Teil 40 [Finale]
Marseille, Frankreich
„Haben sie die Ware?“ fragte Osiaka mit gedämpfter Stimme. Sydney und Vaughn mussten sich sehr anstrengen um überhaupt etwas verstehen zu können.
„Sicher. In meinem Wagen“ entgegnete Saviras, machte eine kurze Pause und fügte dann hinzu: „Gab es Probleme bei der Einreise?“
„Nein. Ich warte auf mein Geld, Kostas. Sie haben mir einen Vorschuss zu meinem Gehalt zugesichert, wenn ich…“ Osiaka sah sich nervös um und senkte seine Stimme noch weiter. „diese Sache mit Amerika durchziehe.“
Die beiden CIA-Agenten am anderen Ende des Tresens versuchten sich nicht anmerken zu lassen, wie froh sie waren diese Aussage auf Band zu haben. Damit hatten sie den Beweis, den sie brauchten um auch der letzten Tolcon-Zelle den Gar aus zu machen.
Saviras lächelte provozierend und legte dem Japaner den Arm und die Schulter. „Lassen sie uns das draußen klären, in Ordnung? Es sollen nicht alle mitbekommen worüber wir reden.“
„Ich lasse mich von ihnen nicht hinhalten!“ schnappte Osiaka. „Entweder sie bezahlen mich oder sie können das Ganze vergessen! Ich nehme ein unkalkulierbares Riskio auf mich.“
Saviras lachte auf. Dachte dieser kleine Japaner wirklich, dass seine Drohung einschüchternd war? Die Tolcon Company hatte Attentäter, die überall in der Welt nur darauf warteten, Amerika eine Lektion zu erteilen.
„Lassen sie uns nach draußen gehen!“ wiederholte der Grieche ruhig und führte Osiaka nach draußen. Sydney und Vaughn wechselten einen Blick ehe sie den Beiden mit einigem Abstand folgten.
Saviras und Osiaka setzten sich in die Limousine des Leiters der letzten Tolcon-Zelle, während Sydney und Vaughn in ihrem Wagen Platz genommen hatten und die Unterhaltung verfolgten.
Die beiden Männer saßen sich eine Weile schweigend gegenüber. Ihre Blicke waren kalt, verrieten keine Emotion.
Ein paar Minuten dauerte das Schweigen an, dann begann Saviras zu sprechen. „Sie bekommen das Geld, wenn der Auftrag erledigt ist. Keine Sekunde eher! Ich hoffe das ist für sie akzeptabel“ Der Grieche blickte zur Rechten von Osiaka, wo ein bulliger Kerl saß, der die Hand des Japaners in blitzschneller Bewegung mit einem Messer auf dem Sessel festnagelte. Dies hatte einen lauten Aufschrei von Osiaka zur Folge. „Das ist unser letztes Angebot, Makoto. Sie sollten es sich überlegen.“
Als der Japaner keine Antwort von sich gab, presste der bullige Typ auf Saviras Kopfnicken hin das Messer noch tiefer in die Hand. Tränen schossen aus den Augen des Japaners vor Schmerz. Sein Atem ging stoßweise, während das Brennen sich auf den ganzen Arm auszubreiten schien.
„In Ordnung“ presste der Japaner hervor, worauf Saviras Handlanger das Messer aus seiner Hand wieder entfernte.
Dicke Schweißperlen rannen Osiaka über das Gesicht als er versuchte einen lauten Schmerzensschrei zu unterdrücken.
„Ich kann gierige Menschen nicht ausstehen. Ich hoffe das lehrt sie, dass man mit mir keine Spielchen spielt. Ich sage ihnen wie´s läuft. Die Tolcon Company in Kopenhagen gibt ihnen 3 Mio. $, wenn sie den Auftrag erledigt haben. Sie stellen diesen verdammten Pockenerreger her und verüben einen Anschlag damit auf die USA. Das ist die Rache dafür, dass man versucht hat die Tolcon Company auszuschalten!“
Osiaka schwieg und Saviras schmunzelte.
„Machen wir das Geschäft!“ sagte der Grieche und wies seinen Handlanger an die Tür zu öffnen. Beide, der Japaner und der Grieche, stiegen aus und gingen zum Kofferraum, den sie öffneten. Der metallene Koffer, den Saviras herausholte, enthielt die Krankheitserreger und die Formel.
