage erheben. Sie wollen die Todesstrafe fordern.

(Bei der CIA, Vaughn läuft durch die Halle und wird von einem Agenten gestoppt.)
GRAIG: Hey Alter.
VAUGHN: Hey Graig, was machst du in L.A.?
GRAIG: Die Zollbehörde auf Madagaskar hat gerade einen US-Bürger mit Sprengstoff erwischt. Sie haben ihn nach L.A. gebracht, und ich begleite ihn nach New York. Was ist jetzt eigentlich mit Weiss? Wie geht’s ihm?
VAUGHN: Es war... es war knapp, aber es heißt er wird wieder. Das Pflegepersonal wird froh sein wenn sie ihn endlich los sind.
GRAIG: Warte nur bis er wiederkommt, er wird unausstehlich sein.
VAUGHN: Weißt du, ich muss jetzt...
GRAIG: Jaja, geh schon. Ich komm nächsten Monat wider, dann spielen wir mal ne Runde.
VAUGHN: Meinst du, du kommst gegen mich an!?!
GRAIG: Das ist gut, das ist gut!
(Ihre Wege trennen sich. Vaughn ist was eingefallen und er fängt Graig wieder ab.)
VAUGHN: Graig, der Typ mit dem Sprengstoff. War das Semtex?
GRAIG: Ja.
VAUGHN: So’n altes russisches Zeug?
GRAIG: Ja, stimmt. Woher weißt du das?
VAUGHN: Er ist noch hier in L.A.?
GRAIG: Noch 2 Stunden lang.
VAUGHN: Ich muss sofort zu ihm.
(Graig führt Vaughn in eine Garage. Dort stehen einige Wachen.)
GRAIG: Er gehört zu mir.
(Vaughn öffnet seine Brieftasche und zeigt seinen Ausweis. Die hintere Tür eines großen Van’s wird geöffnet und Vaughn klettert hinein. Er sitzt gegenüber des Gefangenen. Jack’s Kontaktmann.)
VAUGHN: Manolo De Souza, ich bin Agent Vaughn. Hat Ihnen jemand was zu trinken angeboten? Ich kann Ihnen ein Mineralwasser holen lassen.
(De Souza antwortet nicht.)
Es sind keine guten Zeiten für Terroristen, Manolo. Tja, vor ein paar Jahren hätten Sie noch Bürgerrechte besessen. Jetzt werfen wir Sie einfach in eine Zelle, ohne Anwalt, ohne Prozess. Also, für wen haben Sie gearbeitet?
(De Souza antwortet nicht.)
Schon klar. Dann werden wir eben die Fotos als Beweismittel vorlegen. Die Satellitenbilder von vor 4 Tagen, die zeigen wie sie nahe Sambava in einem Haus Sprengsätze auslegen. Diese Fotos sind alles was wir brauchen, um sie für den Rest Ihres Lebens hinter Gitter zu bringen.
Ich werde Sie also nocheinmal fragen: Wollen Sie ein Mineralwasser?
(De Souza antwortet nicht. Vaughn will den Van verlassen. Er steht auf, aber de Souza greift nach seinem Arm.)
DE SOUZA: Für Sie habe ich gearbeitet, Sie Mistkerl. Für die CIA.
(Vaughn setzt sich wieder.)
VAUGHN: Über welche Abteilung?
DE SOUZA: Mein Kontaktmann war Jack Bristow. Sagen Sie diesem Schweinehund, dass er nicht mit meinem Stillschweigen rechnen kann.

(Budapest: Sydney und Dixon sitzen in ihrem Überwachungswagen. Sydney trägt eine blonde Perücke und eine Brille)
SYDNEY: Test 1, 2, 3
DIXON: Gut. Sobald du die Firewall deaktiviert hast, lade ich die Datenbank runter. Währendessen dringst du in den Vorführraum ein und fotografierst die Waffen. Die Posten werden um 12 Uhr abgelöst, damit hast du 10 Minuten für den Weg.
SYDNEY: Wie sehe ich aus?
DIXON: Lip Gloss.
