5. Undercover
„Sydney und Vaughn stecken in Schwierigkeiten.“ Mit diesen Worten eröffnete Irina die Besprechung. Nadia, die schon wieder aufstehen durfte, und Weiss saßen mit einigen anderen Agenten im Besprechungsraum. Die Stimmung war angespannt.
Weiss bemerkte wie Nadia nervös mit ihren Fingern spielte und legte seine Hand auf ihre, wodurch sie ihren Blick hob und ihm ernst ins Gesicht blickte. Der Agent lächelte und flüsterte ihr ein liebevolles: „Alles wird gut“ zu.
„Danke!“ hauchte die Agentin und drehte ihre Hand so, dass Weiss sie mit seiner umschließen konnte. Sie grinsten sich verliebt an.
Die Agentin wandte sich ihrer Mutter zu, Entschlossenheit lag in ihrem Blick, was Irina offenbar kurz verwirrte. Sie stoppte und taxierte ihre jüngere Tochter. Dann seufzte sie und fügte ihren einleitenden Worten hinzu: „Soweit wir wissen hat Miguel Sanchez mit Sydney und Vaughn Buenos Aires verlassen. Wir wissen aber nicht wo sie sich aufhalten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Katya ein Team ausgesandt hat, das Sydney und Nadia retten soll. Wenn der Covenant dahinter kommt, dass nicht Nadia an dieser Operation teilgenommen hat, sondern Vaughn, wäre nicht nur unsere Arbeit zum scheitern verurteilt, es würde auch Sydney und Nadia das Leben kosten.“
Die schwarzhaarige CIA-Agentin interpretierte den Blick ihrer Mutter als Bitte um ihre Mithilfe, die sie selbstverständlich leisten würde. Schließlich stand hier Sydneys Leben auf dem Spiel. „Ich weiß nicht wo Miguel Leute hinbringt, die er verhört. Solche Dinge hat er mir nie anvertraut. Allerdings hat er viele Villen und Penthäuser überall auf der Welt. Ich könnte mir vorstellen, dass er Sydney und Vaughn in eines von diesen Häusern hat bringen lassen um sie zu verhören. Es wäre am unauffälligsten.“
„Sanchez müsste seine Immobilien doch irgendwo aufgelistet haben. Schließlich hinterlassen Kaufverträge und Grundstückssteuern immer eine Papierspur, oder nicht?“ warf Weiss ein.
„Wenn wir an die Daten über seine Immobilien kommen, könnte ich die CIA benachrichtigen und bitten herauszufinden, wo Miguel Sanchez und unsere beiden Agenten sich aufhalten“ nickte Irina.
„Miguel hat einen Zentral-Computer, auf dem alle Daten über Immobilien, Clubs und Restaurants gespeichert sind, die ihm gehören. Daneben gibt es auch eine Liste über Politiker, die leicht zu bestechen sind. Dieser Computer befindet sich in einem Nachtclub in Genf, der Tarnung ist und indessen Keller Miguel schon so manche illegale Geschäfte abgewickelt hat. Bei manchen war ich sogar dabei. Wenn wir Glück haben, treffen wir ihn selbst dort an.“
Die ehemalige KGB-Agentin kaute auf ihrer Unterlippe und spielte gleichzeitig mit dem Kugelschreiber in ihrer Hand, dachte über die beste Taktik nach. Selbst wenn sie schaffen sollten an Miguels Zentral-Computer zu kommen, mussten sie Sydney und Vaughn schnell genug befreien bevor der Covenant davon erfahren konnte.
„Nadia, wenn du dich schon wieder kräftig genug fühlst, möchte ich, dass du mit Weiss nach Genf fliegst. Du leitest die Operation. Sucht den Nachtclub auf und ladet die Daten auf unseren Server. Alles was ihr kriegen könnt. Karimirov gibt euch unsere IP - Adresse. Ich informiere die CIA. Sobald wir wissen wo Sanchez sich auf- und Sydney und Vaughn festhält, wirst du mit Agent Weiss dorthin fliegen. Viel Glück!“
Damit war die Besprechung zu Ende und im Besprechungsraum kam rege Betriebsamkeit auf.
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Genf ,
Club „Estrada“
Eng aneinander geschmiegt tanzten Weiss und Nadia miteinander. Aus den Boxen spielte der Bryan Adams-Hit „I’ll Be Right Here Waiting For You“. Die beiden Spione sahen sich tief in die Augen und wenige Minuten später bettete Nadia ihren Kopf auf Erics Brust. Hier mussten sie nicht groß schauspielern, die Gefühle waren echt.
Unauffällig sah Weiss zur Bar hinüber. Seine Freundin hatte ihm beschrieben wie der Clubbesitzer aussah. Er war etwas größer, hatte dunkles Haar, das er streng nach hinten gegelt trug. Die Agentin hatte erzählt, dass er ungefähr in ihrem Alter sein musste.
Den Vorteil, den Nadia und Eric auf ihrer Seite hatten, war der, dass der Clubbesitzer einer von den wenigen Bekanntschaften Miguel Sanchez war, die Nadia nicht kannten. Mit den meisten hatte sie im Rahmen ihres damaligen Undercover-Auftrages schon zutun gehabt.
„An der Bar links von dir“ flüsterte der Agent seiner Freundin ins Ohr, woraufhin die ihren Kopf unauffällig Richtung Bar neigte. Der Typ war gerade gekommen. Die Key-Card, die das Personal zum Betreten des Clubs durch den Hintereingang benötigte, ließ er in die Innenseite seines Jacketts verschwinden. Während er dies tat, unterhielt er sich angeregt mit dem Barkeeper über die Getränkebestellungen.
„Also los.“ Wisperte Nadia ihrem Freund zu und steuerte mit graziösem Gang die Theke an, wo der Besitzer der Bar sich immer noch mit seinem Angestellten unterhielt, während Weiss die Toilette aufsuchte.