Sydney überlegte ob sie noch damit warten sollten den Krankheitserreger und die Formel zu stehlen oder das die letzte Gelegenheit war. „Vaughn fahr genau auf die Limousine zu“ sagte sie leise.
Der blonde Agent wusste zwar nicht was seine Freundin vorhatte, ihm war aber klar, dass er keine Zeit mehr hatte sich das zu fragen. Sie konnten nicht riskieren, dass Osiaka mit dem gefährlichen Inhalt des Koffers davon kam, auch wenn das nicht gerade die Vorgehensweise war, die sich Kendall gewünscht hatte.
Also drückte er aufs Gaspedal und raste ungebremst auf die Limousine zu, die über den Pier und ins Wasser geschoben wurde. Osiaka und Saviras standen geschockt daneben, sahen mit an wie der Wagen samt Chauffeur und Handlanger im Wasser landete, während der Grieche den Koffer in den Händen hielt und versuchte zu begreifen was gerade geschehen war.
Weiss` Appartement,
Los Angeles
Regungslos verharrten die Protagonisten in ihrer Bewegung, bis Nadia und Weiss sich blitzschnell vom Sofa rollten. Die schwarzhaarige Frau stieß dabei mit ihrem Fuß den Glastisch um, den Covenant-Agenten entgegen, wodurch sie einige zu Fall brachte. Weiss kämpfte mit Valevko, der jedoch schon bald die Überhand gewann.
Fünf weitere Agenten kamen zur Verstärkung in die Wohnung gelaufen.
Weiss schlug dem russischen Offizier ins Gesicht, versuchte ihm die Waffe abzunehmen. Zu einem Schuss seitens des CIA-Agenten kam es aber nicht mehr, weil er schon bald einen Pfeil in seinem Rücken spürte.
Erics Glieder wurden schwerer, er selbst immer müder. Nur schmenenhaft sah er die Umrisse von Nadia und ein paar weiteren Agenten, die versuchten sie zu Boden zu zwingen. Da wurde Weiss klar, dass die Männer wegen Nadia gekommen waren.
„Nadia!“ Weiss war erstaunt, dass er angesichts seiner schwindenden Kräfte noch in der Lage war ihren Namen so laut zu rufen. „Lauf weg!“ fügte er hinzu, doch diesmal war seine Stimme nichts weiter als ein Flüstern, dann sank er zu Boden. Valevko stand zufrieden auf.
Mittlerweile waren die Agenten so zahlreich, dass Nadia keine Chance mehr hatte gegen ihre Übermacht anzukommen. Man drückte sie zu Boden, doch die Schwarzhaarige dachte nicht daran aufzugeben. Sie zappelte, versuchte sich mit aller Macht aus dem eisernen Griff von zwei Männern zu befreien, die sie am Boden festnagelten. Valevko hob die Spritze vom Boden auf, die während des Gerangels runtergefallen war und näherte sich der jungen Frau. Als Nadia die Spritze ihrem Hals sich immer weiter nähern sah, weiteten sich ihre Augen und sie mobilisierte alle Kräfte, die ihr zur Verfügung standen um doch noch irgendwie zu entkommen. Doch es half nichts. Die kalte Nadel traf auf ihre Haut und Nadia fühlte eine Flüssigkeit sie durchströmen, die sie immer müder machte. Die Gestalten um sie herum wurden immer verschwommener, bis es um die Agentin herum nur noch schwarz war.
Marseille, Frankreich
Osiaka ergriff die Flucht, Vaughn setzte ihm nach, während Sydney versuchte Saviras davon abzuhalten mit dem Koffer zu verschwinden. Der Grieche wollte rennen, doch Sydney war schnell bei ihm, riss ihn zu Boden. Der Mann zückte eine Waffe und wollte schießen, aber die Agentin schleuderte sie mit einem Schlag aus seiner Hand um gleichzeitig ihre Waffe zu ziehen und sie auf den Griechen zu richten.
„Keine Bewegung!“ rief sie als Saviras den Versuch machte an seine Waffe zu kommen. Mit erhobenen Händen funkelte der Mann die Agentin an.
