19. Here without you

Was bisher geschah:
Wir sehen wie Nadia Kingsley ermordet, ihm in den Kopf schießt, enthauptet und das Auto verbrennt. Nadia: „Es war vor ein paar Wochen. Der Covenant hatte das Vertrauen zu mir verloren und verlangte einen Loyalitätsbeweis. Katya hat mich also damit beauftragt Robert Kingsley zu töten. Als Beweis sollte ich ihr seinen Kopf bringen.“ Weiss sieht verletzt aus. Wir sehen wie er und Nadia weinend am Flughafen stehen, sich voneinander verabschieden und in getrennte Flugzeuge steigen.

Caleb Vales und Regis Lacroix suchen Sark und Sloane auf.
Regis Lacroix:  „Mister Sark, wir wollen nur diese verdammte Prophezeiung knacken. Das Geld für die Artefakte können wir gut gebrauchen um The Hand finanziell am Leben zu erhalten. Es gibt weitaus größere Dinge, mit denen wir uns beschäftigen.“
Sloane: „The Hand? Ihre Organisation, wie ich annehme?“ – Kapitel 11 „Head of the Covenant“

Nadia ist an eine Liege gekettet. Sark und William Karg stehen bei ihr.
Karg zu Nadia: „Sie sind der Passagier. Das bedeutet, sie haben von Rambaldi eine Art genetisches Erbe erhalten, durch das sie in der Lage sind Nachrichten aus dem Unterbewusstsein Rambaldis zu übermitteln. Das grüne Elixier, das man ihnen vor zwei Jahren injiziert hat, hat Arvin Sloane dazu verholfen, Rambaldis Kugel des Lebens zu finden. Was die CIA und nicht mal Sloane und Irina Derevko gewusst haben, ist, dass eine zweite für den Passagier bestimmte Nachricht existiert, die mithilfe dieser Flüssigkeit von ihnen übermittelt werden kann.“

Wir sehen wie Vaughn sich über Jacks Benutzerkontonummer in dessen Dateien einhackt und frustriert auf den PC einhämmert als das System einen Virus meldet.
Nadia erreicht Sydneys Haus und klopft. Die Tür öffnet sich und neben Sydney taucht Weiss auf. Nadia ergreift die Flucht
Weiss steht in Nadias Appartement. Sie reden über die bevorstehende Hochzeit von Sydney und Vaughn. Weiss zu Nadia: „Ich habe noch immer Gefühle für dich, aber ich weiß nicht, ob es mein Herz noch einmal verkraften würde, wenn du mich nochmal verletzt. Verstehst du?“
Nadia (traurig): „Also Augen zu und durch.“


Los Angeles

Draußen war es noch dunkel, obwohl die Sonne schon ihre ersten Fühler ausstreckte. Nadia hatte nicht schlafen können und deshalb beschlossen, joggen zu gehen. Sie war nichtmal müde als sie sich aus dem Bett schwang, sich in ihre Trainingskleidung warf und ihre Wohnung verließ.
Ein frischer Wind wehte ihr um die Nase, für kalifornische Verhältnisse war es noch recht kühl. Die Agentin holte tief Luft und schloss für einen Moment die Augen und als sie sie wieder öffnete, begann sie zu laufen, ohne genau zu wissen wohin ihr Weg sie eigentlich führte.

Sie wusste nur Eines: Sie wollte jetzt nicht denken, nicht an Weiss und daran, dass sie sich in ein paar Stunden treffen würden, um die Hochzeit von Sydney und Vaughn zu planen. Als Trauzeugen der Beiden war das ihr Job.

A hundred days have made me older
Since the last time that I saw your pretty face
A thousand lies have made me colder
And I don't think I can look at this the same
All the miles that separate
Disappear now when I'm dreamin' of your face

I'm here without you baby
But you're still on my lonely mind
I think about you baby and I dream about you all the time
I'm here without you baby
But you're still with me in my dreams
And tonight, there's only you and me...


Auch Eric konnte nicht schlafen. Jedes Mal, wenn er versucht hatte, die Augen zu schließen, sah er Nadia vor sich. Diese verdammten Gefühle ließen sich einfach nicht abstellen!! Es wäre soviel einfacher für ihn, wenn er Nadia hassen könnte dafür, dass sie ihn belogen hatte. Aber so sehr sich Weiss auch bemühte, er konnte nicht.
Andererseits konnte er auch unmöglich mit ihr zusammnen sein: Das was vorgefallen war, hemmte ihn einfach noch zu sehr. Hatte Nadia sich geändert oder würde sie ihn bei nächst bester Gelegenheit wieder belügen?
Er wollte ihr ja vertrauen, aber das war gar nicht so einfach und jetzt sollten sie auch noch zusammen arbeiten. Weiss fragte sich, ob sie es schaffen würden, ihre Gefühle füreinander beiseite zu lassen und arbeiten konnten.
Vielleicht war es doch keine so gute Idee gewesen, dass ausgerechnet er und Nadia, Sydneys und Vaughns Trauzeugen waren. Das konnte nur in einem Desaster enden!

Eric musste diese Gedanken loswerden. Mit Schwung erhob er sich von seinem Bett, stülpte eine Trainingshose und ein T-Shirt über, ging in den Keller, zog seine Boxhandschuhe über und schlug wie wild auf den Sandsack ein, der unter der Decke hing.

The miles just keep rollin'
As the people leave their way to say hello
I've heard this life is overrated
But I hope that this gets better as we go.

I'm here without you baby
But you're still on my lonely mind
I think about you baby and I dream about you all the time


Nadia machte Halt als sie eine Brücke erreichte, unter der ein Bach hindurch floss, lehnte sich gegen das Geländer und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Jedes Mal, wenn sich die Gedanken an Eric eingeschlichen hatten, hatte sie das Tempo angezogen in der Hoffnung so ihren Ex-Freund aus ihrem Kopf zu bekommen, was ihr nicht gelungen war.

Sie dachte darüber nach, ob es nicht vielleicht besser wäre, wenn sie sich bei Sydney entschuldigen und als Trauzeugin zurücktreten würde. Warum hatten Sydney und Vaughn auch ausgerechnet, sie und Weiss zu Trauzeugen gemacht? Bei der Vergangenheit, die sie hatten?
Nadia schüttelte mit dem Kopf. Im Moment hatte sie keine Idee wie sie dieses Problem lösen sollte und in ein paar Stunden würde sie sich mit Eric treffen, um die ersten Vorbereitungen für die Hochzeit zu treffen. Wie sollte sie einen kühlen Kopf bewahren? Schließlich liebte sie ihn nach wie vor und wusste, dass es zwischen ihnen nie wieder so sein würde wie früher, woran sie, Nadia, schuld war.

I'm here without you baby
But you're still with me in my dreams
And tonight girl, there's only you and me.

Everything I know, and anywhere I go
It gets hard but it won't take away my love
And when the last one falls, when it's all said and done.
It gets hard but it won't take away my love


Weiss wurde wütend, denn obwohl er wie verrückt auf den Sandsack einprügelte, ließen sich die Gedanken an Nadia einfach nicht aus seinem Kopf verbannen. Er machte eine Pause, strich mit einer Hand über das glatte Leder und öffnete schließlich den Boxhandschuh. Seine Hand blutete, aber er fühlte gar nichts, keinen Schmerz.
So sehr es auch schmerzte, er musste sich mit seinen Gefühlen für seine Ex-Freundin auseinandersetzen, sonst zerriss es ihn innerlich. Aber er hatte Angst davor, dass ihn seine Überlegungen wieder in ihre Arme zurückführten und er denselben Fehler machte wie zuvor.

