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Teil 29

Zurück in L.A…..

„Es scheint als hätte Sydney Recht behalten“ meinte Jack den Kopf zu Kendalls Büro hereinsteckend. Dieser sah verblüfft auf und zog die Stirn kraus.
Ohne auf eine Aufforderung zu warten, trat Jack ein, nahm seinem Vorgesetzten gegenüber Platz und legte die Pergamentrolle und die Diskette, die Sydney und Nadia gestohlen hatten, auf seinen Schreibtisch. Ganz deutlich, auch wenn er versucht hatte es zu verbergen, atmete Kendall hörbar ein.
Stille. Es schien fast als wage der kahlköpfige CIA-Direktor es nicht die Sachen anzufassen, starrte sie nur beinahe ehrfurchtsvoll an. „Ist es das wofür ich es halte?“ wollte Kendall schließlich doch wissen.
Jack nickte bloß und schob die Gegenstände näher zu dem CIA-Direktor hinüber als wolle er ihn auffordern sich anzusehen was seine Tochter und ihre Schwester gefunden hatten.

Kendall rollte das Pergament aus. Staub wirbelte auf und leuchtete in dem herein-scheinenden Licht der Morgensonne. Er schluckte. Die Codes. Die Diskette allerdings stimmte ihn eher ratlos. „Was ist mit der Diskette? Wissen sie schon was drauf ist?“ fragte er mit trockenem Mund. Es war ein schrecklicher Fehler gewesen Bristow in dieser Sache nicht zu vertrauen. Sie sah Dinge, die anderen verborgen blieben. Ihr Instinkt war untrüglich und das obwohl sie eine so schwere Zeit durchmachte.
Kendall erwägte bei Devlin ein gutes Wort für die beiden Frauen einzulegen. Immerhin stünde die CIA ohne die Beiden mit leeren Händen da.

„Ich weiß es nicht, Mister Kendall. Leider ergab sich noch keine Gelegenheit mir den Inhalt der Diskette anzusehen. Es lässt sich deshalb nur vermuten was diese Diskette enthält…“ Jack verstummte und musterte seinen Vorgesetzten, wartete darauf, dass er seinen Blick von der Diskette abwandte und seine Aufmerksamkeit ihm widmete, was er auch tat als er Jacks Zögern bemerkte.
„Den Codeschlüssel?“ überlegte der kahlköpfige Mann. Jack stimmte seiner Vermutung nickend zu.

Kendall räusperte sich, schnappte sich sein Jackett, das er locker über die Lehne seines Sessels gehängt hatte, zog es an und knöpfte es zu. Dann wandte er sich räuspernd an Jack, zog die Stirn kraus und versuchte noch immer streng auszusehen. Was ihm angesichts Jacks langjähriger Erfahrung nicht gelingen konnte. Der ergraute CIA-Agent lächelte als er realisierte, dass Kendall nicht gegen Sydney und Nadia vorgehen würde.

„Nun denn. Ich zeige die Diskette und den Code Marshall. Sobald wir mehr wissen, geben wir Bescheid. Sagen sie Agent Bristow und Agent Santos, dass ich sie sprechen möchte,“ wies Kendall Jack an.
„Sydney ist mit Irina zu meiner Wohnung gefahren. Irina wollte mit ihr allein reden. Ich hole ihnen Agent Santos rein“ erklärte Jack in seiner eigenen, reservierten Art, verabschiedete sich per Händedruck von Kendall und ging ins Operationszentrum um Nadia zu holen.

Jacks Wohnung,
zur selben Zeit

Obwohl es Sydney seltsam vorkam, dass Irina sie allein sprechen und dazu nicht mal mit in die Agency kommen wollte, hatte sie nicht gezögert mit ihrer Mutter zu Jacks Wohnung zu fahren.

Die ganze Fahrt über hatte Irina geschwiegen, was auch seltsam war und Sydney überkam das Gefühl, dass ihre Mutter nicht begeistert über die Mission und ihren Ausgang war. Die CIA-Agentin fragte sich wieso. Es war doch alles gut gelaufen, die Codes hatte jetzt die CIA und nicht die Tolcon Company, Sydney hatte Recht behalten.