(Er holt einen Stift heraus)
(Rückblende zu Marshall in den SD-6 Konferenzraum, der den gleichen Stift in der Hand hält)
MARSHALL: Wir haben hier einen ganz gewöhnlichen Stift mit Lip Gloss. Sagen wir, sie sind am Strand und ihre Lippen fühlen sich ein bisschen wund an, oder sie sind mit jemand anders dort, der Abend ist fortgeschritten, sie knutschen ein bisschen rum, sie brauchen geschmeidige Lippen, also...
(Er trägt ein bisschen auf). Pistazie. Mein Lieblingsgeschmack. Und wenn man es umdreht, dann ist es eine Miniaturkamera mit Luftdruckauswerfer. Sehen Sie das, und bitte lächeln, sie sind im Fernsehen.
(Alles was die Kamera aufnimmt, sehen Sydney und Dixon auf dem Bildschirm. Sie lachen ein wenig. Marshall dreht die Kamera herum, sodass er selbst auf dem Bildschirm zu sehen ist, extrem nah. Er sieht in die Kamera, dann auf den Bildschirm, vor und zurück.)
MARSHALL: Also, das sind jetzt drei Kameras im Röhrchen. Ich wollte vier machen, aber dann wäre für den Lip Gloss selbst kein Platz mehr gewesen. Wissen Sie, ich mach Ihnen einen Frischen.
(Budapest: Sydney nimmt den Stift von Dixon mit einem Lachen. Sie verlässt den Van und betritt das Gebäude. Schnitt in das Gebäude, wo Sydney die Halle mit einem Angestellten hinunter geht.)
ANGESTELLTER: Sie arbeiten also an einem Stammbaum.
SYDNEY: Das wird ein Geschenk für meine Großeltern. Sie stammen beide aus Budapest, aber durch den Krieg haben sie alles verloren. (Sie nimmt den Lip Gloss heraus.)
ANGESTELLTER: Die Dokumente ihrer Eheschließung werden Sie bei uns bestimmt finden. Und eigentlich müssten wir auch ihre Geburtsurkunden haben. Unsere Aufzeichnungen sind sehr umfassend, sie reichen zurück bis 1895, davor sind sie leider nicht mehr vollständig.

(Sie gehen um eine Kurve und Sydney zielt mit dem Stift zu der Decke und schießt. Eine der Kameras ist in die Deckenplatten eingebettet. Sie gehen weiter. Aus Dixons Perspektive, aus Sicht der Kamera in der Decke, kann er nun den Sicherheitscode sehen.)
DIXON: Gut gemacht, Sydney.
(Der Angestellte führt Sydney in das Archiv.)
ANGESTELLTER: Geburtsurkunden sind hier. Da drüben sind Heirats- sowie Todesurkunden. Diese Anordnung hat natürlich nichts zu sagen. (kichern) Bitte.
(Dixon beobachtet mit Hilfe der Kamera, die Sydney in die Decke geschossen hat, einen weiteren Angestellten, der einen Code eingibt, um einen anderen Raum zu betreten.)
DIXON: 8-2-4...
(Zurück ins Archiv)
ANGESTELLTER: Ein Problem gibt es, alle Dokumente sind auf Ungarisch. Woher wollen Sie denn wissen, was drinsteht?
(Sydney lächelt und spricht Ungarisch mit ihm. Er ist beeindruckt, und deswegen sehr nett zu ihr.)
ANGESTELLTER: Ahh, sehr gut.
SYDNEY: Meine Großmutter hat’s mir beigebracht.
ANGESTELLTER: Ahh ja.
(Er lacht und verlässt das Archiv.)
DIXON: OK Syd, die Luft ist rein.
(Sie geht die Halle hinunter zu einer Sicherheitscotetastatur)
DIXON: Die Kombination lauter 8-2-4-0-2.
(Sydney gibt die Nummer ein, und die Tür ist offen. Sie geht hinein, um eine Ecke, versucht eine Tür zu öffnen, aber sie ist geschlossen. Sie nimmt einen Dietrich aus ihrer Jacke. Sie betritt den Raum mit dem Computernetzwerk.)