Achtlos warf der Agent die Boxhandschuhe in eine Ecke, stieg die Treppe hinauf und duschte. Das kalte Wasser schien ihm dabei zu helfen, wieder klar zu denken. Er würde das schon irgendwie schaffen. Wovor hatte er eigentlich Angst? Das mit ihm und Nadia war Vergangenheit und spätestens ab dem Zeitpunkt, wo er eine neue Freundin hatte, hatte sich die Verwirrung auch wieder gelöst. Zumindest versuchte Eric sich das einzureden.

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Marshall war an seinem Schreibtisch eingeschlafen. Er schnarchte und wurde auch nicht wach als Irina sein Büro betrat. Die Leiterin des DSC hatte einen Becher Kaffee in der Hand und seufzte als sie feststellte, dass Marshall offenbar trotz seiner Bemühungen noch nicht damit weitergekommen war, eine Spur von Sark oder der Bombe zu finden. Nadias Hinweise waren einfach zu vage gewesen und alle ausländischen Geheimdienste, die Irina bezüglich fehlender Bomben gefragt hatte, hatten ihr versichert, dass man ihnen nichts gestohlen hatte.

Das konnte zweierlei bedeuten: Zum Einen, dass Sark die Bombe noch nicht gefunden hatte oder Rambaldi selbst eine entworfen hatte und die an einem so guten Ort versteckt war, dass noch niemand sie gefunden hatte.
Irina tippte auf letztere Variante und als wäre das nicht schon schlimm genug, beunruhigte es sie auch, dass sämtliche Rambaldi-Anhänger untergetaucht waren. Weder die CIA noch das DSC konnten sie aufspüren. Ein weiteres Problem war der Maulwurf und die Tatsache, dass noch immer niemand wusste wer er war.
Die ehemalige KGB-Agentin wunderte sich, dass Jack mit seinen Ermittlungen noch immer nicht weitergekommen war. Deshalb war sie bei Marshall und auch weil dieser ihr eine Nachricht hinterlassen hatte, er wolle sie sprechen.

Diese Situation war Irina äußerst unangenehm, dass ausgerechnet sie Marshall wecken musste, aber sie brauchte ihn. „Marshall?“ flüsterte sie behutsam, doch der Techniker regte sich nicht. Irina seufzte. Mit einem Dutzend Agenten wurde sie fertig, aber einen Kerl zu wecken, mit dem sie nicht umzugehen wusste, überforderte sie. „Marshall!“ rief sie lauter und bestimmter.
Der Techniker gab zwar ein leises Brummen von sich, machte aber keine Anstalten aufzuwachen. „Marshall, wachen Sie auf!!“ rief Irina ihm schließlich ins Ohr und endlich sprang er auf, sah sich um wie ein verschrecktes Reh, bis er die Leiterin des DSC bemerkte, die ihn ungerührt musterte. Ein Blatt Papier klebte an seiner Backe, das er schnell entfernte als er es bemerkte.
„Oh, Mrs. Derevko…Hoher Besuch“ stammelte er und ging zum Ende des Raumes, kam mit einem Glas Weingummis zurück und hielt es Irina hin. „Wollen Sie Wein…gummis. Mitchell liebt diese Dinger und da dachte ich, naja, es wäre unhöflich Ihnen nichts anzubieten.“ Eigentlich brabbelte Marshall aus Verlegenheit darüber, dass Irina ihn beim Schlafen „erwischt“ hatte und zum ersten Mal sein Büro betrat, als darüber, dass er sich besonders wach fühlte. Die letzten zwei Tage hatte er gerade mal vier Stunden geschlafen.

Die ehemalige KGB-Agentin ignorierte sein Geplapper und unterbrach ihn: „Sie wollten mich sprechen?“
„Also ja“ Der Techniker räusperte sich und schwieg, während Irina ihn ungeduldig musterte. Erst als er merkte, dass er eigentlich etwas hatte sagen wollen, begann er hastig zu sprechen: „Ich habe die ganze Nacht damit verbracht den Virus zu entfernen, der auf Jacks…ähm..Mister Bristows…also der auf dem Server Ihres Mannes war.“
Irina runzelte die Stirn. „Wie kommt ein Virus in Jacks Dateien? Ich dachte, das geht nur, wenn der Computer eingeschaltet ist.“

Hinter Irina und Marshall öffnete sich die Tür und Jack kam herein, der seine Frau und den Techniker gerade darüber informieren wollte, dass seine Dateien gelöscht seien, als Marshall und Irina ihm erklärten, dass sie das bereits wussten und der Grund dafür ein Virus sei. „Ich wollte Marshall gerade fragen wie ein Virus auf deinen Computer kommt, wo wir doch nicht im Büro waren“ erklärte Irina lächelnd.
Der Techniker lächelte verunsichert. Er wusste, dass das was er gleich sagte Vaughn in Schwierigkeiten bringen würde, aber andererseits war es nun mal seine Pflicht, Irina das zu melden. „Mister Vaughn hat mich um Mister Bristows Benutzerkontonummer gebeten. Er sagte, dass er auf Dateien von Ihnen zugreifen müsse, die er Ihnen per Mail geschickt hat.“ Marshall sah die verwirrten Blicke von Jack und Irina, und war mit einem Mal verunsicherter als zuvor. „Hätte ich das jetzt vielleicht besser nicht sagen sollen?“
„Wahrscheinlich hat der Maulwurf den Virus eingespeist. Finden Sie heraus von welchem Computer aus meine Dateien infiziert wurden.“ Jack machte eine Pause als er Marshalls fragenden Blick sah, der zwischen ihm und Irina hin und her glitt. „Das können Sie doch, oder?“
„Ja, sicher. Aber es könnte eine Weile dauern. Wer immer das auch war, er war ein Profi“ Der Techniker grinste verlegen und spielte mit seinen Händen. Er, Irina und Jack standen eine Weile schweigsam beisammen.
Schließlich war es Irina, die das Schweigen brach und ihren Mann um ein Gespräch unter vier Augen bat.

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St. Petersburg

„Es freut mich Ihre Bekanntschaft zu machen, Mister Aleksej. Mister Sark hat mir schon einiges von Ihnen erzählt“ Karg machte eine einladende Geste, die Nicolai bedeuten sollte Platz zu nehmen.
Obwohl William Karg ihm versichert hatte, dass er mit Nicolais bisheriger Arbeit in Los Angeles zufrieden war, war dem The Hand-Agenten die Begegnung unangenehm. Lieber wäre es der Organisation sicher gewesen, wenn Michael Vaughn tot wäre. Die Entscheidung ihn am Leben zu lassen, hatte Nicolai selbst getroffen.
Karg hatte zwar noch keine Bemerkung darüber gemacht, aber der Russe konnte die Unzufriedenheit spüren, sah sie in seinem Blick.

Nicolai nahm auf dem roten Sessel Platz. Alles in Allem hatte der Raum, in dem sie sich befanden, eher die Atmosphäre eines Wohnzimmers als das eines offziellen Büros. William war eine lockere Atmosphäre lieber als das steife Ambiente eines Arbeitszimmers, anders als die meisten hochrangigen The Hand-Funktionäre, mit denen Nicolai schon zutun gehabt hatte.