In der Wohnung angekommen und in der Küche Platz genommen, sagte Irina zum ersten Mal einen Ton seit sie Costa Rica verlassen hatten: „Ich hätte dir davon abgeraten nach Costa Rica zu fliegen, wenn du mich gefragt hättest“

Irina schien äußerlich ganz ruhig, schenkte sich ein Glas Wasser an, nahm einen Schluck und sah zur Seite, während Sydney verwirrt die Stirn runzelte. „WENN du gefragt hättest“ fügte Irina bitter hinzu, machte noch einen Schluck und setzte sich Sydney gegenüber auf den Küchentisch, der nicht weit entfernt von der Küchenzeile stand.
„Mom ich bin schon erwachsen! Ich kann eigene Entscheidungen treffen“ erinnerte Sydney ihre Mutter mit einem ersten Anflug von Wut in der Stimme.
„Ja nur leider sind deine Entscheidungen nicht immer besonders klug, Sydney!“ erhob Irina zum ersten Mal seit langem ihre Stimme und sah ihre Tochter nun direkt an. Goldene Funken tanzten in ihren Augen, zeigten, dass sie wütend war. „Du hast dich in Gefahr gebracht! Und Nadia gleich dazu!“

„Was soll das?! Wir sind bei jedem Einsatz für die CIA in Gefahr!! Wir könnten immer sterben. Das in Costa Rica war nichts anderes und dass ich die Codes habe, zeigt, dass ich Recht hatte!“
Sydney war wütend. Seit wann musste sie sich vor ihrer Mutter für ihre Entscheidungen rechtfertigen?! Am Anfang hatte sie ja noch gezweifelt ob es richtig war was sie getan hatte, aber dann, als sie die Codes gefunden hatten, war Sydney sich sicher gewesen richtig gehandelt zu haben. Was war bloß mit Irina los?

„Achja?! Dann beantworte mir eine Frage: Hast du geschossen als Bailey dir gegenüber stand?“
Sydney senkte den Blick. Sie musste gestehen, dass sie das nicht getan hatte. Auch nicht als sie in der Tiefgarage vor ein paar Tagen die Gelegenheit dazu gehabt hatte. „Nein“ brachte die braunhaarige CIA-Agentin zähneknirschend hervor.
Irina seufzte und sprach mit sanfterer Stimme weiter: „Natürlich nicht. Du konntest es nicht, weil du immer noch Agent Vaughn in ihm gesehen hast. Wenn wir nicht gekommen wären, hätte Bailey dich getötet, weil du gezögert hättest ihn zu töten. Danach hätte er Nadia umgebracht.“ Sydney hatte Tränen in den Augen als sie wieder in das Gesicht ihrer Mutter sah. Dass Irina ihre Tochter so gut durchschaut hatte, machte ihr schon fast ein wenig Angst, musste sie doch daran denken wie Irina die Fähigkeit Menschen zu durchschauen für das KGB genutzt und somit ihren Vater verraten hatte.

„Das ist nicht wahr!“ flüsterte Sydney fast ein wenig trotzig. Aber eigentlich schrieen alle Stimmen in ihrem Kopf: Sie hat Recht! Sie hat Recht und das weißt du also warum gibst du´s nicht zu?! Zum ersten Mal in deinem Leben hast du nur an dich, statt an andere gedacht!

„Du weißt, dass ich Recht habe!“ widersprach Irina, deren Stimme mit einem Mal wieder einen schärferen Ton eingeschlagen hatte.
„Nein!“ sagte Sydney, die plötzlich rasend vor Wut wurde, aber gar nicht so richtig wusste von wo die Wut herrührte. Ob sie sich dafür hasste nicht auf Scott geschossen zu haben als sie die Gelegenheit gehabt hatte, wütend war auf ihre Mutter war, weil sie Sydney dazu zwang sich ihrem inneren Konflikt zu stellen oder ganz einfach auf Scott selbst, weil er der Auslöser des ganzen Übels war?
"Dein Verhalten war unprofessionell, Sydney!! Die Arbeit als Spion ist schon gefährlich genug, aber du solltest es nicht darauf anlegen. Und schon gar nicht Nadia mit hineinziehen.“