„Gin Tonic mit Eis“ bestellte die Agentin auf Deutsch beim Barkeeper und achtete darauf mit dem Besitzer des Estrada Augenkontakt aufzunehmen. Schon an seinem Grinsen sah sie, dass er angebissen hatte.
„Sie trinken allein? Das ist ein schlechtes Zeichen. Vodka-Lemon!“ Er lächelte Nadia an.
„Sie sprechen ein gutes Englisch” stellte die Argentinierin fest.
„Und ihrem Akzent entnehme ich, dass sie Amerikanerin sind“ erwiderte der Mann.
„Fast. Ich bin in Buenos Aires aufgewachsen. Rachel Shane.“ Stellte sich Nadia vor und reichte dem Mitarbeiter Miguels die Hand.
„Benny Kline. Ich bin kein waschechter Schweizer. Meine Wurzeln liegen in Michigan.“ Benny schenkte der jungen Frau sein charmantestes Lächeln und bedankte sich bei seinem Mitarbeiter als dieser die Drinks servierte.
Die Melodie wechselte und aus “I’ll Be Right Here Waiting For You” wurde Aventuras Obsession. „Ich weiß, ihr Südamerikaner seid gute Tänzer, aber wir aus Michigan können auch ganz gut tanzen.“
Die Schwarzhaarige zwinkerte herausfordernd mit den Augen, ein breites Grinsen zierte ihr Gesicht. „Achja wirklich? Dann sollten wir das testen, finden sie nicht?“ Sie stand auf und führte Benny auf die Tanzfläche, wo sie ihn mit verführerisch kreisenden Hüften provozierte, während seine sichere Führung und die Art wie er seinen Körper bewegte auch etwas anmutiges an sich hatte. Während die Agentin sich enger an ihn schmiegte, zog sie unbemerkt die Key-Card aus seinem Jackett.
Wie auf´s Stichwort erschien Weiss, der aussah als sei er rasend vor Wut. „Sie verdammter Mistkerl, nehmen sie gefälligst die Finger von meiner Freundin!“ schrie er Benny an und schubste ihn hart von Nadia. Überrascht von diesem „Überfall“ geriet der Clubbesitzer aus dem Gleichgewicht und landete auf seinem Rücken. Doch schnell war er wieder aufgestanden. Ein wütendes Funkeln blitzte in seinen Augen. „Ihre Kleine fand sie wohl zu langweilig, da ist sie lieber zu einem richtigen Mann gegangen.“
Der Agent holte aus und verpasste Benny einen Kinnhacken, was dieser natürlich nicht auf sich sitzen ließ und mit einem Schlag ins Gesicht konterte.
Die anderen Besucher bemerkten die Prügelei und bildeten einen Kreis um die Streithähne. Die Ablenkung nutzte Nadia um sich davon zu stehlen, wartete bis die Sicherheitskräfte kamen um Eric und Benny voneinander zu trennen und ging dann durch die Tür, auf der in goldenen Buchstaben das Wort „Privat“ geschrieben stand.
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Los Angeles,
CIA-Zentrale
„Mister Bristow ?! Mister Bristow ?!“ Ganz außer Atem kam Marshall von hinten auf Jack zugelaufen. Der ergraute Agent drehte sich um als er die Rufe des Technikers hörte.
„Ja was gibt´s, Marshall?“ wollte er wissen.
„A-Also wir hören Sloanes Handy ab, weil er…nunja…er ist einer der Bösen und von daher wäre es besser zu wissen was er vorhat damit die CIA es verhindern kann und, was irritierend ist, er ist außerdem Nadias Vater, Nadia wiederum arbeitet für die CIA..“
„Kommen sie zur Sache, Marshall!“ unterbrach Jack den Mann ruhig.
„Sie hatten erwähnt, dass Sloane auf der Suche nach seiner Tochter ist. Er hat sie gefunden. Vor einer Stunde ist Sark mit einem Kerl namens Caleb Vincent nach Moskau aufgebrochen.“ Flinkman reichte Sydneys Vater einige Fotos, auf denen zu sehen war wie Sark mit Caleb die Maschine bestieg.
„Ich kümmere mich darum“ versicherte der Agent und schnappte sich ein Satellitentelefon, das über eine sichere Leitung verfügte. Er wählte eine bestimmte Nummer. Nach einer Weile meldete sich Irina am anderen Ende der Leitung zu Wort. „Hallo, Irina. Ich spreche über eine sichere Leitung. Ich fürchte wir haben ein Problem.“
„Was ist los?“ Irinas Stimme klang noch recht ruhig als sie diese Frage stellte.
„Sark arbeitet für Sloane. Vor ein paar Tagen wurde ich entführt. Sloane wollte von mir wissen wo Nadia sich aufhält. Ich habe es ihm selbstverständlich nicht gesagt. Doch nun hat er es selbst herausgefunden. Gerade haben wir erfahren, dass Sark sich mit einem zweiten Mann auf den Weg nach Moskau gemacht hat um sie zu suchen und zu Sloane zurück zu bringen.“
Stille am anderen Ende. Jack runzelte die Stirn, wartete eine Weile auf eine Antwort und als die auch nach ein paar Minuten nicht kam, sprach der Agent ein verunsichertes: „Irina?“ in den Hörer.