Diese Eigenschaft schätzte der Doppelagent. Auch er konnte steifen Arbeitssitzungen nichts abgewinnen, auch wenn das Protokoll eher streng gehandhabt wurde. „Ich hoffe Mister Sark hat nur gutes über mich berichtet“ erwiderte Nicolai höflich und ohne sich anmerken zu lassen wie nervös ihn dieses Gesprächsthema machte.
„Natürlich, Natürlich“ winkte Karg gedankenverloren ab, beugte sich nach vorn, um die Tasse zu nehmen, die auf dem Tisch stand und aus der es nach Pfefferminztee roch. Nicolai rümpfte die Nase. Tee hatte er noch nie sonderlich leiden können. Er zog jedenfalls einen starken Kaffee dem Tee vor, auch wenn, und das musste er zugeben, Tee etwas durchaus Elegantes an sich hatte. „Er hat mir auch erzählt, dass Sie Michael Vaughn am Leben gelassen haben“ berichtete der leitende The Hand-Agent freundlich.

Nicolai zog die Stirn kraus. So ganz wusste er nicht wie er Willam Kargs Reaktion einschätzen sollte. Er hatte damit gerechnet, dass man ihn darauf ansprechen würde, aber mit so einer milden Einstellung nicht. „Das stimmt“ räusperte er sich und richtete sich die schwarze Krawatte zurecht, die er sich zu diesem Anlass umgebunden hatte. „Ich wollte vermeiden, dass Aufmerksamkeit dorthin gelenkt wird wo sie nicht gebraucht wird. Nach der Ermordung von Monique Vaughn muss ich vorsichtig sein.“
Karg nippte an seinem Tee und wirkte dabei so, als hätte er dem jungen Mann gar nicht richtig zugehört. Natürlich kannte er bereits die Gründe für Nicolais Entscheidung und es amüsierte ihn ein wenig, dass der Russe sich darüber Sorgen zu machen schien, was The Hand wohl davon halten könnte. Es war zwar nicht gerade ein Sieg, dass Vaughn nach wie vor am Leben war, aber zumindest konnte verhindert werden, dass Nicolai als Maulwurf aufflog.  
„Wie gedenken Sie, Carolyn Fox in die Schusslinie zu bringen?“ erkundigte sich der ehemalige Leiter der NSA.

Nicolais Miene hellte sich ein wenig auf, weil er wusste, dass er hier mit einem Plan glänzen konnte, war auf die Frage von Karg bestens vorbereitet. „Das DSC wird versuchen, den Computer zu ermitteln, von dem aus Bristows Dateien infiziert wurden. Ich habe es so arrangiert, dass das DSC Agent Fox’ Computer ermitteln wird, worauf man sie in Haft nehmen wird.“ Ein Lächeln umspielte die Lippen das Russen während er sich genüsslich zurück lehnte und äußerst zufrieden wirkte. Auch Karg war zufrieden, aber seine Miene blieb ernst, so erstarb auch das Grinsen von Nicolai. „Aber ich fürchte es gibt ein anderes Problem, Sir. Irina Derevko versucht die Bombe zu finden.“
William wirkte nicht besonders besorgt deswegen. Sark war schon auf dem Weg, um die Bombe zu beschaffen. Das DSC würde zu spät kommen, egal was sie versuchten. Allerdings wäre es gut gewesen, Nadia Santos zu töten. Durch ihre Visionen war sie immer noch eine potenzielle Gefahr für The Hand und das Vorhaben.
„Was schlagen Sie vor?“ fragte Karg ruhig und sah zum ersten Mal auf und direkt in das Gesicht des Russen.

Nicolai sah müde, aber gleichzeitig auch hochkonzentriert aus, als suche er bereits fieberhaft nach einer Lösung für ihr Problem. Er war auch nervös, stand unter einem riesen Druck. Seine Vorgesetzten erwarteten als Doppelagent von ihm, dass er das DSC im Dunkeln tappen ließ,  schon zweimal war ihm ein Fauxpas passiert: Monique Vaughn hätte gar nicht die Gelegenheit bekommen dürfen, soviel mit Irina Derevko zu reden, dann die Sache mit Michael Vaughn und den Ermittlungen von Jack Bristow. Beide waren schon ziemlich nahe dran gewesen, Nicolai zu enttarnen.
Er musste vorsichtig sein und konnte sich nicht nochmal einen Fehler leisten, denn entweder würde The Hand ihn sonst töten lassen oder das DSC ihn in Haft nehmen. Irina Derevko war dafür bekannt, nicht gerade zimperlich mit ihren Gefangengen umzugehen, noch dazu wo er, Nicolai, ihre Töchter in Gefahr gebracht hatte. Nicht, dass der SVR-Doppelagent vor der Leiterin des DSC Angst gehabt hätte! Er war sich aber nicht sicher, ob er ihr gewachsen war. Irina Derevko war unter russischen Spionen eine Legende: Allein schon was sie in ihrer Zeit als The Man zustande gebracht hatte! Es war zu schade, dass sie auf der falschen Seite stand.

„Ich schlage vor, wir warten ab bis wir wissen wie das Department of Special Cases vorzugehen gedenkt. Wenn wir jetzt eingreifen, ist das zu auffällig“ antwortete Nicolai auf Kargs Frage.
William lächelte sanft, wirkte beinahe gutmütig, was Nicolai nur noch mehr verunsicherte. „Warum haben Sie mir erzählt, dass das DSC hinter der Bombe her ist, obwohl ich das schon weiß und Sie bereits selbst einen Plan haben, Mister Aleksej?“ Nicolai wollte antworten, doch Karg kam ihm zuvor: „Weil Sie Angst haben und das ist kein Verbrechen. Im Gegenteil: Ich verstehe das vollkommen. Sie haben zurecht Angst.“ Schweißperlen zeichneten sich auf der Stirn des Russen ab, was den ehemaligen Chef der NSA zu einem Schmunzeln verleitete. „Halten Sie Sark weiterhin auf dem Laufenden. Er ist Ihr Kontaktmann zu The Hand, aber achten Sie darauf, das Protokoll einzuhalten. Mister Vales und Mister Lacroix möchten nicht, dass noch weiter Aufmerksamkeit auf The Hand gelenkt wird und wir so letzten Endes dann vielleicht nicht mehr handlungsfähig sind.“
„Natürlich“ versicherte Nicolai mit einem Lächeln, knöpfte sein Jackett zu und stand auf. William Karg tat es ihm gleich. Die Männer schüttelten sich die Hand. Irgendwie fand es Nicolai ja schade, dass er noch immer nicht die Gelegenheit gehabt hatte, Caleb Vales und Regis Lacroix persönlich kennen zu lernen. Vielleicht ergab sich das ja nachdem er seinen Auftrag beim DSC ausgeführt hatte, vielleicht würden die beiden Leiter von The Hand ihm dann persönlich für seinen Einsatz danken. Verdient hätte er es jedenfalls, fand Nicolai.

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Los Angeles

„Sie haben mich herbestellt?“ fragte Vaughn freundlich nachdem er das Büro von Irina Derevko betreten hatte. Die ehemalige KGB-Agentin antwortete nicht, sondern bedeutete ihm mit einer Handbewegung sich auf einen Stuhl, an den Besprechungstisch zu setzen, der im hinteren Teil von Irinas großem Büro stand.
Obwohl Michael wusste was der Grund dafür war, dass sie ihn herbestellt hatte, beschloss er so zu tun als wüsste er von gar nichts. Möglicherweise hatte Irina ja ganz andere Gründe als er vermutete.

