I.04 - Zerrissenes Herz

(Fortsetzung der letzten Folge. Sydney und Anna knien am Boden und sehen sich den Inhalt des Koffers an. Er enthält einen Zettel mit Einsen und Nullen, daneben Behälter mit Säure. Etwas piepst, die Säure beginnt zu brodeln und beginnt, den Zettel zu vernichten. Sydney und Anna versuchen, sich die Zahlen zu merken und sprechen dabei laut mit. Als sich der Zettel aufgelöst hat, stehen sie auf.)

SYDNEY: Alles behalten?

ANNA: Und Sie?

(Die beiden drehen sich um und laufen weg.)

SYDNEY: Dixon, ich unterbreche die Verbindung.

(Im SD-6-Wagen sitzen Dixon und ein weiterer Agent.)

AGENT: Sie hat ihr Mikro ausgeschaltet. Ich hab' keine Verbindung.

(Sydney verlässt das Fußballfeld.)

SYDNEY: 1-1-1-0. Haben Sie das?

(Vaughn ist im CIA-Büro in L.A.)

VAUGHN: Ja, ich hab's.

SYDNEY: Ich gebe SD-6 falsche Zahlen.

VAUGHN: Was? Nein, nein. Sie geben denen genau das, was sie uns-

SYDNEY: Ich gebe denen nicht die richtige Ziffernfolge, auf gar keinen Fall! Nie im Leben!

VAUGHN: Sydney, hören Sie mir zu. Das ist gefährlich. Sydney, Sie geben die Ziffern an sie weiter. Das ist ein Befehl.

SYDNEY: Ein Befehl? Wenn ich zurück bin, müssen wir dringend miteinander reden!

(Sydney ist beim SD-6-Wagen angekommen und steigt ein.)

SYDNEY: Dixon, ich hab' den Code.

DIXON: Schieß los!

SYDNEY: 0-1-0-0-1-0-0-1-0-0-

(Der Wagen fährt los.)

(Im Wagen vom K-Direktorat.)

ANNA: Adin, adin, null, adin-

(Im SD-6-Wagen.)

SYDNEY: 0-0-0-1-1-0-0-1-0-0. Eine Null bloß. Dann-

(Der Wagen vom K-Direktorat.)

ANNA: Null, adin, adin, null, null, adin, null.

(Im SD-6-Wagen.)

SYDNEY: 1-1-1-0. Das war's. 1-1-1-0.

DIXON: Gut gemacht.

(Los Angeles. Sydney, Vaughn und Weiss befinden sich in einem geparkten Lieferwagen.)

SYDNEY: Sie haben mir keine Befehle zu erteilen!

VAUGHN: Vielleicht doch!

SYDNEY: Ich hätte SD-6 mühelos täuschen können!

VAUGHN: Sie denken die Sache nicht zu Ende!

SYDNEY: Deshalb bin ich doch zu Ihnen gekommen!

VAUGHN: Hören Sie mal einen Moment auf zu reden. Angenommen, Sie hätten SD-6 getäuscht, aber Anna hätte dem K-Direktorat die richtige Ziffernfolge gegeben.

SYDNEY: Dann hätten sie eben gedacht, ich habe einen Fehler gemacht.

VAUGHN: Ach ja, und Anna nicht? Sie hat denen ganz bestimmt den richtigen Code gegeben. Der Code deutet auf Athen hin und das K-Direktorat wird jemanden dorthin schicken. SD-6 hätte nichts gehabt. Sie würden Ihnen nicht mehr vertrauen. (Kurze Pause) Sydney, wir müssen sehr vorsichtig sein. Wir-wir müssen unglaublich vorsichtig sein. Wenn SD-6 auch nur den geringsten Verdacht hat, ist es aus.

SYDNEY: Drei Jahre lang war Anna immer der Feind. In Berlin ist mir klar geworden, dass sie wie ich SD-6 unbedingt vernichten will.

VAUGHN: Aus Sicht der CIA wäre nur eins noch schlimmer als dass SD-6 an gefährliche Informationen käme: wenn das K-Direktorat zuerst dran käme. Anna ist noch immer Ihr Feind.

(Credit Dauphine. Sloane und Russett gehen durch das Büro.)

SLOANE: Sie sind kein Anhänger von Mystik, oder?

RUSSETT: Mystik?

SLOANE: Ich auch nicht. Aber hier müssen Sie unvoreingenommen sein. Der Code wurde 1489 geschrieben. Der Verfasser war so eine Art Nostradamus. Sein Name war Milo Rambaldi.

RUSSETT: Dieser Binärcode wurde von einem Wahrsager des 15. Jahrhunderts verfasst? Warum habe ich noch nie von ihm gehört?

SLOANE: Er war seiner Zeit so weit voraus, dass man annahm, er sei wahnsinnig. Auf einigen Skizzen befinden sich Artikelnummern. Er hat die Nummern von technischen Artikeln aufgelistet, die man erst seit diesem Jahr herstellt. Es ist wirklich so. Es ist eine Jagd. Der Mann war die letzten Jahre seines Lebens mit einem Projekt beschäftigt. Wir wissen nicht, ob es eine Waffe ist, eine Energiequelle, ein Transportsystem. Bisher wissen wir lediglich, dass es technologisch weiter fortgeschritten ist als alles, was wir kennen. Wie geht's Ihrer Frau? Ich hab' vergessen, zu fragen.

RUSSETT: Äh... gut. Und Ihrer?