SYDNEY: Dixon, bleib auf Empfang, ich halte Funkstille.
DIXON: In Ordnung, Syd. Ich warte.
(Sydney schaltet ihr Mikrofon ein)
SYDNEY: Bergsteiger in Position. Basislager kommen.
(In L.A., Jack und Vaughn hören mit ihren Headsets)
JACK: Hab verstanden, Bergsteiger
(Sydney nimmt eine kleine Tastertur hervor, und steckt sie an deren Computer.)
SYDNEY: Für IP-Adresse bereithalten, Basislager. (schreibt) Basislager, IP-Adresse lautet 199.181.134.104. Ich habe Port Nr. 47 geöffnet.
(In L.A. lädt Jack die Informationen herunter.)
JACK: Gut gemacht, Bergsteiger. Du kannst Dixon jetzt die falsche IP-Adresse geben. Wir sehen uns.
(Vaughn sieht ihn böse an.)
SYDNEY: Verstanden. (Sydney schaltet zu Dixon) Dixon ich hab die Firewall deaktiviert. Die IP-Adresse lautet 259.10.3.179.
DIXON: Gut gemacht. Syd, jetzt mach noch ein paar Fotos von den Waffen und dann verschwinden wir. Der Vorführraum ist um die Ecke auf der linken Flurseite. Eine Tür mit dem Schild (spricht Ungarisch)
SYDNEY: Hab verstanden.
DIXON: Die Luft ist rein.
(Sydney sieht sich um, und versteckt sich hinter einer Tennwand im Korridor. Sie schießt noch einmal in die Decke, so dass Dixon sie beobachten kann)
DIXON: OK, los.
(Sie rennt, versucht eine Tür zu öffnen, aber sie ist geschlossen. Sie versucht sie zu knacken)
DIXON: Sydney, du kriegst Gesellschaft.
(Sydney versteckt sich hinter einer Wand, während jemand kommt und die Tür, die sie öffnen wollte, öffnet. Die geöffnete Tür versteckt sie, vor den Blicken der Wachen. Als die weiter gegangen sind, betritt Sydney den Raum. Sie sieht sich um und nimmt ihre Kamera heraus. Sie hört ein Pfeifen das von unten kommt und durch ein Fenster kann Sydney einen Klassenraum erkennen, indem viele kleine Kinder, vielleicht 6 Jahre alt, mit geschlossenen Augen eine Pistole zusammensetzen)
SLOANES STIMME: 16 Waffen der Nächsten Generation.
(Sydney beginnt Fotos von den Kindern zu machen. Sie macht Fotos von dem grauhaarigen Lehrer, wie er durch die Reihen wandernd und die Kinder beobachtet. Plötzlich pfeift er, die Zeit ist um. Die Kinder zielen mit den Waffen auf die Decke und betätigen den Abzug)

(Bei der CIA: Dr. Kerr, Vaughn und Sydney gehen nebeneinander her)
KERR: Wir konnten nicht ahnen, dass mit 16 Waffen der „Nächsten Generation“ Kinder gemeint sind.
SYDNEY: Sie werden zu Sleeper-Agenten ausgebildet?
KERR: So wie es aussieht, ja. Gute Spione müssen gewisse Fähigkeiten besitzen: Umgang mit Zahlen, Dreidimensionales Denken, kreatives Problemlösen. Diese Fähigkeiten sind bereits bei 5-jährigen zu erkennen. Dieses Filmmaterial haben wir vom Computer der Triade heruntergeladen.
(Filmszenen der Kinder in dem Klassenraum, Waffen einsammelnd)
VAUGHN: In vielen europäischen Staaten werden Erstklässler einem Test unterzogen. Vor einigen Jahren hat es die Triade übernommen, diesen Test durchzuführen, wobei sie Fragen hinzugefügt hat, die diese Fähigkeiten überprüfen. Dieses Jahr hat man 28 Kinder ausgewählt. Ihren Eltern hat man Einladungen zu einem einmonatigen Leistungsprogramm geschickt. 16 haben zugesagt.