Irina setzte sich mit einer Akte in der Hand ihm gegenüber an den Tisch. Sie sagte gar nichts, sah ihn nur an. Nach einer Weile wurden Vaughn diese Blicke unangenehm und es für ihn immer mehr zur Gewissheit, dass Sydneys Mutter ihn wegen dem Vorfall vor zwei Tagen sprechen wollte. Die Tür öffnete sich: Jack kam herein, entschuldigte sich für die Verspätung und setzte sich auf den Stuhl neben seiner Frau. Dem blonden Agenten wurde die Situation immer unangenehmer.
„Darf ich Ihnen eine Frage stellen, Mr. Vaughn?“ fragte die ehemalige KGB-Agentin schließlich in ruhigem Tonfall. Vaughn wusste zwar nicht, ob er die Frage wirklich hören wollte, antwortete aber mit „Ja“ und lächelte dabei verunsichert. „Haben Sie den Verstand verloren?“ Irinas Mundwinkel verzogen sich zu einer säuerlichen Miene. Auch Jack sah nicht besonders glücklich aus, sagte aber nichts.
„Ich verstehe nicht ganz“ räusperte sich der blonde Agent.
Dass er so tat als wüsste er von nichts, machte Sydneys Eltern noch ein wenig wütender. „Welcher Teufel genau hat sie geritten, sich unbefugt in mein System einzuloggen, Mr. Vaughn? Dort drin habe ich Verschlusssachen gespeichert, die niemanden etwas angehen! Schon gar nicht Sie!“ meldete sich Jack nun zu Wort.

Nun wurde auch der blonde Agent wütend. Jack war noch nie besonders freundlich ihm gegenüber gewesen und Vaughn wusste, dass das nur daran lag, dass er ihn nicht für gut genug für Sydney hielt, aber das war noch lange kein Grund ihn unfairerweise so anzufauchen. Er hatte es ja nur gut gemeint!
„Ich wollte wissen wer meine Mutter ermordet hat, Jack! Der Gedanke, dass derjenige, der dafür verantwortlich ist, hier in diesen Büros arbeitet, jemand ist, den ich jeden Tag sehe“ Vaughn war so wütend, dass er seine Hände so stark zu Fäusten ballte, dass seine Knöchel weiß anliefen. „Das hat mich so wütend gemacht!“ beendete er seinen Satz mit leiser, aber vor Wut bebender Stimme.
„Ja und weil Sie sich nicht beherrschen konnten, müssen wir jetzt auch Sie beschützen, obwohl die Bombe zu finden, im Augenblick viel wichtiger ist“ entgegenete Irina hitzig.
„Sie können es ja auch bleiben lassen!“ fauchte Michael, der von seinem Platz aufsprang und Sydneys Eltern anfunkelte.
Auch Irina erhob sich von ihrem Platz. Gelbe Funken der Wut tanzten in ihren Augen. „Das würde ich ja gern, aber ich will nicht, dass Sydney nocheinmal ihren Verlobten verliert!!“ fauchte sie.
Vaughn schien nicht recht zu verstehen worauf Irina hinaus wollte, also sprang Jack ein: „Was Irina damit sagen will, Mr. Vaughn, ist, dass der Maulwurf Sie jetzt verstärkt im Visier haben wird. Diesen Virus hat er eingeschleust und wird jetzt besonders vorsichtig sein. Es ist ein Wunder, dass er sie nicht gleich getötet hat.“

Es gab nichts mehr zu sagen: Stille erfüllte den Raum. Irina und Jack hatten Recht. Vaughn fühlte sich schuldig. Daran, dass er sich in Gefahr brachte und am wichtigsten, Sydney darunter leiden würde, sollte ihm etwas zustoßen, hatte er gar nicht gedacht. All seine Gedanken hatten sich auf die Wut über Moniques Tod und so machtlos zu sein, konzentriert, dass für rationales Denken kein Platz mehr gewesen war.
Er wollte sich umdrehen und gehen, machte sich nichtmal mehr die Mühe, sich von Jack und Irina zu verabschieden. Seine Hand berührte schon den Türknauf als eine weibliche Stimme rief: „Mister Vaughn?“ Es war die Stimme von Sydneys Mutter. Der Blonde seufzte und drehte sich um. „Ich verstehe, dass Sie um Ihre Mutter trauern, aber wenn Sie jemals wieder mein Vertrauen missbrauchen oder die Gruppe durch riskante Aktionen in Gefahr bringen, sind Sie mit allen Konsequenzen raus. Verstanden?“ Irina klang hart, doch Vaughn verstand sie. Als Leiterin dieser Task Force, musste sie an die Sicherheit aller denken: Einzelspieler konnte sie nicht gebrauchen.
„Verstanden“ versicherte Michael und verließ damit endgültig das Büro.

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Als Nadia den Speisesaal betrat, in dem die Hochzeit stattfinden sollte und Weiss gegenüber stand, war die Stimmung gespannt.
Vor ihm kam sie zum Stehen, sie standen sich gegenüber ohne Worte der Bergrüßung zu sagen.
Sie wussten ja noch nichtmal, ob eine Umarmung oder eher ein freundschaftlicher Händedruck der Situation angemessen war. Das ehemalige Liebespaar streckte sich zwar die Hände entgegen, beließ es aber schließlich nur bei einem müden Winken.
„Wie geht’s dir?“ fragten beide gleichzeitig und mussten lachen, was wenigstens das Eis ein wenig brach, auch wenn noch ein Rest von Distanz blieb.

Weiss wollte ihr gestriges Gespräch nicht kommentieren oder mit Nadia über allgemeine Dinge reden. Das hätte auch nicht funktioniert. Sie konnten nun mal nicht so tun, als ob zwischen ihnen nie etwas gewesen wäre.
Sowohl Nadia als auch Eric war klar, dass sie niemals nur Freunde sein würden. Entweder sie stritten sich oder sie liebten sich, aber Freunde würden sie niemals sein. Dazu empfand Nadia einfach noch zuviel für ihn ohne zu wissen, dass Weiss sie noch genauso sehr liebte wie am ersten Tag. Schon von dem Moment an, in dem er ihr gegenüber gestanden hatte, hatte er wieder dieses unvergleichliche Kribbeln im Bauch gespürt, ihm war schlecht geworden, doch gleichzeitig tat es gut so etwas wieder zu fühlen.

„Ähm….Dekoration?“ fragte Nadia, um der peinlichen Stille ein Ende zu machen und das Gespräch wieder in Gang zu bringen. Eric löste sich aus seiner Erstarrung. Es fiel ihm schwer seinen Blick von Nadia ab- und den leeren, rechteckigen Tischen aus Mahagoniholz zuzuwenden, die überall im Raum standen. Außerdem wirkten die Wände noch recht farblos. „Ich würde vorschlagen, wir fangen mit den Wänden an.“
Weiss folgte dem Blick seiner Ex-Freundin zur Wand, von der der Putz bröckelte. Er seufzte. Ja, sie hatten viel Arbeit vor sich, das hieß auch viel Zeit mit Nadia zu verbringen. „Ich habe Weiß und Rot dabei. Welche Farbe würde Sydney gefallen?“ fragte er.
„Wieso nehmen wir nicht eine Mischung aus beidem? Ich weiß, dass Vaughn weiß gerne hat und Sydney rot. Außerdem passen die Farben gut zusammen.“ Die Schwarzhaarige grinste voller Tatendrang. Für einen Moment blitzte wieder das ungeheure Temperament in ihr auf, das Eric so sehr liebte. Sein Herz pochte schneller, versuchte aber sich vor seiner Ex-Freundin nichts anmerken zu lassen.