Etwas Drohendes hatte sich in Irinas Stimme gelegt, die ein paar Schritte näher gekommen war und nur noch wenige Zentimeter von ihrer Tochter trennte.
„Ich denke Nadia kann ganz gut für sich selbst entscheiden. Sie ist kein kleines Kind mehr!“ antwortete Sydney immer noch mit zitternder Stimme. Diesmal aber aus Unsicherheit, weil sie wusste, dass die Vorwürfe ihrer Mutter berechtigt waren. Sie hatte tatsächlich nicht lange darüber nachgedacht in welche zusätzliche Gefahr sie ihre Schwester gebracht hatte, aber jetzt tat es ihr Leid. Das Letzte auf der Welt, was Sydney wollte war Nadia in irgendeiner Form zu schaden.

„Ach und du hast ihr sicher eine Wahl gelassen!! Du hast ihr bestimmt erzählt was du vorhattest. Nadia war genauso skeptisch wie die CIA, nehme ich an. Da hast du gesagt du würdest alleine versuchen an die Codes von Rambaldi zu kommen. Weil Nadia nicht dumm ist, hat sie gewusst, dass du ohne Partnerin sterben würdest. Sie liebt dich! Sie konnte nicht zusehen wie du in dein Verderben rennst also hat sie sich bereit erklärt dir zu helfen. So etwa in der Art?“ Erschrocken dämmerte Sydney, dass Irina Recht hatte. Tränen rollten ihre Wangen herab.

Die CIA-Agentin wollte nun nichts anderes mehr als der Situation und ihrem schlechten Gewissen entkommen also stürmte sie aus der Wohnung und schlug die Tür hinter sich zu. Irina schloss traurig die Augen, hoffte, dass Sydney sich irgendwann überwinden konnte Scott zu töten. Sie hasste es ihre Töchter leiden zu sehen, aber das war eine Sache, bei der Irina ihr nicht viel helfen konnte. Sie konnte nur helfen sie an den Punkt zu führen, an den sie kommen musste um gegen Scott wenigstens eine kleine Chance zu haben.

Sydney musste genauso skrupellos werden wie Scott es war.

Mit ihren zarten Händen ertastete sie jeden Teil seines Körpers. Es war schön ihre wunderbaren Lippen auf seinen zu spüren. Vaughn keuchte ein wenig, wich vor Sydney zurück damit er sie ansehen konnte. Vorsichtig, als sei sie etwas sehr kostbares und zerbrechliches, legte der blonde Agent seine Hände auf ihre Wangen. Sie fühlten sich warm an.

Vaughn schloss die Augen, beugte sich ein wenig vor, doch als er Sydney küssen wollte, hielt ihn irgendetwas zurück. Als Vaughn die Augen öffnete, stellte er fest, dass er sich noch immer im Kellergewölbe der Tolcon Company befand. Von Sydney keine Spur. Traurig ließ er seinen Kopf in den Nacken zurückfallen. „Oh! Er hat schon wieder von Sydney geträumt!“ seufzte Scott, dessen Beine lässig über der Tischkante baumelten. Mit Schwung sprang er vom Tisch und schlenderte zu seinem Ebenbild herüber.

Vaughns linkes Auge war blutunterlaufen und hatte sich mittlerweile geschlossen. Das übrige Gesicht war ebenfalls blutzerfurcht. Der blonde CIA-Agent murmelte etwas, schloss das gesunde Auge in der Hoffnung Sydney statt diesem Mistkerl wieder vor sich zu sehen.
Ein Schlürfen war zu hören, dem ein brennender Schmerz folgte.
„Eisenzangen. Nützliches Folterwerkzeug, findest du nicht auch? Da ich deine Freundin im Moment nicht quälen kann, stellt sich für uns die Frage wie wir die Zeit nutzen, Vaughny!“ Scott grinste und wuschelte durch Vaughns Haar wie man es bei kleinen Jungs machte. Der blonde Agent stöhnte unter den ruckartigen Bewegungen, die die verschiedensten Schmerzen verursachten.
Kurz darauf hallte Vaughns entsetzlicher Schmerzensschrei, den eine mit Feuer angewärmte Eisenzange verursacht hatte, von den Wänden des Kellergewölbes wider.