„Ja, Jack, ich bin noch dran. Wenn eines noch schlimmer wäre, als dass Katya Nadia in die Finger bekommt wäre es, wenn Sloane sie zuerst erwischen würde. Ich kann zurzeit keinen Agenten entbehren….“ Die Russin machte eine Pause. Eigentlich hatte sie den Moment, in dem sie ihrem Mann erzählen musste was mit Sydney passiert war, solange wie möglich hinauszögern wollen. Doch die Umstände erforderten es, dass sie es ihm gleich mitteilte. „Sydney und Vaughn sind in Buenos Aires aufgeflogen. Miguel Sanchez hat sie irgendwo anders hingebracht. Nadia glaubt, dass sie herausfinden kann wohin. Sie und Agent Weiss sind gerade dabei an geheime Daten von Miguel Sanchez zu kommen.“
Nun war es an Jack zu schweigen. Er schluckte schwer und suchte nach passenden Worten. „Ich komme nach Moskau. Vielleicht können wir Sark festnehmen bevor er Nadia findet. Wir sehen uns dann.“
Zögernd kam die Antwort der ehemaligen KGB-Agentin. „Ja bis dann!“ Beide legten auf. Irina lehnte sich in ihrem schwarzen Ledersessel zurück und starrte vor sich hin. Unter anderen Umständen hätte sie sich darüber gefreut, dass Jack nach Russland kam, aber da dies nicht nur Gefahr für Nadia bedeutete, sondern auch für ihren Mann, wäre es Irina lieber gewesen ihr Wiedersehen hätte erst in Los Angeles nach der Zerschlagung des Covenants stattgefunden. Die Russin schüttelte mit dem Kopf. Über das Für und Wider nachzudenken, hatte jetzt auch keinen Sinn mehr. Die Situation war wie sie war und alles worauf die Russin hoffen konnte, war, dass es Jack schnell gelingen würde Sark dingfest zu machen.
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In der Zwischenzeit
„So wie es aussieht, sitzen sie noch eine Weile hier fest. Ich könnte sie gleich töten lassen, aber das wäre doch ziemlich langweilig, nicht wahr?“ Miguel beugte sich langsam zu Sydney herunter, die neben Vaughn an einen Stuhl gefesselt war. Vor ihr stand eine Schüssel gefüllt mit Wasser. Sydneys Haar war schon ganz nass, während Michael verzweifelt an den Fesseln zerrte, hilflos mit an sehen musste wie Miguel Sydneys Kopf zum dritten Mal nahm und eine Weile in das Wasser hielt, solange bis der Agentin die Luft ausging, die darauf zu zappeln anfing.
Bevor sie ersticken konnte, zog der Argentinier den Kopf der Agentin aus dem Wasser.
„Ich frage sie also noch einmal: Sollten sie sich weiterhin weigern, werden wir mit ihrem Freund weitermachen, und ich kann ihnen versichern, dass er es noch bedauern wird geboren worden zu sein. Es liegt an ihnen, ihm das zu ersparen, also: Wie heißen sie und für wen arbeiten sie?“ wiederholte Miguel langsam.
Eine Weile war es still. Die Braunhaarige sah so aus als würde sie über die Drohung nachdenken. Dann erhärteten ihre Gesichtszüge sich und die Agentin starrte den Südamerikaner festen Blickes an. „Fahren sie zur Hölle!“
Sanchez wich wütend vor der Braunhaarigen zurück. „Wie sie wollen!“ Er nickte einem Bodyguard zu, der am Eingang stand und die Szene beobachtet hatte. Auf das Nicken seines Bosses hin ging er aus der Tür und kam einige Minuten später mit einem Metalltablett zurück, auf dem allerlei Operationswerkzeug lag. Skalpell, einige Messer, Spritzen…. Zwei Männer stellten sich hinter Vaughn und öffneten sein Hemd, während Miguel das Messer in die Hand nahm und begann kleine Schnitte in seine Brust zu ritzen. Der Agent schrie laut auf und Sydney wandte ihren Blick ab, hatte Tränen in den Augen und wünschte sich sie könnte sich befreien und es diesem Kerl heimzahlen.
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Genf,
Club „Estrada“
„Ich bin fast da!“ gab Nadia über Funk an Weiss durch, der nun außerhalb des Clubs in einem schwarzen Lieferwagen mit verdunkelten Scheiben saß. Darin befanden sich allerlei technische Geräte. Der Agent hatte vor sich einen Laptop stehen.
„Verstanden, Evergreen. Die Sicherheitsleute haben mich rausgeworfen. Du kannst mir die Daten auf den Laptop schicken.“
Nadia probierte die Tür zu öffnen, die zum Serverraum führte, doch sie war verschlossen. „Hey Sie! Was machen sie da!“ Ein bewaffneter Sicherheitsmann kam auf die Agentin zu. Diese drehte sich mit ihrem breitesten Grinsen zu ihm um und zeigte ihm die Key-Card. „Ich versuche in den Serverraum zu kommen.“
„Zeigen sie mir ihren Ausweis“ verlangte der Mann. Da Nadia keinen hatte, nur die Key-Card, kämpfte sie mit dem Mann und schaffte es ihn mit seinem eigenen Schlagstock nieder zu schlagen, dann nahm sie die Waffe, die in seinem Hosenbund steckte und benutzte sie um die Tür aufzuschießen.
„White Rabbit, ich hatte Besuch von einem der Sicherheitskräfte. Es ist nur eine Frage der Zeit bis man mich entdeckt. Ich lade die Daten auf den Laptop und treffe mich dann mit dir am Bergungspunkt“ sagte die Schwarzhaarige in das Mikrofon in ihrem Ohr.
„Verstanden. Beeil dich!“ drängte Weiss, dem es schon gelungen war das System hochzufahren.
Die schwarzhaarige Agentin fand den Computer in der hintersten Ecke des Raumes. Schnell hackte sie sich in die Software ein, war froh, dass sie die Zugangscodes noch im Kopf hatte. Sie tippte eine vierstellige Zahl mit der Nummer 4456 in das Feld Passwort ein, das nach ein paar Minuten durch ein Fenster ersetzt wurde, auf dem unglaublich viele Daten erschienen. Kaum waren alle Daten durch das Fenster gelaufen, fragte ein Fenster ob sie gesendet werden sollten. Nadia gab die IP - Adresse ein, die Karimirov ihr gegeben hatte und klickte auf „senden“.