KERR: 6-jährige nehmen Wissen in einem unglaublichen Tempo auf. Die Grundkenntnisse der Fremdsprachen, des Schießens, das Erkennen von visuellen und verbalen Reizen. Das alles kann in wenigen Wochen vermittelt werden.
(Der grauhaarige Lehrer ist zu sehen, wie er die Kinder kontrolliert)
SYDNEY: Wer ist das?
VAUGHN: Das versuchen wir noch rauszufinden.
SYDNEY: Und wenn der Monat um ist? Wie geht es für die Kinder weiter?
VAUGHN: Die Trainerin schickt sie nach Hause. Wenn sie erwachsen sind, wird man mit ihnen in Verbindung treten und sie als Agenten rekrutieren.
KERR: Es gab das Gerücht, dass der KGB Mitte der 80‘er ein ähnliches Projekt entwickelt haben soll. Aber wir haben es nie nachgewiesen.
SYDNEY: Wird die Erinnerung der Kinder gelöscht, bevor man sie nach Hause schickt?
KERR: Ja genau. Sie werden sich lediglich daran erinnern, dass es für sie sehr befriedigend war.
(Das Bild zoomt zu einem Kind mit einem Puzzle)

(In Sloane’s Büro sitzt Jack gegenüber dem Schreibtisch. Sloane nimmt einen Drink. Er nimmt Kopien aus einer Akte und reicht sie Jack)
SLOANE: Jemand hat den Namen meiner Frau im Gästebuch ihres Lieblingshotels gefälscht. Wochen nach ihrem Tod. Ich fürchte, dass das so etwas wie eine Botschaft sein soll.
JACK: Sie haben Feinde, Arwin. Und einer von ihnen benutzt ihre Trauer als Druckmittel.
(Er gibt die Papiere zu Sloane zurück)
SLOANE: Nicht meine Trauer, mein Schuldbewußtsein. Nicht der Krebs hat Emily getötert, Jack. Emily’s Ärztin sagte zu uns, der Krebs sei zurückgegangen. Am gleichen Tag eröffnete mir die Allianz, dass man meine Aufnahme erwäge, dass es jedoch noch ein Problem gäbe. Irgendwie hatte Emily erfahren, dass ... Nun, sie wußte von meiner Verbindung mit SD-6. Die ganze Wahrheit kannte sie nicht. Sie glaubte der Lüge, dass wir eine Abteilung der CIA seien. Der Beschluss der Allianz lautete trotzdem, meine Aufnahme von Emily’s Tod abhängig zu machen. Die Entscheidung fiel mir leicht. Ich würde meine Frau niemals opfern. Emily war doch kein Verhandlungsobjekt. Dann redete ich mit ihrer Ärztin. Sie machte mir deutlich, dass die Besserung nur vorübergehend wäre, und das Lymphon zurückkehren würde. Früher oder Später würde sie langsam und unter Schmerzen daran sterben. Sie hatte schon soviel gelitten Jack. Der Gedanke, dass sie entweder dieser erbarmungslosen Krankheit erliegen oder von der Allianz beseitigt werden würde. Ich habe Natriummorphat in einem Glas Rotwein aufgelöst. Durch den Wein ist sie eingeschlafen. Das Natriummorphat hat zum Herzversagen geführt. Sie hat nichts gemerkt.
JACK: Ich werde denjenigen finden. (Er geht)
SLOANE: Jack
(Er bleibt stehen und dreht sich um)
SLOANE: Sehen Sie sich an, wer sonst noch als neues Mitglied in Frage kam. Man hat mir einen Platz am Tisch gegeben, das heißt jemand anderes hat ihn nicht bekommen.

(In einem Park, an einem sonnigen Nachmittag. Sydney und Will sitzen auf einer Parkbank und picknicken)
WILL: Ich hab einen neuen Freund in meiner Arbeitsgruppe. Tommy Marihuana. Wir nennen ihn so, weil es zwei gibt, Tommy Marihuana und Tommy Crystal Meth. Tommy Marihuana glaubt, dass wir immer der Mensch bleiben, der wir in der 6. Klasse waren.
SYDNEY: In der 6. hatte ich eine hässliche Phase.
WILL: Ach, komm schon, du und hässlich.