SLOANE: Ehrlich gesagt ist Emily nicht ganz auf dem Posten. Danke der Nachfrage. Kommen Sie.

(Die beiden betreten den Besprechungsraum, in dem Marshall und Sydney warten.)

SLOANE: Haben Sie den Bericht gelesen?

SYDNEY: Sie haben nichts gefunden.

SLOANE: Das ist Anthony Russett, er wurde von Jennings hierher versetzt. Er arbeitet an dem UCO-Fall. (zu Russett) Marshall kennen Sie schon und das ist Sydney Bristow.

RUSSETT: (zu Sydney) Ich kenne Ihren Vater.

SLOANE: Wir haben den Code entziffert, den Sie uns überbracht haben und ein Team nach Athen geschickt. Vorhin habe ich mit SD-3 telefoniert. Man hat in Athen nichts gefunden was auf Rambaldi hinweist. Obwohl wir zuerst da waren. Offensichtlich haben wir einen großen Fehler gemacht. Aber das K-Direktorat ebenfalls.

MARSHALL: In unserer Eile das Rätsel von Rambaldi zu entziffern haben wir den Code falsch gedeutet. Es gab da zwei Ziffernfolgen, die wir als Längen- und Breitengrad gedeutet haben, aber er benutzte ein Komprimierungsschema und äh- das hätte ich erkennen müssen. Anstatt ein Team nach Athen zu schicken, hätten wir nach Malaga fliegen müssen.

SLOANE: (zu Sydney) Und dorthin schicke ich Sie jetzt. Genau auf dem durch Rambaldis Koordinaten bezeichneten Punkt steht eine 500 Jahre alte Kirche.

SYDNEY: Und was soll ich dort finden?

SLOANE: Das wissen wir nicht. Der einzige Anhaltspunkt, wenn es tatsächlich einer ist, sind diese zwei Worte aus dem Code: Sol d'oro.

RUSSETT: Goldene Sonne.

(Malaga. Sydney betritt die Kirche. Sie sieht sich um und entdeckt ein Glasfenster, das in der Mitte eine Sonne enthält. Sie läuft hin und stellt sich auf einen Hocker um zum Fenster zu gelangen. Sydney tastet die Sonne ab und nimmt den Kreis heraus. Als sie von dem Hocker springt, packt Anna sie von hinten, würgt sie und nimmt ihr die Kreisscheibe ab.)

ANNA: Ich habe gehofft, dass Sie kommen.

(Sydney reißt sich los und die beiden beginnen zu kämpfen. Anna fällt zu Boden, die Scheibe rollt unter eine der Kirchenbänke. Als Anna auf Sydney zu schießen beginnt, springt diese in Deckung. Sie sieht die Scheibe, die nun zwei kleine Löcher hat, in der Nähe liegen.)

(Malaga. Anna sieht die Scheibe auf dem Boden liegen. Als sie sie aufheben will, schlägt Sydney sie von hinten mit einem Bücherständer. Anna verliert ihre Waffe. Sie packt einen eisernen Kerzenständer und zerschlägt Sydneys hölzerne Waffe. Sydney fällt auf einen Tisch und Anna würgt sie. Sie nimmt eine Nadel aus ihrem Haar und versucht, Sydney damit zu stechen. Sydney kann ihre Hand abwehren und zwingt sie, die Nadel fallen zu lassen, indem sie Annas Hand über Kerzen hält. Sydney kommt wieder frei und hängt Anna mit Handschellen an den Tisch. Sie hebt die Scheibe auf und verlässt die Kirche.)

(Los Angeles. Sydneys Apartment. Sydney und Francie sitzen auf der Couch und essen.)

SYDNEY: Du hast Charlie noch nichts davon gesagt?

FRANCIE: Ich wollte zuerst mit dir reden.

SYDNEY: Es ist nur ein Streichholzbriefchen mit einer Telefonnummer.

FRANCIE: Ja, von einer Rachel, die die Nacht mit ihm schön fand.

SYDNEY: Du musst mit Charlie darüber sprechen.

FRANCIE: Ja...

SYDNEY: Was willst du denn sonst tun?

FRANCIE: Hast du mal jemandem nachspioniert? (Sydney sieht sie entsetzt an.) Ich weiß, es ist total unter meiner Würde, aber Charlie war in letzter Zeit so abweisend zu mir und wenn ich ihn frage was los ist, sagt er nur, "Nichts, Baby, alles cool, alles in Ordnung."

SYDNEY: Und du glaubst ihm nicht?

FRANCIE: In einer Stunde hat er eine Prüfungsvorbereitung.

SYDNEY: Und du willst ihm nachfahren?

FRANCIE: Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich das will.

SYDNEY: Ich finde, seinem Freund nachzuspionieren ist nicht unbedingt eine gute Voraussetzung für eine Beziehung.

FRANCIE: Und wenn er mich wirklich betrügt?

(Sydney seufzt.)

(Vor Charlies Wohnung. Sydney und Francie sitzen in Sydneys Auto.)

FRANCIE: Du bist eine wirklich gute Freundin.

SYDNEY: Ja, ich weiß. (Pause) Weißt du, da ist mir was mit Will passiert neulich Abend.

FRANCIE: Hat er sich an dich ranmachen wollen?

SYDNEY: Nein. Ich... hab' ihn geküsst.

FRANCIE: Was?! Du hast Will Tippin geküsst?

SYDNEY: Ich weiß, ich weiß.