„Also schön. Rot und weiß“ lächelte er in ihre Richtung und warf einen Blick auf die Uhr. „Wie lange hast du Zeit?“
„Eine Stunde. Ich habe mit meiner Mutter einen Termin. Ich habe einen Plan wie wir Sark aufhalten können.“
Eric grinste, ging zum Lieferwagen, den er gemietet hatte und kehrte wenig später mit zwei Eimern Farbe zurück. Ein Eimer enthielt weiß, der Andere rot. „Ich rot, du weiß?“ fragte der schwarzhaarige Agent, wobei er einen herausfordernden Gesichtsausdruck aufsetzte.
„Ich nehme rot und du weiß“ korrigierte Nadia ihn und schnappte sich den Eimer mit der roten Farbe, bevor Weiss überhaupt reagieren konnte. Doch er schien nicht verärgert, sondern schüttelte nur mit dem Kopf und nahm den Eimer mit der weißen Farbe.

Nach einer kurzen Unterhaltung hatten sich die Beiden dafür entschieden, dass die Seite des Bräutigams weiß und die Seite, auf der später die Braut mit ihrer Familie sitzen würde, rot werden sollte.

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Singapur

Sark betrat eines der feinsten Restaurants in Singapur. Die Gäste speisten alle auf dem Boden. Gegessen wurde aus Porzellanschüsseln und mit Stäbchen.
Die Räucherstäbchen, die der Besitzer angezündet hatte, um die bösen Geister fernzuhalten, stanken allerdings. Zumindest in den Augen von Sark. Von diesem asiatischen Hokuspokus hatte er noch nie viel gehalten.
Aber sein Ziel war sowieso nicht der Bereich für die Gäste. Eine Kellnerin in einem weißen Kimono, der mit chiensischen, schwarzen Zeichen verziert war, steuerte den Blonden an. „Ich bin Mr. Sark und auf der Suche nach Thao Miromoto. Wären Sie so freundlich ihm zu sagen, dass ich da bin.“
Die Kellnerin lächelte verlegen, machte kehrt und raunte einem bulligen Kerl, der in einem abgelegenen Teil des Restaurants stand und Sark misstrauisch beäugte, etwas zu. Das Gesicht des Bulligen wurde noch ein wenig misstrauischer, aber er nickte und die Kellnerin informierte Sark in schwer verständlichem Englisch darüber, dass er zu Miromoto gehen könne.

Der Geruch von Räucherstäbchen wurde noch penetranter als Sark ein dunkles, heruntergekommenes Hinterzimmer betrat. Weil es hier auch kein Fenster gab, stank es noch entsetzlicher, so dass Sark einen Brechreiz unterdrücken musste. Was die Asiaten an Räucherstäbchen fanden, konnte er beim besten Willen nicht nachvollziehen.
„Mister Sark“ Thao Miromoto war ein Mann, der trotz seiner schlanken Figur, noch recht kräftig wirkte. Seine Haare waren nur milimeterlang und hatte einen Schnauzbart. „Ich war überrascht von Ihnen zu hören. Es ist jetzt sicher schon vier Jahre her.“
„Drei um genau zu sein. Damals arbeitete ich für Irina Derevko“ korrigierte Sark ihn mit emotionsloser Stimme. „Darf ich mich setzen?“ Auf Miromotos Nicken hin, nahm der Blonde ihm gegenüber auf dem Boden Platz. Der Asiate wies die Kellnerin an, Tee für ihn und Sark zu servieren.
Eigentlich hatte Sark keine Lust Tee zu trinken, wollte aber nicht unhöflich sein und schlug die Einladung deshalb nicht aus. „Wie geht es Irina?“ wandte sich Miromoto an den The Hand-Agenten.
„Ehrlich gesagt, das weiß ich nicht. Unsere Wege haben sich getrennt.“ Thao schien dem Blonden seine Gleichgültigkeit in Bezug auf Irina nicht so recht abzukaufen. Seine Stirn legte sich voller Überraschung in Falten.

An einer Erwiderung wurde er jedoch vorerst durch die Kellnerin gehindert, die eine Kanne grünen Tee brachte mit zwei Tassen, die sie vor Sark und Thao positionierte und dann das Zimmer wieder verließ. „Jetzt bin ich aber überrascht. Ich dachte, Sie und Irina würden ewig zuammenarbeiten. Was hat sich geändert?“
„Sie hat jetzt eine Familie, die ihr anscheinend wichtiger ist“ Sark sagte das auf eine so sachliche Art und Weise als würde er über das Wetter reden. „Mr. Miromoto, ich bin nicht gekommen, um mit Ihnen über meine frühere Arbeitgeberin zu sprechen. The Hand schickt mich her wegen einer Bombe und ich glaube, dass Sie mir helfen können, sie zu beschaffen.“
Miromoto war misstrauisch geworden. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass der Auftrag, den er da für Sark durchführen sollte, so gefährlich war, dass er mit keinem Geld der Welt zu bezahlen war.
„Ich höre“ erwiderte der Asiate interessiert.
„Wir müssen in die Berge. Dort ist die Bombe versteckt. Die Koordinaten, die wir erhalten haben, führen unmissverständlich dort hin. Ich weiß, dass Sie der Einzige sind, der uns sicher durch das Gebirge führen kann.“
Miromoto schürzte die Lippen und faltete die Hände ineinander. „Die Berge. Das ist sehr gefährlich, Mr. Sark und deshalb nicht billig.“
„Sie bekommen 10 Millionen Dollar. 5 Millionen als Vorschuss, die restlichen 5 Millionen, wenn der Job erledigt ist.“ Sark zückte ein Handy aus der Seitentasche seiner Jacke und hielt es so hin, dass Miromoto es deutlich sehen konnte. „Sagen Sie mir wohin Sie das Geld überwiesen haben wollen und ich veranlasse es.“
Der Asiate schien überzeugt. Er kannte Sark gut genug, um zu wissen, dass er sein Wort hielt. Er nickte und gab dem blonden Agenten die Kontonummer für eine Bank auf den Cayman Islands. Diese Bank war sehr beliebt, weil sich der Überweisungsweg dorthin nur schwer  zurückverfolgen ließ.

Der blonde Agent notierte sich alles, wählte dann eine Nummer und wies seinen Gesprächspartner an, 5 Millionen Dollar auf das von Miromoto genannte Konto auf den Cayman Islands zu überweisen. Nachdem sein Gesprächspartner den Transfer des Geldes bestätigt hatte, legte Sark auf und wandte sich dann an Miromoto: „Ich gratuliere! Sie sind jetzt um 5 Millionen Dollar reicher. Weitere 5 Millionen gehören Ihnen, wenn wir unser Ziel sicher erreicht haben.“
„Mister Sark, für zehn Millionen Dollar können Sie alles von mir haben!“ lachte der Asiate glücklich.