SYDNEY: Ja. Ich hatte vorstehende Zähne und kleine Augen. Und ich war immer größer als die Anderen, deswegen habe ich einen krummen Rücken gemacht.
WILL: Das hätte ich gern gesehen. Ich weiß nicht, ich war in der 6. ziemlich unauffällig. Weißt du, da gab’s den schlauen Typ, und den sportlichen und den witzigen, na und ich war bloß Will.
(Beide lachen und sehen nach unten)
SYDNEY: Man will gegen meine Mutter Anklage erheben. Sie wollen die Todesstrafe fordern. Ich kann damit nur fertig werden, indem ich mir sage, dass diese Frau eigentlich nie meine Mutter gewesen ist. Die Ironie daran ist, seit sie wieder aufgetaucht ist, stehen sich mein Vater und ich näher als je zuvor.
(Will lächelt. Sydney’s Pieper geht)
SYDNEY: Es ist Vaughn. Ich muss gehen.
(Will reibt ihre Schulter und sie packen ihr Essen ein)

(CIA. Vaughn geht an einem Agenten vorbei, der an seinem Computer sitzt)
AGENT: Hey Vaughn. Der Typ mit dem Semtex, de Souza, sollen wir der Sache nachgehen?
VAUGHN: Wie bitte?
AGENT: Ich wollte nur wissen, ist das unsere Sache, oder haben Sie persönliche Nachforschungen...
VAUGHN: Ich weiß nicht wovon Sie sprechen.
(Der Agent greift nach einem Papier und zeigt es Vaughn)
AGENT: Im täglichen Lagebericht steht, dass er hier gestern auf seine Verlegung gewartet hat. Sie werden als Besucher aufgeführt.
(Vaughn sieht in dem Moment nach oben, als Jack den Report erhält)
AGENT: Vaughn?
(Jack sieht Vaughn an. Er weiß, dass er es weiß und beide wissen dass Sydney es nicht weiß. Sydney kommt herein.)
VAUGHN: Nein, ist nicht unsere Sache.
(Sie geht auf Vaughn zu, aber Jack hält sie auf)
JACK: Hallo Sydney.
SYDNEY: Dad, hallo.
JACK: Hat Agent Vaughn dich kontaktiert?
SYDNEY: Ja. Haben wir den Mann in Budapest identifiziert, der bei den Kindern war?
VAUGHN: Ja. Valerie Kholokov.
SYDNEY: Es ist Kholokov?
VAUGHN: Du hast von ihm gehört?
SYDNEY: Ja, er war Leiter für psychologische Operationen beim KGB. Gedankenkontrolle, psychoaktive Drogen. Ich dachte er ist tot.
VAUGHN: Das dachten wir auch, aber nach der Auflösung des KGB ist er offenbar zur Triade gegangen. Er wurde am Flughafen von Buenos Aires durch einen Gesichtserkennungsscanner identifiziert.
SYDNEY: Was sucht er in Buenos Aires?
JACK: Er hat dort ein Haus. Das Projekt in Budapest ist abgeschlossen. Ein Team stürmt in diesem Augenblick das Gebäude.
VAUGHN: Die Kinder sind alle wieder zu Hause und wir lassen jedes Einzelne von einer Einheit überwachen. Sobald die Triade Kontakt aufnimmt schalten wir uns ein.
SYDNEY: Dann schnappen wir uns Kholokov, finden raus wievielen Kindern er das angetan hat, wer sie sind, wo sie sind...
VAUGHN: Da bereitet sich schon ein Team vor.
SYDNEY: Gut, ich möchte mitgehen.
JACK: Nein, es wäre ein unnötiges Risiko, dich nach Buenos Aires zu schicken. Kholokov hat eine private Sicherheitstruppe, externe und interne Alamsysteme.
SYDNEY: Dad. Damals als ich mich von SD-6 anwerben lies, wollte ich es. Als ich die Wahrheit erfuhr... weißt du, diese Kinder... ich weiß wie es ist, wenn man ausgenutzt wurde. Ich will mit nach Buenos Aires.