FRANCIE: Willst du mich verarschen?

SYDNEY: Hör doch auf!

FRANCIE: Bist du total übergeschnappt?

SYDNEY: Er ist noch da geblieben, nachdem du und Charlie gegangen seid. Wir hatten so viel getrunken.

FRANCIE: Nein, also, das fass' ich doch nicht.

(Charlie geht zu seinem Wagen.)

FRANCIE: Hey, da ist er! Starte den Wagen.

SYDNEY: Man wartet bis er eine Querstraße weiter ist.

FRANCIE: Du scheinst dich ja richtig auszukennen.

SYDNEY: Das weiß doch jeder, dass man wartet.

FRANCIE: Ah, ich hab' das nicht gewusst.

SYDNEY: Man wartet.

(Ein Auto bleibt stehen. Eine blonde Frau steigt aus und begrüßt Charlie.)

FRANCIE: Was macht er da?

(Die Frau und Charlie umarmen sich. Charlie gibt seine Tasche in den Kofferraum ihres Wagens und steigt in ihren Wagen ein. Die Frau steigt ebenfalls ein und fährt los.)

FRANCIE: Er geht also nicht zu einer Prüfungsvorbereitung.

(Wills Büro. Will telefoniert, Jenny betritt das Büro.)

WILL: H-E-C-H-T? Sind Sie sicher? Na schön, danke. Ja, versprochen, ich ruf' nicht noch mal an. (Er legt auf.) Danny wollte angeblich zu einem Ärztekongress nach Singapur.

JENNY: Hast du schon mal gesagt. Lidvack will den Baptisten-Artikel haben.

WILL: Ich hab' alle Kongresse zwei Mal überprüft. Er war nirgendwo eingetragen.

JENNY: Ich weiß.

(Das Telefon klingelt.)

WILL: Will Tippin.

SYDNEY: Hey, ich bin's.

WILL: Hey, hi. Wie war deine Reise?

SYDNEY: Ganz gut, danke. Wie geht's dir?

WILL: Gut, viel zu tun. Hör mal... Du hast doch kein komisches Gefühl wegen neulich Abend, oder?

SYDNEY: Ein bisschen.

WILL: Das hab' ich auch. Wieso eigentlich?

SYDNEY: Wir reden später darüber. Hör mal... Francie und ich haben Charlie gestern gesehen - mit einer anderen Frau.

WILL: Was? Das glaub' ich nicht!

SYDNEY: Doch. Sie hat heute nacht bei mir geschlafen. Sie ist jetzt hier. Sie ist ziemlich durcheinander.

WILL: Ach Gott.

SYDNEY: Und die Bank hat angerufen. Ähm... Ich muss wieder auf Geschäftsreise.

WILL: Du machst aber viele Geschäftsreisen.

SYDNEY: Würdest du später mal vorbeischauen, nur um nach ihr zu sehen? Ob es ihr gut geht?

WILL: Klar. Ja, ja, ja, natürlich, klar.

SYDNEY: Okay, danke. Ich geh' jetzt.

WILL: Ja, ist gut. Wir reden ein andermal.

(Will legt auf.)

JENNY: Das war Sydney. Du bist anders, wenn du mit Sydney redest.

WILL: Ich will keine Analyse von dir. Geh und besorg' mir die Nummer von dem Typen, der am Flughafen arbeitet. Wie hieß der bloß? Luis Escorsa. (Jenny sieht ihn nur an.) Was denn?

JENNY: Wenn du willst, dass ich etwas für dich tue, dann sag' "bitte".

WILL: Bitte, Escorsa, okay? (Jenny geht.) Das "bitte" ist inbegriffen, Jenny!

(Credit Dauphine. Sydney sitzt an ihrem Schreibtisch. Als sie ihren Vater vorbeigehen sieht, läuft sie ihm nach.)

SYDNEY: Dad! Triffst du dich mit Sloane?

JACK: McCullough.

SYDNEY: Psychologische Bewertung?

JACK: Routine. Nichts Ungewöhnliches. Nichts, was man gerne tut, aber das gehört auch dazu.

SYDNEY: Die Sache in Berlin hat funktioniert. Mein Treffen mit dem K-Direktorat. Wir haben den Code. Die Idee war gut.

JACK: Tja, ich muss jetzt gehen. Wir sehen uns später.

(Er dreht sich um und geht.)

SYDNEY: Dad? (Jack bleibt stehen, dreht sich um.) Können wir zusammen essen? Wie wär's mit Donnerstag? (Pause) Oder hast du was vor?

JACK: Nein. Donnerstag Abendessen, das-das wäre schön.

(Er geht.)

(Besprechungsraum von SD-6. Sloane, Marshall, Dixon, Sydney und Russett sind anwesend.)

SLOANE: Die Analyseabteilung arbeitet noch an der Scheibe, die Sie aus Spanien mitgebracht haben. Es ist kein Glas, so viel wissen wir. Es ist aus synthetischen Polymeren. Offenbar wurde es vor mindestens 500 Jahren hergestellt.

DIXON: Aber da gab es synthetische Polymere noch nicht.

SLOANE: Es bleibt also ein Rätsel. Unterdessen haben wir einen neuen Fall. (Er spielt ein Video auf den Bildschirmen ab.) Letztes Jahr während der Ministerkonferenz der Vereinigten Handelsorganisation UCO. Es gab Angriffe auf die Konferenzteilnehmer, unter anderem von Zero de Force. Wie wir hörten, hatten sie vor, auch dieses Jahr zur Konferenz in Sao Paulo zu kommen.