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Los Angeles

„Es tut mir leid euch mitteilen zu müssen, dass wir bisher noch keine Spur von Sark oder der Bombe haben. Ich habe sämtliche ausländische Geheimdienstchefs angerufen, niemand vermisst eine Bombe. Meine anderen Informationsquellen wissen auch von nichts.“ Irina seufzte und blickte in die Runde. Auch die anwesenden Agenten: Sydney, Vaughn, Dixon, Carolyn, Marshall, Nicolai und Jack wirkten nicht gerade optimistisch. Nur Nadias Gesichtsausdruck war anders als der der Anderen.
Irina blickte ihre jüngere Tochter an, fast fragend. Nadia erklärte sich schließlich von selbst ohne, dass ihre Mutter dazu eine Frage stellen musste: „Ich habe eine Idee wie wir vielleicht doch noch an die Bombe herankommen können.“

Alle Blicke richteten sich auf die schwarzhaarige Agentin, die damit zögerte fortzufahren. Und das aus gutem Grund. Ihre Mutter, das wusste Nadia jetzt schon, würde diesem Plan niemals zustimmen, aber welche Wahl blieb ihnen schon? Die Alternative war, dass Sark sie in die Hände bekam, was alle in diesem Raum, Irina eingeschlossen, verhindern wollten.
Die anwesenden Agenten fingen langsam an, ungeduldig zu werden. Nadia holte tief Luft und begann schließlich ihren Plan zu erklären: „Erinnert ihr euch noch an diese transparente Flüssigkeit?“
Sydney runzelte die Stirn. „Die, die The Hand dir injiziert hat und durch die du Botschaften von Rambaldi erhalten sollstl?“ Der Blick der braunhaarigen Agentin wandte sich an ihre Mutter, die besorgt aussah. Irina wusste worauf Nadia hinauswollte und war dagegen, zeigte dies Nadia gegenüber auch ganz offen.
Die schwarzhaarige Agentin nickte auf die Worte ihrer Schwester hin nur. „Wenn wir es….nunja…“
„Du willst, dass wir dir das Mittel injizieren?“ fragte Jack überrascht. Nadia nickte wortlos.
„Nein! Das kommt überhaupt nicht in Frage!“ sagte Irina sofort und entschieden.
Obwohl Nadia schon mit einer ablehenden Reaktion von Seiten ihrer Mutter gerechnet hatte, sah sie überrascht aus. „Wieso erwägst du es noch nicht mal? Durch mich hat The Hand überhaupt erst erfahren, dass diese Bombe existiert. Den ganzen Teil der Botschaft habe ich nicht erhalten, das spüre ich ganz deutlich. Wenn ich mehr von diesem Serum erhalte, wüssten wir vielleicht…“
„Ich sagte nein!“ unterbrach die ehemalige KGB-Agentin ihre Tochter in scharfem Tonfall. Ihre Stimme war lauter geworden, was alle Anwesenden ein wenig überraschte. Stille erfüllte den Raum. Irina beugte sich ein wenig über den Tisch und faltete die Hände ineinander, zwang sich zur Ruhe. „Nadia, dieses Serum erneut einzusetzen, ist sehr gefährlich für dich. Du könntest einen bleibenden Hirnschaden davontragen. Das Risiko ist mir zu groß.“

Marshall hob schüchtern die Hand und alle Blicke richteten sich auf ihn. „Ähm….Wenn ich vielleicht noch etwas anmerken dürfte.“ Der Techniker sah unsicher in die Runde. Auf Irinas ungeduldigen Blick hin räusperte er sich und stand auf. „Also diese Flüssigkeit, die man Nadia injiziert hat, funktioniert ähnlich wie die grüne Flüssigkeit, die ihr vor ein paar Jahren gespritzt worden ist. Mrs. Derevko, Sie haben also durchaus Recht mit dem was Sie sagen. Abgesehen davon könnten Nebenwirkungen auftreten, die wir bis jetzt noch nicht absehen können. Denn obwohl das transparente Serum, ähnlich wie das grüne Serum, gespeicherte Erinnerungen enthält ist seine Zusammensetzung eine andere als die des grünen Serums.“ Marshall setzte sich wieder.
Irina und Jack tauschten einen Blick. „Wissen Sie schon was das Serum enthält?“ fragte Irina.
„Bedaure nein. Aber wir arbeiten daran.“
„Wir?“ fragte Sydney mit einem Grinsen und überrascht, dass Marshall auf einmal in Partnerschaft arbeitete.
„Carrie und ich“ erklärte Marshall, der ein wenig rot wurde. Sein beschämter Blick glitt zu Irina und wieder zurück zu Sydney, der klar wurde, dass ihre Mutter Carrie schon vor einer Weile angefordert hatte, um die Wirkung des transparenten Serums zu untersuchen, damit Marshall schneller Ergebnisse liefern konnte. Sydney freute sich für Marshall, dass ihre Mutter das für ihn getan hatte. Sie wusste aus eigener Erfahrung wie schön es war mit dem Menschen zusammen zu arbeiten, den man liebte.

„Wir werden das Serum an dir nicht anwenden solange wir nicht genau wissen wie es funktioniert, Nadia!“ stellte Irina klar und erstickte jede Diskussion damit im Keim.
„Wie gehen wir dann vor?“ wandte Vaughn ein, der Nadias Idee grundsätzlich für gut hielt und – genau wie alle anderen – wusste, dass Irina keine Wahl haben würde als diesen Weg zu gehen, wenn alle anderen Pläne scheiterten.
„Jack, du und Dixon, ihr setzt die Ermittlungen über den Maulwurf fort. Sydney, Vaughn.“ Irina nahm die beiden schwarzen Mappen in die Hand, die vor ihr auf dem Tisch gelegen hatten, und schob sie ihrer Tochter und deren Verlobten zu. Die Mappen enthielten ein Foto, das in dem Moment, in dem das Paar aufsah, auf die Monitore hinter dem Besprechungstisch projiziert wurde.
„Das ist Caleb Vales, eines der Gründungsmitlglieder von The Hand. Echelon hat eine Nachricht abgefangen, wonach sich Vales mit einem Kunden, wie er ihn bezeichnet hat, in einem Restaurant in Stockholm treffen will“ erklärte Jack anstelle von Irina.
„Euer Auftrag lautet das Treffen zu beobachten und die Person, mit der sich Vales trifft zu fotografieren, damit wir sie später hier identifzieren können. Marshall.“

