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Teil 3

Flughafen Los Angeles,
mittags


Links und Rechts huschten Menschen an Sydney vorbei, die ihre Maschine nicht verpassen wollten. Der Sprecher sagte nun schon zum dritten Mal Flug Nummer 136 nach Washington durch.
Die CIA-Agentin war, obwohl sie schon mindestens die Hälfte ihres Lebens auf Flughäfen verbracht haben musste, berauscht von dem Geräuschpegel und der unerträglichen Hitze, die herrschte, und das obwohl der Innenraum des Flughafens klimatisiert war.
„Los! Komm mit!“ drängte Irina und schob ihre Tochter zu einem der Terminals, hinter denen eine asiatisch aussehende Frau ihnen freundlich zu lächelte. „Laura Bristow!“ murmelte Irina der Frau hinter dem Tresen zu. Sydney war überrascht, dass ihre Mutter ihren alten Decknamen benutzte.
„Verstehe. Gate 14. Man erwartet sie bereits!“ nickte die Asiatin und überreichte Irina ein paar Papiere. Gefälschte Ausweise, wie Sydney wusste. Irina lächelte die Frau dankbar an und bedeutete ihrer Tochter ihr zu folgen. Erst als sie außer Hörweite waren, wagte es Sydney ihre Mutter auf das eben Gehörte anzusprechen. „Wieso werde ich das Gefühl nicht los, dass du mir etwas verschweigst?“
„Weil ich es mache. Wir erfahren nicht mehr als wir müssen, Sydney!“ erwiderte Irina, schnappte sich einen von Sydneys Koffern und ging voran Richtung Gate 14.

Mexiko,
Vorort von Acapulco
Abends


Sydney saß auf der Terrasse von Irinas beeindruckendem Versteck. Auch Katya Derevko, Irinas Schwester, war Sydney kurz begegnet, hatte sich über das Wiedersehen mit ihrer Nichte sehr gefreut. Immerhin war sie es gewesen, die Sydney damals geholfen hatte Nadia zu befreien.

Das Haus hatte mal einer mexikanischen Schutzgelderpresser-Bande gehört. Irina und ihre Schwester hatten den Schutzgelderpresserring gesprengt und waren in deren Haus gezogen, wie Irina ihrer Tochter erklärt hatte.
Der Blick auf den endlos wirkenden Ozean war atemberaubend. Das Rot der untergehenden Sonne spiegelte sich im Wasser, während das Licht die Wolken lila zu färben schien. Sydney hatte schon so viele Einsätze für die CIA und SD-6 in aller Herren Länder bestritten, dass sie das Schöne, das die einzelnen Länder hervorbrachten, schon gar nicht mehr wahrnahm.
„Macht es dir was aus, wenn ich mich für einen Moment zu dir setze?“ Dumpf drang die Stimme ihrer Mutter an Sydneys Ohr. Sie blinzelte und wandte sich dann Irina zu, die ein kaum merkliches Kopfnicken ihrer Tochter als Ja auffasste.
„Ein schöner Anblick nicht?“ fragte Irina, stützte ihren Kopf mit der rechten Hand ab und blickte Sydney von der Seite her an.
„Du hast mich doch nicht nur hergebracht, weil du mich schützen willst, oder? Da steckt doch mehr dahinter, Mom!“ erwiderte die Agentin wieder auf das Meer blickend.
„Ich habe dir geholfen…..Damals als SD-6 hinter dem Operationshandbuch her war. Ich habe dir geholfen an die Spieluhr von Rambaldi heranzukommen und trotzdem traust du mir nicht. Ich wüsste zu gern warum, Sydney!“ Sydney drehte ihren Kopf Irina zu. Der Gesichtsausdruck ihrer Mutter schwankte zwischen Kälte und ehrlichem Interesse.
„Es gibt so vieles, das du mir nicht gesagt hast. Und ich weiß, dass da etwas ist, dass du mir nicht sagen willst!“ antwortete die CIA-Agentin „Und doch bist du mitgekommen. Du bist einer der besten Agenten, die die CIA hat. Du hättest mit Leichtigkeit verschwinden können!“
Sydney zögerte mit der Erwiderung. Vielleicht war sie geblieben um ihre Mutter besser kennen lernen zu können, um ihre Beweggründe besser zu verstehen, vielleicht lag der Grund aber auch in Vaughn und ihrem Vater, die sie nicht durch ihre Anwesenheit in Gefahr bringen wollte.