Wenige Sekunden später erschien dasselbe Fenster mit den Daten auf Erics Laptop. „Alles klar. Die Übertragung war erfolgreich. Jetzt nichts wie raus da!“
„Verstanden!“ antwortete Nadia und machte kehrt.
Wie erwartet wurde sie, als sie den Privatbereich fast verlassen hatte, von zwei Wachleuten aufgehalten, die Nadia mit ihren Waffen bedrohten. Die Agentin schoss einen nieder, während der Andere sofort das Feuer erwiderte, so dass die Agentin hinter einem Wandvorsprung in Deckung gehen musste. „Ich brauche Verstärkung. Eine unbefugte Person hält sich in Sektor 3 auf.“ Gab der Wachmann über Funk einem Kollegen durch.
Bald würden noch mehr Sicherheitskräfte anrücken und weiter hinten gab es keine Tür. Doch rechts von ihr, sah Nadia eine Tür, die nicht verschlossen war. Sie ging hinein und fand sich in einem Raum wieder, der wie es schien, eine Art Abstellkammer war. Ein kleines Fenster befand sich oberhalb der Wand, das wie Nadia am Gras und am Schein des Mondes erkennen konnte, nach draußen führte. Ohne lange zu zögern, lief die Agentin zum Fenster, öffnete es und kletterte hinaus. Von dort aus rannte sie ein paar Meter zu einer Seitenstraße wo Weiss im Van sie schon ungeduldig erwartete.
Als sie endlich etwas Atem hatte und sicher neben ihrem Freund saß, schnappte sich Nadia ein Funkgerät, durch das sie mit ihrer Mutter in Moskau verbunden war. „Basislager hier Evergreen. Wir haben die Daten und kommen zurück.“
„Verstanden. Gute Arbeit. Wir sehen uns zuhause.“ Irina lächelte als sie antwortete. Wenigstens hatten sie einen Erfolg zu verbuchen. Die Russin schnappte sich ein Satellitentelefon und wählte eine Nummer: „Irina Derevko. Verbinden sie mich mit Agent Kendall. Das Kennwort lautet Glas.“
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Moskau,
Russland
„Agent Derevko, wir haben einen jungen Mann am Eingang aufgegriffen. Er sagt, dass er mit ihnen sprechen wolle.“ Erklärte ein in Uniform gekleideter Agent. Katya, die über ihrem Schreibtisch saß und auf Nachrichten vom Rettungsteam wartete, sah auf. Sie wirkte so als sei sie mit ihren Gedanken ganz woanders, als fiele es ihr schwer sich zu konzentrieren.
Nach Momenten der Stille antwortete sie schließlich: „Schicken sie ihn rein.“
Sark wurde in Handschellen hereingeführt. Katya kam er bekannt vor, doch es fiel ihr schwer sein Gesicht irgendwo einzuordnen. Der junge Mann musste bemerkt haben, dass die Frau ihm gegenüber sich fragte woher sie sich kannten. „Wir wurden uns noch nicht vorgestellt, aber ich weiß wer sie sind. Sie sind die Schwester von Irina Derevko“ meinte der Blonde mit einem überlegenen Grinsen im Gesicht, während Derevko ihre Überraschung nicht verbergen konnte, so sehr sie sich auch bemühte.
„Lassen sie uns allein!“ befahl sie den beiden Agenten, die Sark hereingebracht hatten. Als sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, wandte sich die Russin an den jungen Mann: „Woher kennen sie meine Schwester?“ verlangte sie zu wissen.
„Ich habe für sie gearbeitet. Doch unsere Wege haben sich getrennt. Ich bin nicht als ihr Feind hierher gekommen, sondern weil ich ihnen ein Angebot machen möchte.“
Katya schien eine Weile nachzudenken. An ihrem Gesichtsausdruck merkte der Agent, dass sie neugierig geworden war. Er beschloss diese Neugier noch ein wenig zu schüren, da er sich sicher war, dass man ihn aufgrund seiner Verbindung zu Irina töten lassen würde.
„Setzen sie sich!“ wies die dunkelhaarige Frau, Julian an und deutete auf den Stuhl, der vor ihrem Schreibtisch stand. Sark tat wie ihm geheißen. Die Handschellen klirrten als sie sich bei seinem Versuch sich zu setzen, aneinander rieben.
„Ich sollte mich ihnen vielleicht erst vorstellen. Mein Name ist Julian Sark und ich bin hier um ihnen eine Zusammenarbeit anzubieten.“
Derevko entkam ein amüsiertes Grinsen. Dieser Bursche hatte wirklich Selbstvertrauen. Seine Worte hatten so geklungen als würde der Covenant tatsächlich noch wert auf seine Zusammenarbeit legen, jetzt da sie Sydney und Nadia hatten. „Wie kommen sie darauf, dass ich an einer Zusammenarbeit mit ihnen interessiert wäre, Mr. Sark?“
Sein arrogantes Grinsen verunsicherte die Russin. Julian fuhr sich mit der Zunge einmal über den Mund und rückte in seinem Stuhl ein wenig nach vorn. „Wie weit sind sie mit Rambaldis Puzzle?“
Katya war zu erstaunt um auf diese Frage etwas zu erwidern. Die Einzigen, die von Rambaldis Puzzle wussten, arbeiteten entweder für den Covenant oder waren tot. Die Russin begann sich zu fragen, ob es vielleicht doch eine undichte Stelle innerhalb der Organisation gab.
Ganz Haltung bewahrend, antwortete Irinas Schwester mit einer Gegenfrage: „Woher wissen sie davon?“
„Oh ich weiß einiges. Überlegen sie es sich. Wir könnten zusammenarbeiten, was ihnen helfen würde alle Teile schneller zusammen zu kriegen als geplant oder wir arbeiten gegeneinander, wobei – und das versichere ich ihnen – sie niemals alle erforderlichen Rambaldi-Artefakte zusammen bekommen werden. Ich weiß, dass ihre Vorgesetzten beim Covenant in diesem Fall nicht lange zögern werden sie zu töten..“
„Das ist nicht ihr Ernst?“ machte Katya ungläubig, keuchte mit weit geöffneten Augen. Sark starrte die Covenant Agentin ungerührt an. „Was wollen sie?“ verlangte die Russin zu wissen.