VAUGHN: Das Team fliegt in 12 Stunden.
SYDNEY: OK. Sonst noch was?
(Vaughn sieht Jack verachtend an)
JACK: Das ist alles.
SYDNEY: Ich muss noch packen.
(Sie geht)
VAUGHN: De Souza hat geredet. Sie haben ihn angeheuert um die Sprengsätze in dem Haus zu legen.
JACK: Irina Derevko ist darauf aus, unser aller Leben zu zerstören.
VAUGHN: Ich bin auch kein großer Fan von ihr. Nur was Sie getan haben ist trotzdem nicht richtig.
JACK: Sie leisten gute Arbeit, Agent Vaughn, aber einen großen Fehler haben Sie, und das sollten Sie wissen. Es ist Ihr naives Verständnis von Moral. Das Böse muss eliminiert werden, mit allen Mitteln, die erforderlich sind.
VAUGHN: Sydney wäre da sicher anderer Meinung.
JACK: Sydney wird nie erfahren was ich gemacht habe.
VAUGHN: Sie haben sie hintergangen, das mache ich nicht. Es wäre besser wenn sie’s von Ihnen erfährt, aber wenn Sie es ihr nicht sagen, das versichere ich Ihnen, dann mach ich’s.
(Vaughn geht)

(Opernmusik im Hintergrund, während Sloane duscht. Er kommt aus der Dusche und bindet sich ein Handtuch um die Hüften, während er vor dem Spiegel steht. Er sieht etwas. Er dreht sich herum und sieht ein Glas Rotwein auf dem Regal hinter ihm stehen. Er öffnet die Badezimmertür und vier oder fünf Bildschirme an der Wand bleiben bewegungslos. Er greift nach dem Telefon)
STIMME: Ja Sir?
SLOANE: Warum ist mein Sicherheitssystem deaktiviert?
STIMME: Es wurde von Ihrem Haus aus deaktiviert, Sir, vor 10 Minuten. Ich schalte das System wieder online, Sir. Sir? Ist alles in Ordnung?
(Sloane sieht auf alle Überwachungsbildschirme und sieht nur sich selbst)

(Buenos Aires. Auf Kholokov’s Anwesen verbreiten sich Sydney und zahlreiche andere Agenten in den Bäumen. Sydney schießt auf einen der Wachen und er fällt zu Boden)
SYDNEY: Bin auf dem Weg ins Haus. Der Posten ist betäubt.
AGENT: Verstanden, Bergsteiger.
(Sydney nimmt ihr Infrarot-Sichtgerät raus, um zu sehen ob es noch mehr Wachen gibt. Sie geht um einen Strauch herum, näher auf das Gebäude zu. Sie nimmt eine zusammengefaltete Plattform aus Ihrem Rucksack und drück einen Knopf auf ihr. Sie stellt sich auf die Plattform und diese schießt sie auf das Dach des Gebäudes. Sie schießt auf noch einen Wachmann. Sie sieht sich um und lehnt sich über die Brüstung um Kholokov in seinem Pool schwimmen zu sehen. Er geht raus aus dem Pool und hinein ins Haus)
SYDNEY: 4 Wachen im Innenhof, soweit ich sehe. Kholokov geht auf’s Haus zu. Alles in Position. Bin unterwegs zum Verteilerkasten.
(Sydney erreicht den Kasten)
SYDNEY: Übernehmen Sie die Wachen, ich erledige Kholokov. Auf mein Zeichen, und zwar in 3...2...1, los!
(Sie schaltet den Strom ab. Die Agenten und die Wachmänner beginnen zu schießen, während Sydney in Kholokovs Haus geht. Es ist dunkel, so dass sie kaum was sieht. Sie hört jemanden hinter sich rennen und dreht sich um. Kholokov. Sie versucht ihn aufzuhalten, aber er tritt nach ihr. Beide stehen auf, aber Kholokov hat einen Elektroshocker in der Hand. Er trifft sie einmal damit und droht ihr auf Russisch. Er greift sie erneut an, doch Sydney duckt sich und wirft ihn in den Pool. Sydney keucht, als die Agenten hereinkommen)
AGENT: Alles in Ordnung?