RUSSETT: Luc Jacqnoud wird innerhalb der nächsten 48 Stunden in Marokko landen.

SYDNEY: Sitzt er nicht in Frankreich wegen Polizistenmordes in Haft?

RUSSETT: Er wurde vorzeitig entlassen. Er hat Verbindung zur französischen Justiz. Wir haben erfahren, dass er in Marokko einen Kunden trifft.

DIXON: Ist der Kunde bekannt?

SLOANE: Nein. Das ist Ihre Aufgabe. Sie sind Kate Jones, Sie Justin Bernell. Sie reisen mit Mindstream Bildungsreisen. Sie kommen am Mittwoch dort an. Sie sollen das Treffen beobachten, den Kunden identifizieren und dafür sorgen, dass, egal was Jacqnoud vorhat, es nicht dazu kommt.

SYDNEY: Ist Mochtar unser Kontaktmann?

SLOANE: Er erwartet Sie am Flughafen. (zu Russett) Das ist ein ägyptischer Offizier. Wir haben ihn vor zwei Jahren angeworben. Marshall...

MARSHALL: Okay. (steht auf) Wie geht's allerseits? Guten Tag. Also, okay. So, Sie sind mit der üblichen Technik ausgerüstet. Kamera, Kommunikation, Übertragung. Aber das hier, das... ist neu. Also, das hier sieht aus wie eine ganz normale Tasche, oder? Die Sie tragen würden, wenn Sie mit ihren Freundinnen ausgehen. Da kommen Ihre Frauensachen rein. Aber sie hat auch ein hochempfindliches Richtmikrofon. Es hat einen Sender mit einer Reichweite von 100 Metern. Ach, und zusätzlich habe ich noch einen Windfilter eingebaut, der alle unerwünschten Geräusche unter 150 Hertz herausfiltert. Nicht-nicht, dass Sie im Wind stehen werden... Ich meine, Sie werden wahrscheinlich nicht im Wind stehen, aber nehmen wir an, Sie würden im Wind stehen. Da wäre so eine leichte Brise wie (imitiert sie) oder sogar etwas Stärkeres wie ein-ein Sturm (imitiert einen Sturm) - so etwa. Nichts. Stille. Weil Windfilter.

(Der Raum, in dem die psychologische Bewertung statt findet. Jack ist an einige Maschinen angeschlossen.)

MCCULLOUGH: Sie fühlen sich leichter als Luft. Und während Sie immer weiter nach unten gleiten, können Sie sich mehr und mehr entspannen. Sie fahren weiter auf der Rolltreppe nach unten und je mehr Sie sich dem Licht nähern, desto entspannter fühlen Sie sich. Die Rolltreppe scheint immer weiter zu führen und Sie fühlen sich sicher und entspannt. (Man sieht ein Gitterbett und eine Mutter mit ihrem Baby.) Und noch immer hören Sie meine Stimme. Sie fahren weiter und je weiter Sie fahren umso wohler fühlen Sie sich. Vollkommen sicher und wohl.

(Die Mutter verwandelt sich in Sydney.)

[SYDNEY: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich die Wahrheit erfahre.]

(Jack schreckt auf.)

MCCULLOUGH: Jack?

(Jack nimmt die Elektroden ab.)

JACK: Geben Sie mir einen Moment Zeit.

(Er verlässt den Raum.)

(Eine Autowaschanlage. Sydney tut so, als würde sie etwas in ihrem Kalender notieren. Vaughn stellt sich zu ihr.)

VAUGHN: Es ging nicht früher.

SYDNEY: Schon gut. Alles in Ordnung?

VAUGHN: Ja. Wir wussten zwar, dass Jacqnoud unterwegs war, aber wir dachten er fliegt nach Bahrain. Warum sich SD-6 für die UCO interessiert, wissen wir nicht.

SYDNEY: Ist wirklich alles in Ordnung?

VAUGHN: Ja. Ich war nur...

SYDNEY: Hatten Sie Streit mit Ihrer Frau?

VAUGHN: Meiner was?

SYDNEY: Ihrer Frau.

VAUGHN: Welcher Frau? Ich-ich hab' keine Frau.

SYDNEY: Nein? In Ihrem Büro war ein Foto von Ihnen mit einer Frau. Ich dachte sie wären verheiratet.

VAUGHN: Wir sind nicht im entferntesten. Sie haben also gedacht, dass ich verheiratet wär'?

SYDNEY: Eigentlich schon. Warum fragen Sie?

VAUGHN: Nur so. (Pause) Also, wenn Sie wissen, mit wem er sich trifft und Einzelheiten über das Treffen erfahren, rufen Sie die übliche Nummer an und drücken Sie die Ziffer 8. Hinterlassen Sie's wieder im toten Briefkasten. Warum haben Sie mich gefragt, ob ich Streit mit meiner Freundin hatte?

SYDNEY: Keine Ahnung. Hatten Sie Streit?

VAUGHN: Und was für einen. (Pause) Viel Glück in Marokko.

SYDNEY: Danke.

(Vaughn geht.)

(Marokko. Sydney und Dixon werden von Mochtar vom Flughafen abgeholt.)

MOCHTAR: Wie schön, euch wiederzusehen.

SYDNEY: Ist 'ne Ewigkeit her.

(Mochtar und Sydney geben sich Küsschen auf die Wangen.)