„Nadia Santos“ antwortete Sark.
„Sie sind hier, weil sie eine Agentin von mir haben wollen?“ Katya verzog die Mundwinkel zu einem spöttischen Grinsen, woraufhin Julian jedoch keine Mine verzog.
„Meinem Auftraggeber ist es sehr wichtig sie lebend wiederzuhaben.“
„Sie reden von ihr als sei sie das Eigentum ihres Auftraggebers. Nur so aus Neugier: Wer ist es?“ Die Russin beugte sich ein wenig nach vorn. Ihr Blick traf Sark mitten in die Augen. Eine Weile herrschte Schweigen. Dann ergriff der blonde Agent wieder das Wort: „Bei allem Respekt: Mein Auftraggeber war es nicht, der Nadia einer Gehirnwäsche unterzogen hat. Und ich bin mir sicher, dass er nicht davon begeistert sein wird, wenn er es erfährt.“
Katya sah ihr Gegenüber an als hoffe sie, dass er weitere Informationen preisgeben würde, doch das tat er nicht. „In Ordnung. Aber Nadia wird erst freigegeben, wenn wir Rambaldis Puzzle zusammengesetzt haben. Solange wird sie noch gebraucht.“
„Das ist ganz im Sinne meines Auftraggebers, Ma’am.“
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Moskau, Russland
„Hallo, Jack.“ Irina kam ihrem Mann mit einem Lächeln auf den Lippen entgegen.
„Irina“ erwiderte dieser nur und für ein paar Minuten lang verharrten die Agenten in ihrer Position, sich nur tief in die Augen blickend. Die Russin machte einen Schritt auf den Grauhaarigen zu, war kurz davor ihn zu küssen als Weiss und Nadia die Operationszentrale von Irinas Organisation betraten.
„Gibt’s was neues von Miguel?“ fragte die Schwarzhaarige voller Sorge, während Irina und Jack peinlich berührt den Abstand zwischen sich vergrößerten. Eric und Nadia bemerkten natürlich, dass etwas anders war und sahen fragend zwischen dem Agentenehepaar hin und her, von denen aber keiner wagte das Verhalten zu erklären. Schließlich lenkte Derevko mit einer Antwort auf die Frage ihrer Tochter von der eigentlichen Situation ab. „Ja. Der Datenkern, den du auf unseren Server geladen hast, hat uns einen Zugriff auf Video-Dateien der Überwachungskameras von Sanchez´ Anwesen ermöglicht. Sydney und Vaughn wurden zu seiner Villa nach Barcelona gebracht.“
„Ihr müsst sofort aufbrechen. Den Informationen der CIA zufolge, befindet sich bereits ein Team des Covenants auf dem Weg dorthin. Sollten sie Vaughn entdecken, fliegt ihr Beide auf und werdet als Doppelagenten getötet. Eure Maschine geht in zwei Stunden.“ übernahm Jack für seine Frau.
Die Argentinierin und ihr Freund nickten eifrig. „Sonst noch was?“ erkundigte sich Eric.
„Ja. Ich würde gerne mit Nadia allein sprechen, wenn es euch nichts ausmacht“ nickte Irina und warf ihrer Tochter einen langen Blick zu.
Anders als Jack, der nicht überrascht wirkte, schien Weiss sich zu fragen was das zu bedeuten hatte, signalisierte aber sein Einverständnis und ging mit Jack hoch in die Büros um sich die technische Ausrüstung und die Einsatzinformationen zu holen.
„Die ganze Mission hat einen Hacken, stimmt’s?“ fragte die Schwarzhaarige und der Klang ihrer Stimme, die sich nach der eines kleinen Mädchens anhörte, ließ die ehemalige KGB-Agentin schmunzeln, nur um gleich darauf wieder eine ernste Mine aufzusetzen.
„Ich habe mit dem Gedanken gespielt es dir zu verheimlichen, aber ehrlich gesagt halte ich es für besser, wenn du darauf vorbereitet bist, denn früher oder später wirst du damit konfrontiert.“ Die todernste Stimme ihrer Mutter, erschreckte Nadia, so dass ein betroffener Moment der Stille entstand, in dem die Agentin einen Schritt auf Irina zumachte. Ihr flehender Blick schien die Russin geradezu zu durchbohren. „Mom was ist denn los?“ fragte Nadia heiser.
„Sark ist in Russland. Das ist auch der Grund warum Jack hier ist. Er wird versuchen ihn festzunehmen, bevor er dich zu deinem Vater bringt.“ Irina sah Nadia an um zu beobachten welche Reaktion diese Information in ihrer Tochter auslöste.
Tausende Gedanken an ihren Vater strömten auf Nadia ein. Unbewusst fuhr sie mit der linken Hand an ihrem rechten Arm entlang. Der Arm, in den Sloane ihr vor einiger Zeit das grüne Serum injiziert hatte. Sie erinnerte sich, dass sie sich noch gefragt hatte, was für ein Vater das war, der seiner eigenen Tochter so etwas antun konnte.
Nadia hatte es nicht glauben können, hatte geglaubt, dass es tief in seinem Inneren einen Teil von ihm gab, der sich nicht Rambaldi verschrieben hatte, dass es ein Ende haben würde sobald sie die Sphäre des Lebens gefunden hatten.
