Du bist hier: fanstuff  » FanFiction  » Wendepunkt  » Teil 3

Teil 3

Lissabon Irina Derevkos Versteck,
Ortszeit


Langsam öffnete Mr. Sark die Augen, versuchte es zumindest, denn das Rechte war mittlerweile zu geschwollen und auch sonst schien er einiges abbekommen zu haben. Ein paar Rippenprellungen und Wunden, die er sicher noch nächste Woche spüren würde. Das Bein war vermutlich verstaucht.

Bruchstückhaft kam die Erinnerung zurück. Gemeinsam mit Sloane und Nadia hatte er die ganze Nacht nach Hinweisen gesucht, die sie auf die Spur von Irina oder diesen geheimnisvollen Angreifern führen konnten, ohne Erfolg.
Gerade als Sloane die Suche hatte einstellen wollen, hatte es diesen ohrenbetäubenden Lärm gegeben, der von einer explodierenden Bombe hergerührt hatte, wie Sark inzwischen wusste. Wer mochte wohl dahinter stecken? Dieselben Kerle, die auch hinter Irina her waren? Oder hatte einer von ihnen aus versehen einen versteckten Sprengsatz aktiviert, den Irina aus Sicherheitsgründen angebracht hatte? Und wo waren Sloane und Nadia jetzt eigentlich?

Die riesige Halle wirkte nun beängstigend still und leer. Nirgendwo ein Anzeichen für das was passiert war oder wo Sloane und Nadia waren.
Sark hasste es sich mit dem Gedanken des Scheiterns abfinden zu müssen, und noch vielmehr wurmte es ihn nicht genau zu wissen wo sich Nadia und Sloane aufhielten. Die einzige Option, die ihm blieb um herauszufinden was hier eigentlich gespielt wurde, gefiel ihm viel weniger und sosehr wie der blonde Mann wusste, dass er keine Wahl hatte, genauso wenig verabscheute er es zutun, aber was blieb ihm anderes übrig? Er musste mit ihnen in Kontakt treten.

CSS Hauptquartier Zellentrakt,
Ortszeit


Jack stand wie angewurzelt vor Irinas Zelle. Das Entsetzen stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Die Frage was wohl mit seiner Frau geschehen war, was diesen Zustand hervorgerufen hatte, drängte immer stärker in sein Bewusstsein. Und so sehr Jack sich auch bemühte und in seinem Gedächtnis kramte: Er konnte sich absolut keinen Reim darauf machen was Irina wohl widerfahren sein könnte.

Eins war klar: Bei solch einer starken, manipulativen Persönlichkeit wie Irina Derevko brauchte es wirklich viel, um sie so zu brechen.
In seine Gedanken versunken merkte der ergraute Agent gar nicht wie die CSS-Psychiaterin auf ihn einredete:
"Also meiner Meinung nach hat sie einen schweren Schock erlit... Agent Bristow? Hören sie mir überhaupt zu?" fragte die rothaarige Frau worauf der CSS Agent den kopfschüttelnd "nein" antwortete.

Der Rothaarigen entfuhr daraufhin ein empörtes "also", Sie atmete tief um ruhig zu klingen "Also, Agent Bristow, wenn sie... ich fasse es nicht!!! Sie hören mir ja immer noch nicht zu" stellte die Rothaarige wütend fest "Ach!! Machen sie doch was sie wollen!"
Mit diesen Worten drehte sich die CSS-Psychiaterin um ließ den ergrauten Agenten gekränkt allein.

Jack sah ihr noch kurz nach, wandte dann aber seine ganze Aufmerksamkeit wieder Irina zu.
Jack musste unbedingt mit ihr reden also wies er die Wachen an die Zelle zu öffnen. Als er eintrat sah Irina auf. In ihrem Blick lag unglaubliche Angst und Verzweiflung.
"Jack!" Ihre stimme war kaum zu hören, fast wie ein Flüstern "oh Jack du bist hier!"

Erleichtert, dass Jack hier war und sie die Möglichkeit hatte ihm alles zu erzählen, fiel Irina ihrem Mann um den Hals.
"Ich hatte solche Angst und dachte ich sehe euch nie wieder es... es war so schrecklich sie sind tot! Jack sie sind alle tot!! Ich dachte er bringt euch auch um! "
Irina schien kurze Zeit mit den Tränen zu kämpfen, verlor aber, war fast verzweifelt.