Sydneys Appartement

Lachen und fröhliche Stimmen drangen an Sydneys Ohr als sie nachdenklich die Tür aufschloss. Die braunhaarige Agentin ließ ihren Blick über viele braune Kartons schweifen, ging durch die Wohnung und blieb im Korridor stehen, aus dem Nadia und Weiss kamen. Beide mit Kisten in den Händen. Nadia drückte Sydney ihren in die Hand. „Hier. Du kannst uns helfen,“ lächelte sie ihre ältere Schwester an und fügte munter hinzu: „Mein Schlafzimmer ist natürlich noch nicht eingerichtet. Ich dachte das machen wir zusammen. Wenn mehr Zeit ist.“
„Alle Achtung!“ staunte Syd und sah sich um. Ein paar neue Kissen lagen auf dem Sofa. Von Nadia, mutmaßte Syd, deren Blick auf Weiss viel. Gerne wäre die CIA-Agentin mit ihrer jüngeren Schwester allein gewesen um zu reden, aber sie konnte Weiss nicht so einfach rausschmeißen. Noch dazu wo er Interesse an Nadia zu haben schien. „Du bist ja wirklich schnell eingezogen.“

„Deine Schwester war überhaupt nicht zu bremsen, Syd! Mach dich auf was gefasst!“ grinste Weiss, worauf er ein Kissen von Nadia gegen den Kopf geworfen bekam.
„Wenn du so weiter machst, schmeißt Sydney mich noch hier raus bevor ich überhaupt richtig eingezogen bin!“ scherzte die Schwarzhaarige mit gespielt ernster Miene.

Langsam setzte sich Sydney auf das Sofa und beobachtete mit dem kleinen Anflug eines Lächelns das Geplänkel zwischen Weiss und Nadia.
Da bemerkte sie erst wie sehr ihr das im letzten Jahr gefehlt, wie sehr sie Francie und Will gebraucht hatte.
Und obwohl sie es nicht bewusst getan hatte, war Sydney ihrer Schwester dafür dankbar, dass sie ein Stück Normalität zurück in ihr Leben brachte, erinnerte sich aber kurz darauf auf schmerzliche Weise an das Gespräch, das sie mit Irina vor einer Stunde geführt hatte und was sie über Nadia und ihre Beteiligung an der Mission in Costa Rica gesagt hatte. Dass Sydneys Schwester nicht freiwillig, sondern unter Druck seitens Sydneys gehandelt hatte und ihr dies zum Verhängnis hätte werden können.

„Bin gleich zurück. Die restlichen Kartons holen!“ meinte Weiss und machte sich auf dem Weg zum Auto.
„Was? Noch mehr?! Wenn du so weiter machst, müssen wir anbauen!“ grinste Sydney, die selbst ein wenig überrascht war einen Scherz gemacht zu haben. Ihr war gar nicht danach zumute.
„Sehr witzig!“ kommentierte Nadia Sydneys Bemerkung einen Karton nach etwas durchsuchend. Man konnte Gegenstände in der Kiste rotieren hören, bis Nadia ihre „Beute“ herausfischte. Einen Teddybär, der schon ramponiert und ziemlich alt aussah. Sydney legte die Stirn kraus und sah ihre Schwester fragend an. „Mein Teddybär als ich sieben war, Mister Bär. Ich habe ihn überall hin mitgenommen, egal wo ich war.“