„Sie sind Sydney Bristow.“ Stellte er mit einem Grinsen fest. „Sie sind also die Kleine, die der Tolcon Company erheblichen Ärger gemacht hat.“
Die braunhaarige Frau kam um ein Schumzeln nicht herum, antwortete ihm aber nicht. „Geben sie mir langsam den Koffer!“ Saviras tat was Sydney von ihr verlangte. „Zum Wagen!“ fügte sie schroff hinzu, nachdem sie den Koffer in den Händen hatte, hielt Ausschau nach Vaughn ohne ihren Gefangenen dabei völlig aus den Augen zu lassen. Sie wusste, dass jede Unachtsamkeit sie das Leben kosten konnte.
Vaughn kam angelaufen und informierte seine Partnerin darüber, dass Osiaka die Flucht ergriffen hatte. Er schien erleichtert, dass Sydney es geschafft hatte den Koffer an sich zu bringen.
„Dixon wir haben die Viren und die Formel. Außerdem haben wir Kostas Saviras festgenommen.“ drückte Vaughn den Sender fester in sein Ohr. Zuerst knackte es doch dann antwortete Dixon mit: „Verstanden.“
Los Angeles,
Syds Apartement
Müde und mit Jetlag in den Knochen, sperrte Sydney mit scheinbar letzter Kraft ihre Wohnungstür auf. Von draußen war kein Licht zu sehen gewesen. Nadia war also nicht zuhause, sondern bei Weiss vermutete Sydney.
So gern sie ihre Schwester hatte, die Braunhaarige war froh, dass sie die Wohnung für sich alleine haben würde, denn dadurch hatte sie Zeit ein heißes Bad zu nehmen und ein wenig zu schlafen, bevor sie in ein paar Stunden wieder zurück zur Agency würde fahren müssen um Saviras zu verhören und mehr Informationen über die Tolcon-Zweigestelle aus ihm heraus zu bekommen.
Vaughn hätte Sydney gerne noch begleitet, aber schlussendlich eingesehen, dass sie Ruhe brauchte.
Als die Agentin aufsperrte, empfing sie ein Meer aus Kerzen und Rosenblättern. Inmitten des Wohnzimmers stand ein Tisch auf dem bereits Teller, Besteck und zwei Kerzen standen. Eine Sektflasche, die in einem metallenen Eimer, der Eiswürfel beinhaltete, stand, rundete das perfekte Bild ab. Nein, korrigierte Syd sich in Gedanken als sie Vaughn mit einer Rose in der Hand, im Flur lehnend entdeckte.
„Hallo, Schatz!“ grinste er breit als er seine Freundin in der Tür stehen sah. Diese machte sich gar nicht erst die Mühe gegen die Tränen anzukämpfen, wusste sie doch, dass sie diesen Kampf verlieren würde.
Ihre Stimme war nichts als ein Hauchen während sie langsam zu ihm schritt: „Vaughn! Oh mein Gott! Ich dachte du wärst schon zuhause.“
Auch in seinen Augen schwammen Tränen der Rührung. Er konnte fast nicht sprechen, musste ein paar Mal Luft holen um einen Satz zustande zu bringen. „Überraschung. Du bist wunderschön!“
Seine Hand fuhr kurz durch ihr Haar, dann suchte seine Hand etwas in seiner Hosentasche, fand es und förderte es zu tage. Es war eine kleine, quadratische Schatulle und Sydney ahnte schon was sich darin befand. Ihre Augen wurden größer, die anfängliche Ansammlung von Tränen ebenfalls. Sie wollte etwas sagen, aber sie konnte nicht. Zuviele Gefühle strömten auf die Agentin ein.
Von Überraschung, Freude bis hin zu Unsicherheit. Wollte sie das Vaughn das tat, was er ihrer Meinung nach vorhatte? Sie waren beide Agenten, lebten ständig in Angst getötet zu werden und waren viel unterwegs.
War das eine gute Grundlage für die nächste Stufe ihrer Beziehung?
Vaughn kniete sich vor Sydney auf den Boden und öffnete dabei die Schatulle, was einen goldenen Ring zum Vorschein brachte, der mit kleinen Diamanten besetzt war. Der Blonde hatte Tränen in den Augen wie die Agentin im Schein des Kerzenlichts erkennen konnte, das zitterte als stünde es selbst vor der Aufgabe Sydney die Frage aller Fragen zu stellen.