Jack wusste nicht wieso, aber er zog Irina auf einmal fest an sich. Es geschah fast automatisch.
"Schh!!!! Ist ja gut, Liebes! Ist ja gut!! Du bist hier in Sicherheit. Dir kann nichts passieren" sagte der CSS Agent mit sanfter Stimme.
"Nein, Jack…..Nein er findet uns ganz bestimmt. vor ihm ist man nirgends sicher."

Jack war mehr als beunruhigt. "Wer? Irina wen meinst du? Was ist denn passiert?"

Die Braunhaarige schluckte schwer. Könnte sie das Grauen doch nur aus ihrem Gedächtnis verbannen! Aber Irina wusste, es würde besser werden, wenn sie sich Jack offenbart hatte.
"Vor zwei Wochen - ich war grade in meinem neuen Hauptquartier - als es los ging. Wir wurden angegriffen. Von allen Seiten kamen Soldaten es müssen hunderte gewesen sein. Sie haben uns vollkommen überrannt! Ich konnte im allerletzten Moment fliehen, aber es hatte keinen Sinn. Er hat sie alle umgebracht!! Er hat sie einfach alle umgebracht!" Irina brach ab. Es war einfach zu viel für sie. Tränen liefen der braunhaarigen Frau über die Wangen, doch Jack lies nicht locker, auch wenn er wusste, dass es nicht einfach für seine Frau war darüber zu reden, aber er musste einfach wissen was passiert war.
"Wen, Irina. Wen hat er umgebracht und wer ist er?"
Die ehemalige KGB-Agentin holte tief Luft um etwas ruhiger zu klingen " er heißt Krystyn... Ich war in Berlin, Madrid, Den Haag, aber egal wo ich hinkam, er war schon vor mir dort. Ich bin nirgendwo mehr sicher gewesen, also hab ich meine Schwestern um Hilfe gebeten. Doch darauf hatte Krystyn nur gewartet er hat... hat sie einfach... einfach vor meinen Augen... sogar Mutter und Vater!" Irina konnte nicht mehr weiter erzählen, brach nun vollends in Tränen aus. Das Ganze hatte sie zu sehr mitgenommen. Jack fühlte sch hilflos, überlegte was er sagen könnte, um Irina neuen Mut zu geben. Denn irgendwie hörte sich alles was er in seinem Kopf durchspielte, heuchlerisch an.
"Gott Irina! Ich kann mir gar nicht vorstellen was du hast durchmachen müssen! Keine Sorge dir kann nichts mehr passieren. Das lasse ich nicht zu!" sagte er schließlich und küsste sie dabei sanft auf die Stirn, dabei wusste der CSS-Agent gar nicht ob er sein versprechen würde halten können, nahm sich aber fest vor es zumindest zu versuchen.

CSS Hauptquartier außerhalb des Zellentrakts,
Zur selben Zeit


Michael Vaughn hatte alle Mühe damit seine Freundin zurückzuhalten "Syd! Syd beruhige dich! Er wird ihr schon nichts tun! " Vaughn hielt Sydney am Handgelenk fest, doch die war ganz anderer Meinung.
"Du hast doch keine Ahnung, Vaughn!" herrschte die braunhaarige Agentin ihn an. "Wir wissen doch gar nicht was der Mistkerl sonst noch treibt also lass mich los!!" verlangte sie gereizt.
Auf einmal fiel das Licht aus.
"Auf den Boden!!" befahl Vaughn und alle anderen Agenten, inklusive Sydney, taten es.
Ein leises Surren. Der Fahrstuhl näherte sich. Alle Agenten zogen ihre Waffen und bezogen Stellung hinter ihren Schreibtischen. Die Fahrstuhltür öffnete sich langsam und eine zierliche Gestalt trat in den Raum.
"Hallo? Ist da jemand?" hörte man eine Frauen stimme sagen. Die ersten Agentin entsicherten schon ihre Waffen, bis Sydney schrie: "Die Waffen runter!! Nicht schießen" Sydney kannte diese Stimme ganz genau. Der Eindringling war niemand anderes als Nadia.