SYDNEY: Ja. Das ist er. Das ist Kholokov.
AGENT: Gut gemacht.
(Sie eskortieren ihn raus. Sydney entdeckt ein Puzzle auf dem nahestehenden Tisch. Sie sieht auf die zerlegten Teile. In Sekundenschnelle hat sie das Puzzle zusammengesteckt)
(In L.A: Sydney ist im Büro von Dr. Kerr)
KERR: Sie wollen, dass ich sie hypnotisiere?
SYDNEY: Führen Sie mich an den Ort, an dem ich das Puzzle zum ersten Mal gesehen habe.
KERR: Aber Sie haben das Puzzle doch noch nie zuvor gesehen.
SYDNEY: Ich muss aber.
KERR: Agent Bristow. Ich habe ihre Personalakte gelesen. Ihre räumliche Intelligenz ist einzigartig. Da ist es nicht überraschend, dass sie es zusammensetzen konnten.
SYDNEY: Aber ich hab’s nicht bewusst getan. Ich hab dort gestanden und es vor mir gesehen, und mir war als würde ich mich erinnern, wie man es zusammensetzt. Ich hab’s gewusst ohne zu überlegen. Sie haben gesagt der KGB hat ein ähnliches Projekt entwickelt. Es wäre möglich, dass meine Mutter die Techniken kannte, und vielleicht wollte sie ja ...
KERR: Agent Bristow, wenn sie vorhaben ein Trauma aufzudecken, dann muss ich Sie warnen. Hypnotische Regression kann schwere Alpträume auslösen, Rückblenden, akute Depression...
SYDNEY: Ich kann nur weiterarbeiten und meine Tarnung bei SD-6 aufrechterhalten, wenn ich nichts an mich ranlasse, aber der Gedanke, dass man mich womöglich zur Spionin programmiert hat. Das kann ich nicht so wegstecken. Ich muss wissen, was man mit mir gemacht hat.

(Ein Mann betritt Sloanes Büro, und sieht sich zögernd um. Sloane sieht Überwachungsvideos an)
MANN: Äh, entschuldigen Sie Sir, ich hab den Wein analysiert. Oder ist der Augenblick ungünstig gewählt?
(Sloane sagt nichts. Er geht zu seinem Schreibtisch und setzt sich)
MANN: Es gibt keine Fingerabdrücke auf dem Glas. Der Wein ist ein 99er Hadley Cabemet Franc, ein nicht weiter bemerkenswerter Jahrgang. Bemerkenswert ist aber, was zusätzlich in dem Wein enthalten war. Ich war so überrascht, dass ich den Test wiederholt habe, aber ich bin sicher, dass es VTX ist. Ein Calcium-haltiges Gegenmittel, ausgesprochen rar.
SLOANE: Ein Gegenmittel, wofür?
MANN: Hauptsächlich gegen Gifte, die Herzversagen verursachen, wie kathotische Säure, Natriummorphat. VTX simuliert den Tod, die Atmung wird verlangsamt, das Herz bleibt fast stehen, dadurch wird verhindert, dass das Gift ein Herzversagen herbeiführt. Und nachdem das VTX abgebaut worden ist, lebt der Mensch ganz normal weiter.
SLOANE: Würde also jemand, der mit Natriummorphat vergiftet wird, dieses VTX schlucken, würde es aussehen als wäre er tot?
MANN: Ja, Sir. Naja, immer vorausgesetzt, er hat kein Herzleiden, in 8 bis 12 Stunden wäre er schon wieder auf den Beinen.

(Kerr’s Büro. Sydney sitzt mit Elektroden an ihrem Kopf in einem Stuhl. Dr. Kerr sitzt neben ihr)
KERR: Ich zähle jetzt von drei rückwärts. Wenn ich bei eins angekommen bin, werden Sie mir sagen, wo Sie sind. 3... 2... 1.
(Sydney öffnet die Augen. Wir sind in ihren Erinnerungen und sehen was sie sieht. (alte) Sydney steigt Treppen eines Hauses hinauf und sieht (junge) Sydney – sechs Jahre – in ein Malbuch malen)
KERR: Wo sind Sie, Sydney?