Die CIA-Agentin wollte auf die Frage ihrer Mutter nicht antworten, da sie Sydneys Gründe vermutlich ohnehin schon durchschaut hatte. Und die nächste Frage von Irina bestätigte ihren Verdacht: „ Es ist doch nicht wegen Agent Vaughn, oder?“
Nun war Sydney der Wind aus den Segeln genommen. Sie war versucht zu antworten, brachte es aber nicht zustande etwas auf diese Bemerkung zu erwidern. Sydney konnte es ja nicht mal leugnen, weil Irina Recht hatte. „Du liebst ihn noch immer. Genauso wie er dich!“
„Also mein Privatleben….“ Brauste Sydney auf, wurde aber gestoppt als Irinas Telefon klingelte. Diese lächelte ihre Tochter überlegen an und ging in die Küche, schloss die Tür hinter sich. Was hatte Sydneys Mutter vor ihrer Tochter zu verbergen?

Sarks Versteck,
nachts


Blind vor Wut warf Sark einer der Vasen gegen die Wand wo sie zerschellte.
„Ruhig Blut, Mr. Sark! Sonst kriegen sie doch nur wieder Nasenbluten!“ spottete Nadia deren Augen auf Sark ruhten, der eine der Scherben mit der rechten Hand aufhob, die Hand zu einer Faust ballte und dass so kräftig, dass Blut aus seinen Fingern quoll. Der blonde Mann verzog keine Miene während er das tat und sich zu Nadia umdrehte.
„Ich soll ruhig bleiben?! Hast du es denn noch nicht gehört?!“ fuhr er sie an.
Nadia grinste und genoss es zu sehen wie ihr Partner noch mehr in Rage geriet. „Nein was denn?“
„Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, hat Sydney Bristow das Land verlassen. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt!“ Sark warf die Scheibe in seiner Hand zu Boden und sah dabei zu wie das Blut nun ungehindert auf den Boden tropfen konnte.
„Was kümmert sie, sie? Sie sollten sich lieber darum kümmern den zweiten Teil der Rambaldi-Prophezeiung zu entschlüsseln!“ sagte Nadia, trat näher an Sark heran. Sanft berührten sich ihre Fingerspitzen miteinander, so sanft, dass Sark Nadias Berührung kaum spürte, es ihm aber dennoch einen eiskalten Schauer über den Rücken jagte. Diese Frau hatte eine Ausstrahlung und Eleganz!!
Ihre Gesichter näherten sich einander, so dass ihre Lippen nur noch Millimeter voneinander getrennt waren. Sark streckte seine blutige Hand nach Nadia aus um sie am Hals zu berühren.
„Das ist es ja was ich versuche. Nur deine Schwester…..es macht mich nervös, dass sie weg ist. Wahrscheinlich weiß sie etwas und meine Männer scheinen den Code nicht knacken zu können!“ hauchte er die augenschließend als er sie atmen hören konnte, fühlte wie ihr Herz wie wild pochte. Nadia vergrößerte den Abstand zwischen ihnen ein wenig und lachte auf, brachte ihren Partner so dazu verwirrt mit den Augen zu blinzeln. „Sie kennen meine Schwester wirklich nicht sehr gut, was? Greifen sie ihr Herz an. Dann wird sie von allein kommen und ihnen alles erzählen was sie weiß!“ Ohne recht die Kontrolle über das zu haben was er tat, küsste Sark Nadia und drückte sie sanft zu Boden.