Doch wie schon so oft hatte Nadia sich getäuscht. Seine Obsession schien während ihrer Suche noch größer geworden zu sein und die Agentin hatte sich Vorwürfe gemacht, dass sie seinen Wahn noch unterstützte. Deshalb war sie nach Argentinien zurückgekehrt und hatte Sloane seinem Wahn überlassen, auch wenn er versucht hatte sie davon abzubringen. Wieso wollte er plötzlich alles daran setzen sie wieder zurück zu bekommen? Was hatte er auf seiner Reise in Erfahrung gebracht?
Trotz ihrer Neugier, entschied Nadia trotzig, dass sie das nicht interessieren sollte. Ihr war egal welch höheren Sinn Rambaldis Arbeit gehabt haben und was ihre Bestimmung in seinem Spiel gewesen sein mochte. Sie wollte nur ein halbwegs normales Leben führen, was als Agentin sowieso kaum möglich war.
„Nadia?“ Die Schwarzhaarige zuckte zusammen als sie Irinas Hand auf ihrem Arm spürte und wich ein wenig vor ihr zurück.
„Mir geht’s gut. Ich krieg das schon hin.“
„Bist du dir sicher?“ fragte die ehemalige KGB-Agentin, Zweifel in ihrer Stimme mitschwingend. Ihre Tochter nickte zwar, doch Irina glaubte ihr kein Wort, ging aber nicht mehr näher darauf ein. Nadia würde schon mit ihr reden, wenn ihr danach zumute war. Außerdem sollte sie sich darauf konzentrieren Sydney und Vaughn zu retten. „Viel Glück in Barcelona!“ sagte die Braunhaarige deshalb, lächelte und berührte ihre Tochter noch kurz an der Schulter bevor sie sich auf den Weg in ihr Büro machte.
Nadia sah ihrer Mutter noch hinterher, seufzend und besorgt.
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Barcelona,
Spanien
Endlich, nach Stunden der Qual, hatten die Entführer sich entschlossen, den beiden Agenten eine Pause zu gönnen und sie zusammen in ein Zimmer gesperrt, das sich im Keller befand. Nicht mal ein Fenster gab es, durch das Sydney spähen und hätte schließen können ob es Tag oder Nacht war.
Jegliches Zeitgefühl war von ihr gewichen. Vaughn, der auf der Pritsche lag, und dessen Aussehen Sydney schmerzlich an den Zustand erinnerte, in dem sie ihn vorgefunden hatte als sie ihn aus den Händen der Tolcon Company befreit hatte, stöhnte ein wenig und drehte sich auf die Seite. Mit dem Gesicht der braunhaarigen Agentin zugewandt, die aufstand und sich vor die Pritsche kniete. Ihre Hand streichelte durch sein kurzes, blondes Haar, das völlig zersaust war.
Er öffnete die Augen, wie die junge Frau erleichtert bemerkte. „Syd.“ Seine Stimme war nichts weiter als ein Röcheln. Die Blutergüsse in seinem Gesicht trieben ihr Tränen in die Augen, Tränen der Wut und des unbändigen Hasses auf Miguel Sanchez. „Wie lange war ich weg?“ fügte Michael leise hinzu, lächelte seine Verlobte tapfer an.
„Eine Stunde vielleicht. Ich habe das Zeitgefühl verloren“ antwortete sie traurig, bettete ihre Hand auf die Wange ihres Liebsten, während sie seine Hämatome im Gesicht mit sanften Küssen überdeckte. Ein wenig ziepte es als Sydneys Lippen die empfindlichen Stellen berührten. Trotzdem tat es irgendwie gut ihre Nähe zu spüren, die warme Hand auf seiner Wange.
„Hast du einen Vorschlag wie wir hier rauskommen?“ fragte der Blonde, worauf seine Verlobte ihm mit einem langen Blick antwortete.
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Zeitgleich mit dem Team des Covenants an anderer Stelle, kamen Nadia und Weiss in Spanien an. Die beiden Spione waren am hinteren Eingang in Position gegangen, Agenten des Covenants am vorderen.
„Evergreen an Basis. Sind in Position“ sagte Nadia.
„Verstanden, Evergreen. Seid vorsichtig. Am Vordereingang sind Agenten des Covenants.“ Jack hatte ein Head-Set auf dem Kopf und verfolgte mit Irina am Monitor im Besprechungsraum die Mission.
Nadia nickte und gab Eric winkend das Zeichen zum reingehen. Leise hörten sie wie der Anführer des Teams auf der anderen Seite seinen Kollegen auf Russisch denselben Befehl erteilte.
Beide Agenten hielten es für besser sich zu trennen. So liefen sie nicht Gefahr von Covenant-Agenten zusammen gesehen zu werden.
Nadia, mit der Waffe im Anschlag, rannte einen langen Korridor entlang, an dessen Ende sich eine Tür befand, die sie mit einem Dietrich aber schnell aufbekam. Es war ein Raum voller technischem Equipment, ein Laptop in der Mitte auf einem Tisch, dahinter eine verschlossene Tür, mit einem runden Fenster. Die Agentin musste sich strecken um hindurch sehen zu können und entdeckte Sydney und Vaughn. „White Rabbit? Ich hab sie!“ Weiss antwortete nicht und die Argentinierin begann sich Sorgen zu machen. Nach ihrem Freund konnte sie nicht suchen bevor sie nicht ihre Schwester und Michael da rausgeholt hatte.
„Nadia!“ Endlich hatte die Braunhaarige ihre Schwester bemerkt, kam an die Tür und presste ihre flache Hand gegen das Glas. Die Erleichterung stand ihr ins Gesicht geschrieben und auch Nadia fühlte sich ein wenig erleichtert durch das Lächeln ihrer Schwester. „Nadia ich weiß, dass die Tür mithilfe eines Codes verschlossen wurde und nur mit ihm auch wieder geöffnet werden kann. Du musst den Laptop dort drüben hacken um an die Kombination zu kommen und uns hier raus zu holen.“
Die Schwarzhaarige nickte, setzte sich an den Computer, stellte aber nach wenigen Minuten fest, dass es eine Firewall gab, die man ohne die nötige Software nicht durchbrechen konnte. „Basislager? Wir haben ein Problem.“ Die Agentin lehnte sich in dem Stuhl ein wenig zurück.