SYDNEY: Das bin ich, in meinem Zimmer, als ich klein war.
(Sydney sieht sich selbst. In Kerr’s Büro rollt ihr eine Träne über die Wange)
KERR: Sagen Sie mir, ob Sie etwas sehen, das dem Puzzle ähnelt, nachdem wir suchen.
((junge) Sydney geht die Treppen runter und bleibt stehen)
JACK (nicht im Bild): Ich kümmere mich um Weihnachten. Es ist bald soweit. Alles ist für Weihnachten vorbereitet.
(junge Sydney hört etwas. Alte Sydney, in der Erinnerung, sieht eine Kopie des Puzzles auf einem Tisch)
SYDNEY: Ja, ich sehe es.
KERR: Es kann Ihnen nichts mehr geschehen Sydney. Sie sind in Sicherheit.
(Sydney weint in ihrem Stuhl)
KERR: Sydney, Sie werden mir jetzt zuhören. Atmen Sie tief durch. Atmen Sie. Konzentrieren Sie sich auf das Puzzle. Konzentrieren Sie sich auf das Puzzle.
(Junge Sydney setzt das Puzzle zusammen)
KERR: Gut Sydney, sehr gut.
(Junge Sydney hat nun eine Waffe in der Hand und läd sie)
KERR: Sehen Sie sich um, sagen Sie mir, wer da noch im Raum ist.
(Junge Sydney sieht auf. Von hinten greift eine Hand nach der Waffe und nimmt sie weg)
JACK(jünger): Gut gemacht, Sydney.
(Sydney wacht schwer atmend auf. Sie wischt sich die Tränen aus dem Gesicht)
(Draußen an einem Treffpunkt. Sydney steht im Regen. Jack’s Auto fährt vor)
JACK: Sydney, steig ein.
(Sie bewegt sich nicht. Jack steigt aus und geht zu ihr)
JACK: Was hast du?
SYDNEY: Eine Erinnerung ist mir geblieben, aus der Zeit als ich sechs war. Meine Mutter war gerade vor einigen Tagen gestorben. Und ich hatte solche Angst. Du warst nie zu Hause, wer würde sich dann um mich kümmern? Dann hab ich dich zufällig reden hören, du hast telefoniert, in deinem Arbeitszimmer. Du hast über Weihnachten gesprochen, über mich, du würdest dich um meine Weihnachtsgeschenke kümmern. Als ich das hörte, fühlte ich mich ganz sicher, du würdest dich um mich kümmern. Aber diese Erinnerung war eine Lüge, du hast gar nicht darüber gesprochen.
JACK: Sydney...
SYDNEY: Ich habe das Video gesehen. Mom’s Besprechung mit ihrem KGB-Kontakt. Sie ist aus einem ganz bestimmten Grund hergeschickt worden. Sie sollte Informationen über ein Projekt stehlen, das du für die CIA entwickelt hast. Die Ausbildung von kleinen Kindern zu amerikanischen Spionen. Projekt Weihnachten. Seit Mom wieder aufgetaucht ist, hast du Angst gehabt sie könnte dahinter kommen, was du mir angetan hast. Du hast nicht versucht mich vor ihr zu schützen, sondern dein Geheimnis wolltest du schützen. Deshalb hast du ihr bei der ersten Gelegenheit etwas angehängt, auf Madagaskar...
JACK: Sydney, eines musst du verstehen...
SYDNEY: Nein, Dad, du musst eins verstehen. Du hast mir mein Leben aus der Hand genommen. Du hast mich zu einer Spionin programmiert. Das werde ich dir nie verzeihen.
(Sydney geht davon)
(Nass und mit im Gesicht herunterlaufender Wimperntusche betritt Sydney das CIA Hauptgebäude. Sie bleibt stehen. Vaughn sitzt an seinem Computer und sieht sich um. Er sieht sie und steht sofort auf. Sie gehen aufeinander zu. Er nimmt sie in den Arm. Sydney schluchzt an seiner Schulter. Vaughn umarmt sie während sie weint)