Vaughns Stimme war belegt als er endlich anfing zu sprechen:
„Syd wir haben vieles zusammen durch gestanden. Lebensgefährliche Situationen, Steine, die uns in den Weg gelegt wurden, nicht zuletzt durch Lauren. Als ich Gefangener der Tolcon Company war, hatte ich viel Zeit zum nachdenken. Über mein Leben. Da erkannte ich, dass…“ Vaughn schluckte um etwas fester sprechen zu können. Sydney sollte jedes Wort verstehen, das er ihr sagte damit sie so antwortete wie er es sich erhoffte.
„dass ich dich mehr als alles auf der Welt liebe und dass du der Mensch bist, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte. Und wenn du einen Beweis dafür suchst, dass es klappen kann, dann blick´ zurück auf die Jahre, die wir uns nun schon kennen. Was wir alles durch gemacht und doch immer wieder zusammen gefunden haben.“ Er machte eine Pause blickte zu Boden, seufzte und blickte die zu Tränen gerührte CIA-Agentin wieder an. „Sydney willst du meine Frau werden?“
Plötzlich wurde die Tür eingeschlagen und mindestens zehn maskierte Männer betraten die Wohnung. Allesamt waren schwer bewaffnet. Sydney, die nicht nur wütend über das unerwartete Eindringen war, sondern auch darüber, dass sie gar nicht mal mehr die Chance hatte zu antworten, richtete sich auf und funkelte die Männer an, hielt unbemerkt nach einem Gegenstand Ausschau, den sie als Waffe benutzen konnte und musste feststellen, dass es bis auf die Kerzen nichts gab, das sich als Waffe eignen würde.
Das hieß es gab nur eine Möglichkeit: Sie mussten fliehen. Sydney bedeutete Vaughn blinzelnd aus dem Fenster zu springen, worauf der mit einem Nicken antwortete.
Aufeinmal stürzten sich zwei Männer auf Sydney und Vaughn. Die CIA-Agentin schaffte es mit einem Satz durch die Scheibe zu springen bevor der maskierte Mann sie erreichen konnte. Lautes Klirren ließ Sydney fast taub werden, die sich schnell versuchte aufzurappeln, nach Vaughn Ausschau hielt und feststellte, dass er noch im Haus war. Sie runzelte die Stirn, überlegend ob sie nicht besser zur Agency laufen und Verstärkung holen, oder zuerst ihrem Freund zu Hilfe kommen sollte.
Die Braunhaarige entschied sich für letzteres, nahm Anlauf und sprang durch die Scheibe, streckte im Sprung ihren Fuß aus und schaffte es so einen der Maskierten von Vaughn zu treten. Einer der anderen Männer in Schwarz kam von hinten von Sydney, legte seine Arme wie einen Schraubstock um Sydneys und nahm ihr so jede Möglichkeit sich aus diesem Griff zu befreien. Vaughn lag immer noch auf dem Boden.
Sydney strampelte und wehrte sich nach Leibeskräften. Als sie feststellte, dass es nichts half, verlagerte sie all ihr Körpergewicht nach hinten wodurch sie mit dem Mann im Griff nach hinten auf den Tisch prallte. Der Tisch, und mit ihm die Kerzen, fielen zu Boden. Innerhalb kürzester Zeit fing der neue Teppichboden, und wenige Minuten später das ganze Wohnzimmer, Feuer.
Die Agentin zwang sich hoch, verpasste ihrem Widersacher noch einen Tritt, dass er ohnmächtig wurde. Doch hatte sie nicht mit seinen Kollegen gerechnet, die die Agentin mit vereinten Kräften zu Boden rangen und ihr eine Flüssigkeit injizierten.
Mittlerweile stand fast die gesamte Wohnung in Flammen. Vaughn lag bewusstlos auf dem Boden und rührte sich nicht.
Flughafen Los Angeles,
„Wir haben sie!“ Diese drei Worte und nicht mehr hatten ihre Agenten Irina in den Hörer gesagt, so wie sie es wollte, und dann aufgelegt.