MOCHTAR: Hallo. (gibt Dixon die Hand)

DIXON: Wie läuft's bei dir?

MOCHTAR: Zu viel zu tun. Zu viel gefährliches Spielzeug auf der Welt.

SYDNEY: Was Neues von Jacqnoud?

MOCHTAR: Ja. Ein Freund hat mir erzählt, dass er heute einen Kunden auf einem Marktplatz trifft. Ich hab' einen guten Beobachtungsposten.

SYDNEY: Weiß man, wer der Kunde ist?

MOCHTAR: Ein großes Rätsel. Wir wissen noch gar nichts. Kommt, mein Wagen steht gleich da drüben.

(Francie und Sydney telefonieren. Francie ist in Sydneys Wohnung, Sydney macht sich in Marokko für ihren Einsatz fertig.)

FRANCIE: Charlie hat mein Handy sechs Mal angerufen.

SYDNEY: Ihr habt euch immer noch nicht gesehen?

FRANCIE: Nein. Ich möchte, dass er leidet. Ich werd' ihm nicht mal sagen, wo ich bin. Wie ist es in Chicago? Hattest du einen guten Flug?

SYDNEY: Ja, ist alles gut gelaufen. Hör' zu ich muss dir noch etwas sagen, nur damit es jemand gesagt hat: Er hat vielleicht eine Erklärung dafür.

FRANCIE: Er ist mit einer Frau, die ich nicht kenne, weggefahren.

SYDNEY: Rede doch mit ihm. Sag' Charlie, was du gesehen hast. Soviel bist du ihm schuldig.

FRANCIE: Vielleicht. Wenn er mich noch ein paar Mal angerufen hat.

SYDNEY: Melde dich, wenn du mich brauchst. Mach's gut!

FRANCIE: Du auch.

(Sydney geht in den nächsten Raum, in dem sich Dixon und Mochtar befinden. Sie legt auf.)

SYDNEY: Wie ist die Aussicht?

DIXON: Hmm.

SYDNEY: Machen wir kurz eine Probe?

(Sydney nimmt die Tasche, geht ein paar Meter weg und hält sie in Hüfthöhe.)

SYDNEY: Kannst du mich hören?

DIXON: Laut und deutlich.

MOCHTAR: Jacqnoud ist gerade aufgetaucht.

SYDNEY: Wer ist bei ihm?

DIXON: Sieht aus als wäre er allein. Bist du fertig?

SYDNEY: Ich werde jetzt einkaufen gehen!

DIXON: Bring uns was Schönes mit, ja?

SYDNEY: Das habe ich vor.

(Sydney geht.)

(Auf dem Markt. Sydney tut so, als würde sie sich die Waren ansehen. Sie richtet das Mikrofon auf Jacqnoud.)

SYDNEY: Kannst du alles empfangen?

DIXON: Ja. Das Mikro ist eingeschaltet.

(Ein Händler spricht Sydney an. Er versucht, ihr etwas zu verkaufen.)

SYDNEY: (hält einen Korb hoch) Haben Sie den hier auch noch größer? Vielleicht da drüben, oder?

(Der Händler antwortet auf Arabisch.)

SYDNEY: Ich versteh' Sie nicht, ich versteh' Sie nicht. Tut mir leid.

(Sie geht weiter.)

(Ein Mann kommt zu Jacqnouds Tisch. Sie begrüßen sich.)

SYDNEY: Eben ist der Kunde eingetroffen.

(Dixon fotografiert den Mann.)

DIXON: Ich habe ihn. Mochtar, kennst du den Typ?

MOCHTAR: Nein, aber ich werde gleich feststellen, wer das ist.

(Er lässt das Foto durch eine Datenbank laufen. Sydney beobachtet weiterhin die beiden Männer am Tisch.)

JACQNOUD: Ah, mon dieu. Ich freue mich, Sie endlich persönlich kennen zu lernen.

KUNDE: Hatten Sie eine angenehme Reise?

JACQNOUD: Ja, danke, ja.

(Ein Kellner bringt ein Getränk.)

KUNDE: Oh, merci beaucoup.

JACQNOUD: Merci. Also, wie läuft die Sache?

KUNDE: Sie meinen Phase 3?

JACQNOUD: Ja, wie waren die Ergebnisse?

KUNDE: Sie können sehr zufrieden sein.

JACQNOUD: Gut. Wenn Patel unser Lieferant sein soll, brauche ich das Teil spätestens morgen.

KUNDE: Vorausgesetzt dass wir uns über die finanzielle Seite einigen, dürfte das kein Problem sein.

JACQNOUD: Bon. Santé!

(Die beiden prosten sich zu.)

(Ein Bodyguard des Kunden sieht Sydney an.)

SYDNEY: Verdammt. Ich kenne den Bodyguard von dem Bärtigen. Vor zwei Jahren auf Korsika hat mir der Mistkerl den Arm gebrochen.

(Sydney geht weg. Der Bodyguard sieht sich um und entdeckt Dixons Kamera.)

DIXON: Mochtar! Pack alles zusammen, wir müssen hier weg!

(Der Bodyguard verständigt seine Kollegen und seinen Arbeitgeber und folgt Sydney. Ein Händler spricht Sydney an, doch sie zeigt durch ihre Gestik, dass sie kein Interesse an den Waren hat.)

SYDNEY: Was macht er jetzt?

DIXON: Nichts wie weg da, Syd!

(Der Bodyguard holt Sydney ein und packt sie.)