„Wir haben es mitbekommen, Evergreen. Hör zu, du musst uns die IP-Adresse geben. Mithilfe dieser haben wir Einsicht in den Laptop und können so von hier aus das System hacken und dir den benötigten Code geben. Auf unserem System befindet sich die Software, die benötigt wird um die Firewall zu umgehen.“ Irina befestigte das Head-Set an ihrem Ohr, während sie den Laptop anschaltete und das System hochfuhr, auf die IP-Adresse von Nadia wartete.
„Ihr müsst euch beeilen. Drei Agenten des Covenants haben das Gebäude gerade betreten. Und wo zum Teufel steckt White Rabbit?“ schaltete Jack sich ein, der das Geschehen weiterhin per Videoschalte verfolgte.
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„Es scheint als würde sich mein Verdacht bestätigen.“ Miguel lächelte überlegen während er sich mit erhobener Hand, in der er eine Waffe hielt, langsam Eric näherte. Der Agent trotzte dem Blick des Mannes, sah ihn fast hasserfüllt an. „Diese Zwei scheinen doch Agenten zu sein. Dachte ich´s doch!“ Miguels triumphierendes Grinsen wurde eine Spur breiter.
„Wenn sie dann genug von ihrem eigenen dummen Gelaber haben, könnten wir diese Sache zu ende bringen. Ich hatte heute Abend noch was vor“ zischte der Schwarzhaarige zurück.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine traurige Figur wie sie etwas Wichtiges vorhat.“ Ein boshaftes Grinsen zeichnete Sanchez Gesicht, während Weiss` Miene zornig wurde, sich aber veränderte als er antwortete: „Tja, das was ich vorhabe, hat mit einer Frau zutun. Sie kennen sie vielleicht. Ihr Name ist Nadia Santos!“ Sofort erstarb Miguels Grinsen. Er war zu perplex um den Angriff von Eric abzuwehren, der seiner Antwort folgte. Mit einer gezielten Attacke gegen sein Handgelenk entwaffnete der Agent den Mann, brachte ihn und sich zu Fall wo die beiden Männer rangelten.
Schließlich gewann der Argentinier die Oberhand, schlug Eric ein paar Mal ins Gesicht und stolperte auf seine Waffe zu. Mittlerweile waren Wachen zur Verstärkung eingetroffen. Allesamt richteten ihre Pistolen auf Weiss, so dass dieser sich geschlagen geben musste.
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Inzwischen war es Nadia gelungen die IP-Adresse an Irina zu übermitteln, die daraufhin daran arbeitete, das System zu hacken um ihrer jüngeren Tochter den Code zu übermitteln.
„Basis habt ihr den Code schon?“ fragte die Schwarzhaarige nervös.
„Bin dabei!“ antwortete Irina, biss sich auf die Unterlippe. Das System suchte nach den Dateien, war bei 95 Prozent.
„Die Covenant-Agenten steuern genau auf euch zu. Evergreen ihr müsst sofort von da verschwinden!“ meldete sich Jack aufgebracht.
„Mom würdest du dich bitte beeilen?“ zischte Nadia gereizt, während Sydney in ihrer Zelle auf und ab tigerte.
„Setzt mich nicht so unter Druck!“ erwiderte die Russin bissig. Schritte waren von draußen zu hören und Stimmen, die russisch sprachen.
„MOM!“ drängte Nadia ein zweites Mal.
Irina seufzte erleichtert als endlich der Code auf ihrem Bildschirm erschien. „Evergreen der Code lautet: 11475“ Erleichtert mussten die drei Agenten feststellen, dass die Agenten von draußen an ihnen vorbei liefen, die Tür offenbar übersehen hatten.
Sofort sprang Nadia vom Stuhl auf und tippte den Code in ein Zahlenfeld auf ihrem Bildschirm ein. Es dauerte nicht mal eine Sekunde, dann öffnete sich die Tür von selbst. Die Schwarzhaarige, die schon fast draußen war, warf ihrer Schwester und Michael je eine Waffe zu. Im Türrahmen blieben sie stehen um nach möglichen Sicherheitskräften oder Covenant-Agenten Ausschau zu halten. „Wir sollten uns trennen. Wenn uns Covenant-Agenten zusammen sehen, sind wir erledigt“ meinte Sydney. „Nadia und ich suchen Miguel, du Weiss. Wir treffen uns wieder in Moskau.“
So richtig einverstanden war Vaughn mit diesem Plan nicht, aber da er wusste, dass es wirklich die einzige Option war, diskutierte er nicht weiter, wünschte den Schwestern nur viel Glück und ging als erster den Korridor entlang wo er rechts, am Ende durch eine Tür trat. Die Schwestern schlugen wenig später fast denselben Weg ein, nur dass sie die Tür links benutzten.
Die Beiden fanden sich in einer großen Halle wieder, die heller und freundlicher wirkte als das Zimmer, in dem Sydney und Vaughn eingesperrt gewesen waren. Nadia erkannte sofort Miguel Sanchez und als sie sah auf wen er die Waffe richtete, stockte ihr der Atem – Eric! „Wir müssen ihn irgendwie da rausholen.“ Sydney pflichtete ihrer Schwester nickend bei.
„Wir sollten versuchen Sanchez möglichst am Leben zu lassen. Denk dran wir haben einen Auftrag, Nadia!“
Keine Antwort, nur eine Waffe, die die Schwarzhaarige entsicherte. „Also holen wir uns den Kerl und verschwinden“ meinte die jüngere Agentin. Doch gerade als die Schwestern sich aufteilen und von zwei Seiten an Miguel heran pirschen wollten, entsicherten zwei Männern ihre Waffen und richteten sie auf die beiden Frauen.