Ein Hauch von Traurigkeit überschattete Nadias Gesicht, während ihre Hände das Fell des Stoffbären streichelten.
„Nadia“ begann Sydney, glitt vom Sofa herunter um sich neben ihre Schwester auf den Boden zu setzen. Ihr Gesicht sah so ernst aus, dass Nadia zusammen zuckte als sie ihre Sydney ansah. „Du weißt, dass ich niemals zulassen würde, dass dir was passiert, richtig?“ fragte sie vorsichtig.
Nun war es an der Schwarzhaarigen die Stirn kraus zu legen. „Was hast du mit Mom geredet?“ fragte sie misstrauisch.
Doch Sydney war nicht erpicht darauf Nadia jede Einzelheit des Gesprächs brühwarm zu erzählen. Abgesehen davon, war das etwas, das nur Sydney und Irina etwas anging.
„Ich wollte es nur klarstellen. Du sollst nicht denken, dass du mir nicht wichtig wärst. Das bist du!“
Je mehr Sydney redete, desto absurder kam Nadia die Situation vor. Sie beschloss also das Thema abzuschließen. Gleich würde sie mit Eric ausgehen und heute war Umzugstag. Den wollte sie sich nicht vermiesen lassen. Schon gar nicht durch CIA-Angelegenheiten, oder anderen Dingen, von denen sie bisher noch gar nichts wusste. Ihr Leben war auch so schon kompliziert genug. „Das weiß ich doch!“ versicherte Nadia sanft und lächelte ihre Schwester freundlich an, was diese erwiderte. „Wenn es um Kendall geht, mach dir darüber keine Gedanken. Ich habe mit ihm gesprochen. Er wird keinen Vermerk in unseren Akten machen.“ Wieder konnte Sydney ein Lächeln nicht unterdrücken. Kurz darauf kam Weiss herein, zwei schwere Kartons schleppend und schwer schnaufend. Die Schwestern wechselten einen amüsierten Blick, standen gleichzeitig auf um dem armen Weiss ein wenig unter die Arme zu greifen.
„Was hast du da drin? Ziegelsteine?!“ keuchte Weiss nachdem er ein paar Mal kräftig Luft geholt hatte.
„Meine Schuhe!“ entrüstete Nadia sich und deutete auf den ersten Karton. Der schwarzhaarige Mann stemmte die Hände in die Hüfte. „Zu viele Schuhe?!“ fragte die schwarzhaarige Agentin unsicher, Blicke zwischen Sydney und Weiss hin und her wechselnd.

„Wir werden nie rechtzeitig fertig für´s Restaurant!“ seufzte Weiss. „Bis wir alles ausgepackt und eingeräumt haben. Es nimmt kein Ende!“
„Natürlich. Wenn Nadia sich jetzt noch anzieht…Ihr könnt die Sachen ruhig hier stehen lassen. Morgen räumen wir den Rest ein!“ beruhigte Sydney ihren Freund. Sie wollte sowieso viel lieber etwas Zeit für sich allein haben um nachdenken zu können und zu überlegen was sie tun wollte. Noch immer war sie sich nicht sicher, ob sie hundertprozentig bereit war Scott zu töten. Ob sie es schaffen würde, wenn er ihr gegenüber stünde.
Die schwarzhaarige Agentin ließ sich das nicht zweimal sagen, löste die Spange von ihrem streng gemachten Zopf während sie im Bad verschwand. Weiss und Sydney nahmen nebeneinander auf dem Sofa Platz und schwiegen sich an. Ein paar Minuten ging das so bis Weiss die Brünette ansah. „Müsste jetzt nicht von dir die berühmte große- Schwestern-Ansprache kommen?“
Sydney runzelte verwirrt die Stirn. „Welche Ansprache?“

„Na, dass du mich umbringen wirst, wenn ich irgendwas tun sollte, das Nadia auf irgendeine Art und Weise verletzt.“
Die CIA-Agentin kam um ein Grinsen nicht herum, strich die Krawatte von seinem Hemd glatt und antwortete: „Ach das! Das ist in deinem Fall nicht nötig!“ „Ach und wieso, Agent Bristow?“
„Weil ich mir niemand Besseren für meine Schwester vorstellen könnte.“ Erwiderte Sydney aufrichtig. Weiss war sichtlich gerührt.
„Sydney ich…..Ich hatte noch keine Gelegenheit dir zu sagen wie leid es mir tut was mit Michael…“ Sydney legte eine Hand auf seine Lippen um ihn zum schweigen zu bringen.
„Nicht. Lass es. Das Einzige was du im Moment tun kannst, ist Nadia einen schönen Abend zu machen. Sie hat es verdient. Sag ihr, dass ich schon im Bett bin.“ Damit ließ Sydney Vaughns besten Freund stehen und zog sich in ihr Zimmer zurück.