BODYGUARD: Du! Ich kenne dich.

SYDNEY: Wie bitte? Reden Sie mit mir?

BODYGUARD: Ich glaube, du weißt genau, wer ich bin.

(Er stößt sie in einen durch ein Tuch abgetrennten Raum.)

(Der abgetrennte Raum. Sydney rappelt sich wieder hoch.)

SYDNEY: Tut mir leid, ich weiß nicht, wer Sie sind.

BODYGUARD: Sag' mir, was du hier willst. (Er lässt sein Messer ausklappen.) Sonst breche ich dir diesmal noch mehr als nur den Arm.

(Sydney kickt einen Schemel hoch, mit dem sie dem Bodyguard abwehrt. Er versucht, sie gegen die Wand zu drücken. Sie macht einen Rückwärtssalto über ihn hinweg und schlägt ihn mit einem schweren Eimer K.O. Ein älteres Pärchen betritt den Raum.)

SYDNEY: Er hat 50 Dollar von mir verlangt. Das ist zu viel.

(Zwei Männer befinden sich auf dem Weg zu Dixons Aufenthaltsort. Dixon packt gerade seine Kamera ein, als er Schüsse hört. Sydney läuft die Treppe zu dem Aufenthaltsort hinauf.)

SYDNEY: Dixon! Dixon! Dixon, hörst du mich?!

(Sydney bleibt stehen. Sie sieht, dass Mochtar erschossen wurde. Dann kommen Dixon und die beiden Männer um die Ecke, kämpfend.)

SYDNEY: Dixon!

(Sydney übernimmt einen der beiden. Als die beiden K.O. sind, packen Sydney und Dixon ihre Sachen.)

SYDNEY: Alles in Ordnung?

DIXON: Ja, mir geht's gut.

(Beim Weggehen kommen sie noch einmal an Mochtars Leiche vorbei. Sydney streicht ihm über den Kopf. Dabei bekommt sie Blut auf die Hand. Sie sieht ihre Hand an.)

DIXON: Wir müssen weg.

(Sie gehen.)

(Los Angeles. Sydney betritt ihre Wohnung.)

FRANCIE: Hey.

SYDNEY: Hallo.

FRANCIE: Und, wie war's?

SYDNEY: Es war furchtbar.

FRANCIE: Das tut mir leid.

SYDNEY: Was gibt's Neues von Charlie?

FRANCIE: Wir treffen uns auf einen Kaffee. Er weiß, dass etwas nicht stimmt. Wenn er keine gute Ausrede hat, wenn er mir nicht erklären kann, warum er diese Schlampe küsst anstatt seine Prüfung vorzubereiten, bringe ich ihn um.

SYDNEY: Sag nicht so was.

WILL: Sie hat eine richtige Wut im Bauch. Sie wollte kein Wort mit ihm reden. Ich musste sie zwingen, ihn anzurufen. Hey.

SYDNEY: Hallo.

FRANCIE: Sag mal, was meinst du? Wird alles wieder gut werden?

(Sydney umarmt sie.)

SYDNEY: Ganz sicher.

FRANCIE: Hab' dich lieb.

SYDNEY: Hab' dich lieb.

FRANCIE: Bis dann, Will.

WILL: Viel Glück.

FRANCIE: Danke.

(Sydney will ihr Gepäck nehmen.)

WILL: Lass das, ich mach' das schon.

SYDNEY: Danke.

(Sie gehen in Sydneys Zimmer.)

WILL: Du siehst total erschossen aus.

SYDNEY: Gut beobachtet.

WILL: Also, ich hab' nachgedacht über neulich Abend. Du weißt schon, diesen... naja, diesen Kuss. Ja. Und ich weiß jetzt, warum es so seltsam war.

SYDNEY: Warum?

WILL: Naja, weil... Wie oft kommt es vor, dass du jemanden küsst, den du so gut kennst? Eigentlich nie. (Will spielt mit dem Namenskärtchen auf Sydneys Koffer, auf dem "Kate Jones" steht. Als Sydney das bemerkt, stellt sie den Koffer weg und setzt sich neben ihn.) Jedenfalls... Ich-ich weiß, dass wir beide deswegen ein wenig verlegen sind, aber... Ich glaube ich hab' jetzt einen Weg gefunden, wie wir unsere Verlegenheit überwinden können.

SYDNEY: Welchen?

(Er küsst sie.)

WILL: Das hat nicht funktioniert, hm?

SYDNEY: Ich bin jetzt mit meinem Vater verabredet.

WILL: Ich komm' mir wie 'n Idiot vor.

SYDNEY: Nein, nicht, nicht doch.

WILL: Oh mein Gott, ich komm' mir so... Oh mein Gott...

(Ein Restaurant. Sydney sitzt alleine an einem Tisch.)

KELLNER: Möchten Sie gern bestellen, Madam?

SYDNEY: Ich warte noch. Ich bin mit jemandem verabredet.

KELLNER: Ist gut.

(Ein anderes Restaurant. Francie und Charlie sitzen an einem Tisch. Eine Bedienung bringt ihre Getränke.)

FRANCIE: Danke.

CHARLIE: Danke.

CHARLIE: Willst du mir nicht sagen, was du hast? Oder soll ich anfangen zu raten?

FRANCIE: Ich hab' dich gesehen.

CHARLIE: Ja, wo denn?

FRANCIE: Auf der Straße vor dem Haus mit einer Frau.