Nun stand die Russin vor dem Eingang des Flughafens und beobachtete den Lieferwagen mit getönten Scheiben, der direkt auf sie zufuhr. Eine Sonnenbrille verdeckte ihre Augen, so dass niemand sehen konnte welchen Ausdruck ihre Augen haben mussten, als die geöffneten Hintertüren einen Blick auf ihre noch bewusstlose Tochter freigaben.
Irina nahm die Sonnenbrille ab. Ihr Gesichtsausdruck war emotionslos, doch ihr Blick blieb an Sydney haften. Die Russin unterdrückte den Impuls ihrer Tochter durch das Haar zu streichen. „Ein Privatflugzeug wartet bereits. Gate 38. Das ist die abgelegenste Abflugbahn, die ich kriegen konnte“ erklärte sie.
„Zu Befehl.“ Machten die Männer, schlossen die Türen wieder. Irina sah dem Wagen dabei zu wie er sich schwerfällig in Bewegung setzte und auf Gate 38 zusteuerte. Da spürte sie einen Windhauch und sah zur Seite.
Es war Jack. Sein Gesichtsausdruck war voller widersprüchlicher Emotionen, über die er nicht gerne sprach. Schon gar nicht mit Irina.
War seine Entscheidung richtig gewesen? Sollte er die CIA darum bitten Sydney wieder zurückholen zu dürfen? Jack resignierte. Im Augenblick erschien ihm Irinas Weg der Richtige. Auch wenn dieses Unterfangen nicht nur für Sydney und Nadia, sondern auch für Irina selbst lebensgefährlich war.
„Du reist ab?“ fragte er ohne seinen Blick von dem Gebäude, das sich vor ihnen erstreckte, zu nehmen.
Auch Irina hatte ihren Blick wieder auf den Flughafen gerichtet. Es herrschte, sogar noch zu dieser späten Uhrzeit, reges Treiben. Hauptsächlich Geschäftsleute, die teure Anzüge oder Kostüme trugen, waren zu sehen.
Die an- und abfliegenden Flugzeuge verursachten einen enormen Lärm. Eine ganz normale Nacht am Flughafen von Los Angeles. Könnten Sydney und Nadia doch auch nur ein normales Leben führen!, dachte Irina traurig.
Ihre Unterlippe schob sich ein wenig nach vorn, während sie andächtig nickte. „Katya hat mich angerufen und mir von Nadias Entführung erzählt. Ich konnte nicht mehr warten. Eine Privatmaschine bringt uns weg, so vermeiden wir Aufsehen.“
Jacks Blick wandte sich überrascht Irina zu, was die zu einem Lächeln veranlasste. „Geschäftliche Kontakte“ erklärte sie knapp und in dem Wissen, dass es besser für Jack war, wenn er nicht mehr wusste. Der grauhaarige Agent nickte und schloss das Thema somit ab.
Beide Agenten machten eine Pause, bevor Jack sich an Irina wandte: „Und wie geht es Sydney?“
Die ehemalige KGB-Agentin verzog das Gesicht als sei ihr etwas sauer aufgestoßen. Zögernd antwortete sie ihrem Mann: „Sie schläft noch. Das wird sie die ganze Reise über. Hör zu, ich halte meine Versprechen, Jack. Die CIA erhält alle Informationen, die ich durch Sydney auch erhalte. Ich habe nicht vor dich zu hintergehen.“
Jack konnte bei ihrem Blick nicht anders als ihr zu glauben und so wurde aus seinem anfänglich, angespanntem Gesicht nun doch ein sanftes Lächeln. „Ich möchte nur, dass du vorsichtig bist.“
„Das bin ich.“ Versicherte Irina und endlich trafen ihre Lippen aufeinander. Die Russin ließ sich in ihrem Verlangen, ihrer Liebe zu Jack, fallen, während Jacks Arme sich um ihre Taille legten. Ein paar Minuten dauerte der Kuss an und bevor beide Agenten leidenschaftlicher werden konnten, ließ Irina von ihm ab, musterte ihn.
„Ich muss los. Das Flugzeug wartet“ sagte sie traurig, als wolle sie nicht wirklich gehen.
„Kommt bald zurück.“ Entgegnete Jack, ließ Irina los und steckte seine Hände in seinen Mantel während er dabei zusah wie Irina im Flughafengebäude verschwand.
ENDE – Rätselraten