03. Unerwiderte Liebe
„Was haben Sie gesagt?“ Sydney konnte es nicht fassen, was Sark gerade gesagt hatte.
„ Ich liebe Sie!“, sagte Sark noch mal.
„ Was wollen Sie damit erreichen? Ich kann und werde mich nicht in Sie verlieben.“, sagte Sydney und ihr Herz pochte.
„ Es ist dieser Vaughn, nicht wahr?“, fragte Sark.
„ Das geht Sie überhaupt nichts an!“ Mit diesen Worten verschwand sie.
Sydney hatte sich dazu entschlossen, niemandem von diesem Vorfall zu erzählen. Sie ging, ohne ein Wort zu sagen, an Kendall, Vaughn und ihrem Vater vorbei, der sie am Arm festhielt. „Was hat er gesagt?“, fragte er.
„ Nichts.“, sagte Sydney und verließ das Büro.
Vaughn wusste, dass mit Sydney etwas nicht stimmte. Er konnte sich nur nicht vorstellen, was es sein könnte. Am Abend klingelte sein Telefon.
„ Ja?“, flüsterte Vaughn ganz verschlafen in den Hörer.
„ Ich bin es!“, sagte eine ihm vertraute Stimme am anderen Ende der Leitung.
„ Sydney?“, fragte er überrascht.
„ Ja!“, sagte sie.
„ Was ist mit dir los? Warum hast du im Büro so abweisend reagiert?“
„ Sark hat mir den Grund genannt, warum er sich gestellt hat!“
„ Und der wäre?“
„ Er liebt mich!“
„ Er tut was? Das kann doch jetzt nicht dein Ernst sein, oder? Hör mal, er ist unser Feind! Das ist sicher bloß eines seiner Spielchen!“
„ Ich weiß nicht…“, sagte Sydney.
„ WAS? Sag bloß, du empfindest was für ihn?“ Vaughn wurde nervös.
„ Nein, ich liebe nur dich, Schatz. Das weißt du aber auch!“
„ Und warum zweifelst du dann daran, dass er ein Spielchen mit dir treibt?“
„ Ich habe das Gefühl, dass er es ernst meint.“
Vaughn konnte es nicht fassen! Sark stellt sich der CIA, und sagt Sydney, dass er sie lieben würde und Sydney scheint es auch noch zu glauben. Vaughns Nervosität schwenkte in Wut um.
„ Sydney, der Typ will doch, dass du darauf reinfällst! Der nagelt doch alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist!“
„ Jetzt mach mal halblang! Du bist doch bloß eifersüchtig!“
„ Ja, bin ich! Ich habe auch allen Grund dazu!“
„ Ach, du spinnst doch!“, sagte Sydney und legte auf.
Am Abend konnte sie lange nicht einschlafen. Sie dachte über Vaughn, Sark und ihre Freunde Will und Francie nach. Vielleicht hatte Vaughn Recht! Vielleicht treibt Sark nur eines seiner Spielchen! Aber was ist zum Teufel mit Will und Francie los, die auf Sydneys Nachrichten nie reagieren?
Als Syd gerade ihre Augen geschlossen hatte, klingelte ihr Telefon.
„ Ja?“, maulte sie in den Hörer.
„ Hallo!“, sagte jemand mit einer hellen Stimme. „Sie vermissen ihre Freunde, nicht wahr?“
„ Will und Francie? Was ist mit ihnen?“, fragte Sydney.
„ Ich habe sie entführt. Ich habe die beiden mit einem ziemlich großen Messer bedroht! Und da haben die beiden mir freundlicherweise deine Nummer und deine Adresse verraten! Soll ich sie dir vorbeibringen? In wie vielen Teilen hättest du sie denn gerne?“
Sydney hörte ein fieses Lachen am anderen Ende der Leitung.
„ Lassen Sie die beiden in Ruhe!“, schrie Sydney.
„ Warum sollte ich? Veranlasse zuerst, dass Julian Sark wieder auf freien Fuß kommt!“
„ Er hat sich der CIA freiwillig gestellt, er wird sicher nicht wieder rauswollen!“
„ Sorge so schnell wie möglich dafür, sonst werden es deine Freunde büßen!“ Der komische Fremde legte nach diesen Worten auf.
„Mr. Kendall, wir müssen Sark freilassen!“, schrie Sydney.
„ Wie stellen Sie sich das denn vor? Wir haben gerade einen der meist gesuchten Verbrecher gefangen, den werden wir nicht einfach so wieder freilassen!“, sagte Kendall.
„ Das Leben meiner besten Freunde hängt davon ab!“
„ Warum sind Sie so sicher, dass der angebliche Entführer Ihre Freunde wirklich hat?“
„ Ich muss damit rechnen!“
„ Agent Bristow, ich kann und werde Sark nicht freilassen. Ich werde aber alles dransetzen, um Ihre Freunde zu retten!“
„ Das ist mir nicht genug! Der Entführer wird den Beiden sonst noch was antun!“
„ Es tut mir leid, aber ich darf es nicht tun.“, sagte Kendall ruhig und ging.
Sydney konnte es nicht fassen. Sie hatte so eine Wut auf Kendall, sie hätte ihn am Liebsten dazu gezwungen, Sark freizulassen.
Abends kam Sydney erschöpft nach Hause. Vor ihrer Haustür stand ein merkwürdig großes Paket, auf dem in blutroter Schrift geschrieben stand: „Für Sydney Bristow“
Sie nahm das Paket mit hinein, legte ihre Schlüssel auf den Tisch und öffnete das Paket. Zum Vorschein kam Zeitungspapier, das mit großen, roten Flecken übersäht war. Sie schob das Papier langsam zur Seite und ließ vor Schreck das Paket fallen: In dem Karton war Francies Kopf!