Unsanft wurden sie neben Weiss gestellt. Miguel starrte Nadia fassungslos an, die Waffe immer noch auf Eric gerichtet. „Nadia. Wir haben gerade über dich gesprochen.“
Er sah kurz zu Eric und grinste abfällig als würde er verstehen. „Und mit diesem Typen gehst du tatsächlich ins Bett?“ Das war zuviel für Weiss. Ohne, dass seine Bewacher reagieren konnten, stürzte er sich auf den Argentinier, rollte mit ihm gemeinsam die Treppe hinunter. Die Waffe in Miguels Hand gab einen Schuss ab, der glücklicherweise nur die Wand traf.
Sydney und Nadia nutzten inzwischen die Gelegenheit der entstandenen Verwirrung um ihre Bewacher zu entwaffnen. Die Männer kämpften sehr gut, waren wendig und flink in den Bewegungen. Doch als die Schwestern gemeinsam kämpften, schien es als wüsste die eine wo die andere gerade war und wann wer von ihnen gerade Verstärkung brauchte, ohne dass sie etwas sagen oder zu der Anderen sehen mussten.
Sydney war schnell mit ihrem Wachmann fertig, als sie mitbekam, dass Nadias Gegner sie heftig würgte. Ihr Gesicht war schon krebsrot angelaufen. Ohne lange zu überlegen, nahm die Braunhaarige die Waffe des bewusstlosen Wachen und feuerte zwei Schüsse ab, die den Gegner ihrer jüngeren Schwester töteten. Der Griff um den Hals der Argentinierin lockerte sich. Sie hustete und schnappte nach Luft, während Sydney auf sie zueilte und stützte.
„Danke!“ sagte die junge Agentin heiser.
Die Braunhaarige lächelte. „War mir ein Vergnügen!“ Wieder ein Schuss, der aus dem unteren Stockwerk kam. Die Schwestern wechselten einen Blick und sprinteten nach unten, befürchteten das Schlimmste. Doch anders als erwartet, war der Schuss offenbar nicht von Miguel gekommen, sondern von Weiss. Der argentinische Verbrecher lag mit dem Gesicht nach unten und mit einer Kugel im Rücken auf dem Boden.
„Es ging nicht anders.“ Keuchte der Schwarzhaarige. Nadia rannte zu ihm und küsste ihn. Was interessierte es sie ob die Mission erfolgreich war, solange ihr Freund unversehrt war?
Viel Zeit zur Freude blieb ihnen nicht. Sie hörten russische Stimmen, die immer wieder nach Sydney und Nadia riefen, jeden Winkel des Hauses genau unter die Lupe nahmen. „Du musst gehen. Basislager sagt Shotgun, dass der Auftrag erledigt ist und er sich am Bergungspunkt einfinden soll. Dort wird White Rabbit auf ihn warten.“ Gab Nadia per Funk an Irina durch, die sich nicht zweimal bitten ließ Michael zu informieren. „Wir sehen uns in Russland.“
Eric küsste seine Freundin noch mal zum Abschied, nickte Sydney zu und rannte in die andere Richtung. Gerade rechtzeitig, denn in schwarz gekleidete Covenant-Agenten erreichten den Korridor und damit auch die die beiden Spioninnen.
„Es war Notwehr. Wir hatten keine Wahl als Sanchez zu töten“ erklärte Sydney den Männern, die über Funk Katya informierten und einen Hubschrauber anforderten, der sie abholen sollte.
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Los Angeles
Sloane ging zu seinem Safe und öffnete ihn. Heraus holte er einen Mikrochip. Diesen hütete er wie einen Schatz, den er enthielt die Informationen, die er um jeden Preis mit seiner Tochter teilen wollte. Die Nadia hoffentlich bewiesen, dass die Suche nach Rambaldi jedes Opfer wert war.
Ja der ehemalige Leiter von SD-6 hatte sie. Die Sphäre des Lebens. Sie befand sich an einem sicheren Ort, einen Ort, an dem die CIA niemals suchen würde. Sloane dachte nicht daran dem Geheimdienst dieses Rambaldi-Artefakt und die Informationen einfach so zu überlassen. Er würde Nadia an sich binden, zwingen ihn zu begleiten. Dass das leicht werden würde, hatte er nie behauptet. Sydney und Irina würden die größte Schwierigkeit darstellen, genauso wie die Gefühle für diesen jungen Agenten, die Nadia offenbar für ihn hegte.
Aber Gefühle, so rief Arvin sich in Erinnerung, waren auch ein gutes Druckmittel. Eines, das seit Jahrzehnten angewendet wurde um zu bekommen was man wollte. Dabei hatte er aber nicht vor Nadia zu schaden.
Sloane bestritt nicht, dass seine Obsession für das Werk Rambaldis noch vorhanden war. Doch es hatte sich was verändert. Er war nicht mehr bereit Nadia für seine Suche zu opfern, sondern sie zu schützen. Sein Plan, der Sark mit einbezog, würde ein Anfang dieses Planes sein.
Kaum hatte er daran gedacht, klingelte das Handy. Am anderen Ende der Leitung meldete sich die Stimme von Sark. „Und? Waren sie erfolgreich?“ wollte der grau melierte Mann wissen.
„Ja. Ich arbeite undercover für den Covenant. Mit etwas Glück wird ihre Tochter in ein paar Wochen von selbst zu ihnen kommen. Ich gratuliere ihnen. Es ist so gelaufen wie sie es geplant haben.“ Der blonde Agent stürzte in seinem Hotelzimmer ein Glas Wein hinunter und blickte aus dem Fenster, von dem aus er den gesamten Roten Platz überblicken konnte.
„Halten sie mich auf dem Laufenden!“ wies Sloane seinen Mitarbeiter an und legte auf. Ein breites Grinsen der Zufriedenheit zierte sein Gesicht.
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