CHARLIE: Was soll das, spionierst du mir nach?

FRANCIE: Ich muss keine Fragen zu beantworten. Du aber. Was hat das zu bedeuten?

CHARLIE: Sie ist eine Freundin.

FRANCIE: Mit der du ausgehst um deine Prüfung vorzubereiten? (Pause) Sie heißt Rachel, nicht?

CHARLIE: (zur Bedienung, die sich dem Tisch nähert) Nein, danke. Jetzt nicht.

CHARLIE: Ich hab' dir immer vertraut.

FRANCIE: Ich hab' dich auch nie angelogen! Ich lasse mich nicht von dir belügen, Charlie. Also erklär' mir was das soll.

CHARLIE: Francie, ich liebe dich und ich betrüge dich bestimmt nicht. Wir sind nur ausgegangen, weiter nichts.

FRANCIE: Na toll, dann geh aus! Geh' mit Rachel aus!

(Sie steht auf und geht.)

(Sydney sitzt alleine an ihrem Tisch und trinkt ein Glas Wein. Sie sieht auf ihre Uhr. Ihr Handy klingelt.)

SYDNEY: Hallo?

JACK: Sydney, entschuldige, dass ich jetzt erst anrufe.

SYDNEY: Nein, ist schon gut.

JACK: Hör mal, ich schaffe es heute doch nicht. Ich hab' noch so viel... Ich kann hier noch nicht weg. Das verstehst du doch?

SYDNEY: Natürlich, ja. Mach dir keine Gedanken. Wir sehen uns dann im... Wir-wir sehen uns dann.

(Jack sitzt in seinem Auto vor dem Restaurant.)

JACK: Okay. Bis dann.

(Er legt auf. Sydney legt ihr Telefon auf den Tisch. Sie kämpft mit den Tränen. Sie nimmt ihr Handy und ruft jemanden an.)

(Sydney und Vaughn stehen am Pier. Sydney weint.)

SYDNEY: Entschuldigen Sie, dass ich Sie angerufen habe. Ich wusste nicht, wen ich sonst anrufen sollte. Mein Vater und ich wollten heute Abend zusammen essen, zum ersten Mal seit meiner Kindheit. Ich kann mich nicht mal erinnern, wann das letzte Mal war. Er ist einfach nicht gekommen. Er hat gesagt, er müsste noch so viel tun, aber das ist nicht wahr. Es ist nicht nur wegen meines Vaters. Der Mann, der in Marokko gestorben ist, das war ein Freund von mir. Er war ein guter Mann. Er glaubte, er würde dort für die richtige Seite kämpfen, für die CIA. Er wurde belogen und jetzt ist er tot. Ich hatte sein Blut an meinen Händen.

VAUGHN: Sydney...

SYDNEY: Ich hab' das Gefühl, ich verliere den Verstand. Als würd' ich nicht mehr wissen, wer ich bin, oder was ich mache, oder warum ich es mache.

(Sydneys SD-6-Pager beginnt zu piepsen. Sydney wirft ihn ins Meer.)

VAUGHN: Du hast gerade deinen Beeper in den Pazifik geworfen.

SYDNEY: (lacht) Ich weiß.

VAUGHN: So, jetzt hör mir zu. Ich möchte dir etwas sagen. Als du das erste Mal in meinem Büro aufgetaucht bist, mit dieser blöden Clownsfrisur... Da dachte ich, du wärst verrückt. Ich hab' tatsächlich gedacht, ich hätte es mit einer Verrückten zu tun. Aber ich hab' dich beobachtet und ich hab' gelesen, was du geschrieben hast. Und ich hab' gesehen... ich hab' gesehen, wie du denkst, ich hab' gesehen, wie du arbeitest. Ich hab' gesehen, wer du bist. Bei dieser Arbeit sieht man die dunkle Seite, man sieht das Schlimmste im Menschen. Und-und auch wenn die Aufgaben sich unterscheiden und die Aufträge wechseln und unsere Feinde tausend Namen tragen, so bleibt das Entscheidende, die unbedingte Verpflichtung, die du hast, dir nicht durch deine Verbitterung und-und deinen Abscheu dir jede Hoffnung nehmen zu lassen. Und wenn du am absoluten Tiefpunkt bist und meinst, es nicht mehr zu schaffen, dann denk' immer daran, dass du mich... Du weißt schon. Du hast ja meine Nummer.

(Besprechungsraum von SD-6)

SLOANE: Ich habe Ihre Aufnahme einer Stimmenanalyse unterzogen. Der Mann, mit dem Jacqnoud sich getroffen hat, heißt Malik Sawari. Er ist Spezialist für industrielle Sprengungen. (gibt ein Bild auf die Bildschirme) Das ist seine neueste Entwicklung, genannt BRU-250. Von einem Schweizer Unternehmen in Auftrag gegeben um Trassen durch Gebirge zu sprengen, für Hochgeschwindigkeitszüge. Und die dritte Information:

(Sloane spielt ein Video ab.)

[SAWARI: Sie werden sehr zufrieden sein.

JACQNOUD: Gut. Wenn Patel unser Lieferant sein soll, brauche ich das Teil spätestens morgen.]

SLOANE: Der Mann, von dem sie sprechen, ist natürlich Dhiren Patel.

DIXON: Sie glauben, der Träger des Edgar-Friedenspreises arbeitet für Luc Jacqnoud?