Wieder stand der Techniker auf. Er lächelte verlegen in die Runde und spielte mit seinen Händen. „Hallo…nochmal.“ Irgendwie schien er abgedriftet in seine Gedanken und kehrte erst nach Carolyns Räuspern wieder in die Realität zurück. „Entschuldigung. Ich entwickle gerade Pillen, die einem zu besseren Träumen verhelfen sollen. D-Die Pillen sind aber noch nicht besonders ausgereift und so passiert es, dass man Tagträume hat.“ Irina warf dem Techniker einen missbilligenden Blick zu. So beschloss Marshall schnell mit der Vorstellung des Equipments anzufangen, ehe seine Chefin noch richtig sauer wurde. „Also Sie fahren nach Stockholm, um Fotos zu machen. Caleb Vales weiß wer Sie sind, was heisst, dass Sie ihm nicht zu nahe kommen dürfen.“
Marshall verschwand unter dem Tisch und tauchte Sekunden später wieder auf. Er hielt eine schwarze Schatulle in der Hand, in der sich eine goldene Kette mit einem Anhänger befand. In der Mitte des Anhängers befand sich ein kleiner, kaum sichtbarer, blauer Edelstein. „Das ist eine ganze normale Kette, richtig? Falsch! Denn das ist ein Mini-Fotoappart. Der Edelstein ist die Linse und hier hinten“ Der Techniker drehte die Kette ein wenig, so dass die Anwesenden die Rückseite des Anhängers sehen konnten, wo sich ein kleiner Knopf befand. „haben wir den Auslöser. Einfach draufdrücken. Das besondere an dieser kleinen Kamera ist, dass sie noch brauchbare Fotos aus bis zu 300 Metern schießen kann“ Um den Foto-Apparat zu demonstrieren, lenkte Marshall den Edelstein in Nadias Richtung und betätigte den Auslöser.
„Danach“ erkärte er weiter und holte von der anderen, der linken Seite her einen Koffer, in dem sich ein eingebauter Laptop befand. „werden die Fotos automatisch an diesen Laptop geschickt, Mr. Vaughn. Das sollte es Ihnen ermöglichen, die Fotos gleich an uns zu schicken.“

Wie von Marshall prophezeit, erschien nach ein paar Minuten Nadias Foto auf dem Laptop. Der Techniker drehte den Laptop, so dass alle Anwesenden das Foto sehen konnten. „Sie sind sehr fotogen“ bemerkte der Techniker lächelnd und entlockte Nadia damit ein Schmunzeln.
„Euer Flug geht in drei Stunden. Damit dürftet ihr genügend Zeit haben, euch auf das Treffen vorzubereiten.“ Irina sah in die Runde. Alle sahen zufrieden aus bis auf Nadia, die glaubte, dass ihre Mutter sich etwas vormachte, wenn sie glaubte ohne die Benutzung des Serums eine Katastrophe verhindern zu können. „Irgendwelche Fragen?“ Keiner antwortete also entließ die Leiterin des DSC die anwesenden Agenten und wünschte Sydney und Vaughn viel Glück.

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Weiss war so konzentriert damit beschäftigt die Wände zu streichen, dass er Nadia, die hinter ihm stand und zusah, gar nicht bemerkte.
„Ich hätte nicht gedacht, dass du noch da bist“ gestand sie und kam auf ihren Ex-Freund zu. Dieser zuckte bei ihren Worten unwillkürlich zusammen und drehte sich zu ihr um. Wie immer stockte ihm der Atem, wenn Nadia einen Raum betrat. Sie hatte eine Ausstrahlung, die jeden Raum gleich etwas heller machte, ihre Eleganz und ihr Selbstbewusstsein erstaunten ihn jedes Mal auf’s Neue.
Direkt vor ihm kam die Argentinierin zum Stehen. Weiss schluckte, wusste nicht was er sagen sollte und stammelte erstmal bis er die richtigen Worte gefunden hatte, die seine Überraschung ausdrückten. „Ich hätte nicht gedacht, dass du nochmal zurückkommst.“

Nadia verzog das Gesicht, streifte sich die Jacke ab und holte sich einen Pinsel. „Ich muss dringend etwas Dampf ablassen und wo geht das besser als bei der Arbeit?“ Sie sah zuerst den Pinsel an, dann wechselte ihr Blick zu Eric, der sie fragend musterte. Nadia seufzte. Weiss war der vielleicht einzige Mensch auf der Welt, dem sie nichts vormachen konnte. Er und ihre Mutter, aus offensichtlichen Gründen. „Ich habe einen Plan vorgeschlagen, der dabei helfen könnte die Bombe zu finden bevor Sark es tut. Meine Mutter wollte mir nichtmal richtig zuhören.“
Der schwarzhaarige Agent nickte wissend, was seine Ex-Freundin ein wenig überraschte. „Langley wurde über deine Visionen und die Bombe durch Carolyn Fox informiert. Mir wurde gesagt, dass du Visionen hattest und eine gefährliche Bombe existiert.“ erklärte er und Nadia nickte.
Sie seufzte, wusste nicht ob Weiss der richtige Ansprechpartner war, um über ihre Frustration zu reden, aber loswerden musste sie es.

Als könnte Eric ihre Gedanken lesen, nahm er zwei Hocker: Auf einen setzte er sich und lud Nadia mit einer Geste ein, sich auf den Anderen zu setzen, was die nach einigem Zögern auch tat. „Wie gefährlich?“ fragte der schwarzhaarige Agent schließlich. Nadia tat als wüsste sie nicht was er meinte, so dass Weiss spezifischer wurde: „Deine Mutter hätte nicht so rigoros abgelehnt, wenn der Plan ungefährlich für dich wäre. Also, was verschweigst du mir, Nadia.“

Er hörte sich ein wenig sauer an. Nadia seufzte und realisierte, dass sie genau das tat was zu ihrer Trennung geführt hatte: Sie enthielt ihm Informationen vor. „Es tut mir leid, Eric.“ Die Agentin stand und begann auf und abzulaufen. Weiss ließ sie gewähren, auch wenn es ihn nervös machte, dass Nadia auf- und abtigerte. „Es geht um das transparente Serum.“ In Erwartung, dass Eric auch diesmal wusste wovon sie sprach, blickte Nadia ihn an. Aber seinem Gesichtsausdruck zu schließen hatte man ihm in Langley davon nichts erzählt. „Diese transparente Flüssigkeit funktioniert ähnlich wie das grüne Serum, das mir mein Vater vor ein paar Jahren injiziert hat. Es ist eine zweite Botschaft von Rambaldi für mich. William Karg, ein leitender The Hand-Funktionär, hat es mir injiziert wodurch The Hand von dieser Bombe erfahren hat. Diese Bombe soll etwas wie die Sintflut sein, die in der Bibel dargestellt wird und einen Neuanfang für die Menschheit bedeuten.“
„Verstehe, ziemlich übel“ murmelte Weiss betroffen. „Und jetzt hast du dem DSC den Vorschlag gemacht, dir das transparente Zeugs erneut zu spritzen?“
Nadia nickte und Weiss reagierte mit einem Seufzen und schloss betroffen die Augen.
„Ich weiß was du jetzt denkst, aber auf Dauer ist das die einzige Chance an die Bombe zu kommen. Wenn Sark sie nicht inzwischen schon hat.“
„Ich verstehe dich. Aber du kannst nicht von deiner Mutter erwarten, dass sie begeistert davon ist und ich bin es übrigends auch nicht. Das ist gefährlich, Nadia!“
„Vielen Dank für deine Fürsorge!“ schnaubte die Agentin wütend, obwohl sie nicht so recht wusste was sie von Weiss erwartet hatte. Natürlich war das was er sagte logisch und es war nachvollziehbar, dass ihre Mutter von diesem Plan nicht begeistert sein konnte, aber irgendwie hatte Nadia gehofft, dass Weiss ihr zustimmen würde.

Vielleicht gab er ihr sogar im Stillen Recht und wollte es nur nicht laut aussprechen, um Nadia nicht noch zu bestärken.
„Ich will bloß nicht, dass dir was passiert“ erklärte Eric sanft und stellte sich zu seiner Ex-Freundin, die nun endlich zum Stehen gekommen war. Sie spürte seinen Atem und fühlte sich wie elektrisiert.
„Eric….“ Wollte sie ihn noch warnen, doch ehe sie es sich versah, trafen ihre Lippen aufeinander. Keiner von beiden wusste wer damit angefangen hatte, irgendwie war einfach alles zuammengekommen und wenn sie ehrlich mit sich waren wussten sie beide, dass sie sich nicht lange dagegen hätten wehren können: Früher oder später wäre es doch passiert und sie hätten sich geküsst.
Außerdem hatte Eric es satt vernünftig zu sein. Er liebte Nadia und Nadia liebte ihn. Es gab nun mal keine Liebe ohne Risiko. Trotzdem bat er sie im Stillen ihm nicht nocheinmal wehzutun, während Nadia sich im Stillen schwor, diese Chance zu nutzen und alles zutun, um ihn nicht wieder zu verlieren.

I'm here without you baby
But you're still on my lonely mind
I think about you baby and I dream about you all the time
I'm here without you baby
But you're still with me in my dreams
And tonight girl, there's only you and me


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Stockholm

Die schwarzhaarige Frau an der Bar wirkte ganz normal, abgesehen davon, dass sie hin und wieder interessierte Männerblicke auf sich zog. Niemand ahnte, dass die schwarze Haarpracht in Wahrheit eine Perücke war, unter der sich braune Haare befanden. Genauso wie niemand wusste, dass diese Frau in Wahrheit Agentin war und Sydney Bristow hieß.
Dem Barkeeper hatte sie sich als Victoria vorgestellt. „Shotgun, kannst du mich hören?“ flüsterte Sydney so leise, dass selbst der Barkeeper, der nur wenige Meter von ihr entfernt hinter dem Tresen stand, sie nicht hören konnte.
„Laut und deutlich, Phoenix. Vielleicht solltest du dem Kerl zu deiner Linken sagen, dass er dich nicht so anstarren soll“ antwortete Vaughn von seinem schwarzen Van von außerhalb des Restaurants aus.
Sydney blickte nach links und bemerkte den dunkelhaarigen, schlanken Mann, Mitte dreißig, der zu ihrer Linken saß und das Glas hob als er ihren Blick bemerkte. „Er sieht ganz süß aus. Schön, dass die Kamera funktioniert“ grinste die Agentin und der Dunkelhaarige an der Bar lächelte, weil er dachte das Grinsen gelte ihm.
„Willst du mich eifersüchtig machen?“ fragte Michael in einem herausfordernden Unterton.
„Vielleicht?“ konterte seine Verlobte.

Der Mann an der Bar kam näher und fragte „Victoria“, ob er sie auf einen Drink einladen durfte. Sydney lächelte, erklärte aber, dass sie noch einen Freund erwarte, was den Dunkelhaarigen enttäuscht abziehen ließ.
„Shotgun, Vales ist soeben eingetroffen. Ich richte die Kamera auf ihn“ murmelte die Agentin und nippte an ihrer Marghuerita. Im Dienst zu trinken war eigentlich verboten, aber da ihre Vorgesetzten ihre Eltern waren und das Basislager sowieso keine Videoverbindung hatte, störte sich Sydney dieses Mal nicht an den Vorschriften.
„Verstanden. Ich sehe ihn“ erwiderte ihr Verlobter.

Ein paar Minuten nach Vales traf sein Geschäftspartner, ein muskulöser Mann mit Dreitagebart, schwarzen, zurück gegeltem Haar und einer Frau, die etwas Exotisches an sich hatte, im Schlepptau. Sie redeten, aber unglücklicherweise für Sydney, konnte sie von ihrer Position aus nicht hören was gesprochen wurde.
Deshalb teilte sie dem Barkeeper mit, dass sie sich an einen Tisch setzen würde, um dort auf ihre Verabredung zu warten. Dabei achtete sie darauf, von Vales nicht gesehen zu werden. Unbemerkt griff sie an die Kette, die sie um ihren Hals trug und machte Fotos des  Geschäftspartners von Vales.
„Ich empfange die Fotos und schicke sie sofort weiter“ teilte Vaughn ihr über Funk mit.

„Ich dachte wir hätten uns darauf geeinigt, dass Sie allein kommen“ brummte Vales missgelaunt und bestellte beim Kellner einen Whiskey, während sein Geschäftspartner einen französischen Rotwein bestellte, den Sydney kaum aussprechen konnte.
„Sie ist eine Agentin. Unterschätzen Sie sie also nicht. Ich will nur, dass unser Geschäft reibungslos verläuft und ich sicher sein kann, dass Sie mich nicht übers Ohr hauen“ keifte der Mann mit dem Dreitagebart, den Blick auf seine Begleitung gerichtet.
„Wir sind hier in einem öffentlichen Raum. Sie haben vor mir nichts zu befürchten“ versicherte das Gründungsmitglied von The Hand. „Ich habe nicht vor Sie übers Ohr zu hauen. Sie sind ein wohlhabender Kunde und Geld können wir gut gebrauchen.“
„Shotgun, kannst du rausfinden wer der Kerl ist?“ wandte sich Sydney an ihren Verlobten.
„Negativ. Er ist jedenfalls weder bei der CIA noch bei der SVR besonders in Erscheinung getreten, das heisst, es existieren keine Daten oder Vorstrafen über ihn.“
Obwohl Sydney schon mit dem Gedanken spielte zu gehen, blieb sie noch in der Hoffnung aus dem Gespräch würde noch hervorgehen wo die Bombe war, nach der das DSC suchte.

Der muskolöse Kerl holte einen Beutel voller Diamanten aus der Innenseite seiner Jacke und breitete sie auf dem Tisch aus. Einer dieser Steine allein musste schon eine halbe Millionen Dollar wert sein.
Vales schien wie hypnotisiert von den funkelnden Edelsteinen, schaffte es nicht den Blick von ihnen abzuwenden. „Den Rest erhalten Sie, wenn ich die Ware habe“ versicherte Dreitagebart.
„Nennen Sie mir Zeitpunkt und Ort für die Übergabe“ forderte Caleb ihn auf ohne seinen Blick von den Diamanten abzuwenden.
„Toronto, Kanada. In drei Tagen“ antwortete Dreitagebart, nickte seiner Begleiterin zu und stand auf, um zu gehen.
Sydney seufzte frustriert. Als besonders ergiebig hatte sich das Gespräch nicht erwiesen: Sie hatten weder den Namen des Geschäftspartners noch wussten sie, ob es wirklich um die Bombe ging. Sydney bezweifelte stark, dass Vales mit seinem Geschäftspartner über die Bombe verhandelt hatte. Ein Interesse daran konnte nur haben wer auch schon irgendwie in der Datenbank der CIA oder der SVR erfasst war, wer ein poltisches oder religöses Interesse daran hatte, diese Bombe einzusetzen.
„Shotgun, ich komme zurück. Leider gibt’s nichts Neues. Wir treffen uns am Bergungspunkt“ sagte die Agentin und seufzte. Ihr gefiel der Gedanke nicht besonders, aber vielleicht war Nadia das Serum zu injizieren wirklich die einzige Möglichkeit an die Bombe heranzukommen. Sie brauchten eine Verbindung in das Bewusstsein von Milo Rambaldi.

Plötzlich hörte Sydney neben sich ein leises Klacken, drehte sich um und sah Vales vor sich stehen, der eine Waffe auf ihren Kopf richtete. „Kenne ich Sie nicht?“ fragte er.

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