SLOANE: Dhiren Patel ist Indiens UN-Beauftragter. Er war Präsident der Menschenrechtskommission der südlichen Hemisphäre. Er arbeitet auf keinen Fall mit Jacqnoud zusammen.

SYDNEY: Was ist dann die Verbindung zwischen ihnen?

SLOANE: Ironie. Jacqnoud benutzt Mr. Patel ohne dessen Wissen um eine Botschaft an die UCO zu schicken.

DIXON: Was für eine?

SLOANE: Die Vernichtung der Organisation. Sechs Drohungen konnten wir auf Jacqnoud zurückführen. Dieser neue Anschlag sollte sein bisher gewalttätigster werden.

SYDNEY: Und sie glauben, Patel soll als lebende Bombe fungieren?

SLOANE: Ja, genau. Und Sie beide sollen das verhindern. Deshalb fliegen Sie heute Abend nach Sao Paulo. Ihr Auftrag lautet Patel zu finden, den Sprengstoff sicherzustellen und die UCO zu schützen. Haben Sie noch Fragen?

(Sao Paulo. Ein Empfang der UCO. Sydney und Dixon sind auf der Suche nach Patel.)

DIXON: Wie sieht's aus?

SYDNEY: Ich kann Patel nirgendwo entdecken.)

(Los Angeles, Will ist in seinem Büro und telefoniert.)

WILL: Ist das nicht ungewöhnlich, einen Auslandsflug bar zu bezahlen? Aha. Er war doch allein unterwegs, nicht? Wie bitte? Daniel Hecht war nicht allein unterwegs?

(Sao Paulo.)

SYDNEY: Ich habe Patel im Blick.

DIXON: Dann holen wir ihn gleich raus.

SYDNEY: Warte, da stimmt was nicht. Er sieht krank aus.

DIXON: Krank?

SYDNEY: Da, er bricht zusammen.

DIXON: Hat er etwas getrunken?

SYDNEY: Ja.

DIXON: Hol dir das Glas!

(Sydney läuft zu Patel, kniet sich nieder, greift unbemerkt nach dem Glas.)

SYDNEY: Ist ihm nicht gut? Hat schon jemand einen Arzt gerufen?

(Ein Mann bahnt sich durch die Menge.)

MANN: Verzeihung! Darf ich? Ich bin Arzt. Entschuldigung. Kann ich helfen?

SYDNEY: Ja.

(Sydney geht weg, das Glas in der Hand. Sie übergibt es Dixon, der damit weggeht. Sie sieht einen Mann an der Wand stehen.)

SYDNEY: Rate mal wer hier ist. Sawari.

DIXON: Ich sag' dir, wenn die den Laden hier in die Luft sprengen, dann morgen während der Eröffnungszeremonie. (testet Patels Drink) Hm, die haben Patel irgendwelche K.O.-Tropfen verabreicht. Sieht aus wie Benzypren.

SYDNEY: Sie bringen Patel weg. Du beobachtest Sawari. Ich... (Sydneys Blick fällt auf ein Motorrad) ich folge Patel.

(Los Angeles.)

WILL: Du brauchst mir nur eins zu bestätigen. Die Person, die mit Daniel Hecht unterwegs war, ihr Name ist Sydney Bristow, nicht? Nein? Ganz sicher? Hey, Mann, jetzt sag' schon wer es war. Nur- Sag' mir nur den Namen. Ach, komm schon, wenn ich mich nicht irre, warst du mir noch was schuldig. Na schön. Hey, erinnerst du dich an meine Assistentin? Jenny? Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, die andere.

JENNY: Was hast du vor? Was hast du vor?

WILL: Ja, ja, ja. Wenn du- wenn du mir den Namen gibst, dann geht sie mit dir aus.

JENNY: Was soll? Nein, das macht sie- nein, das macht sie nicht.

WILL: Ja, sie ist ganz scharf darauf, mit dir auszugehen.

JENNY: Nein, ist sie nicht.

(Will hält ihr den Telefonhörer hin.)

WILL: Sag nur ja. Ich bitte dich, sag ja, sag ja.

JENNY: Ich geh' nicht mit ihm aus. Nein, ich will nicht mit ihm ausgehen. Ich will nicht.

WILL: Bitte.

(Sie nimmt den Hörer.)

JENNY: Hallo? Ja. Okay. Ich würde gern mit dir ausgehen. Aha.

(Sie gibt den Hörer wütend zurück.)

WILL: Alles klar? Jetzt sag' mir den Namen. Von der Person, die Daniel Hecht begleitet hat. Ja, ich weiß. (tippt den Namen) Kate Jones. Kate Jones?

(Sao Paulo. Sydney folgt dem Krankenwagen auf einem Motorrad bis zu einem Fabriksgebäude. In dem Gebäude haben Sawari und Jacqnoud einen Operationsraum geschaffen.)

SAWARI: Sie wissen was zu tun ist. Es ist alles vorbereitet.

JACQNOUD: Gab es Schwierigkeiten?

SAWARI: Nein, alles bereit für die Operation.

(Während der Arzt mit der Operation beginnt, schleicht Sydney sich durch das Gebäude heran.)

ARZT: Tupfer. Skalpell.

(Sydney beobachtet die Operation mit Hilfe eines kleinen Fernrohrs. Sie sieht, wie Patel die Bombe eingepflanzt wird.)

SAWARI: Seien Sie vorsichtig damit. Das hat die Sprengkraft von 150 Kilo TNT.

JACQNOUD: Bringen Sie uns nicht um!