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Teil 2

Als Sydney erwartungsvoll um die Ecke bog und Vaughn in ihr Blickfeld geriet, begann ihr Herz plötzlich schneller zu pochen. Wie gut er heute wieder aussah! "Hi Syd!", begrüßte ihr Kontaktmann bei der CIA sie. "Wie lautet mein Gegenauftrag?", fragte Sydney geradeheraus, um ihre leichte Nervosität zu verbergen. "Ich habe mit Devlin gesprochen. Er sagt, wir sollen SD-6 dieses Mal gewähren lassen. Seiner Meinung nach kann es nicht schaden, wenn sie ein weiteres Artefakt bekommen, außerdem dürfen wir im Moment nicht zu auffällig in ihre Aufträge eingreifen. Aber das weißt du ja am Besten. Wie geht es dir sonst so?" Er versuchte, nicht zu neugierig zu klingen. Sydneys Herz machte einen kleinen Sprung. "Gut. Sehr gut sogar. Ich gehe gleich noch für Francie einkaufen. Sie will einen Kuchen backen." "Hm", machte Vaughn nur. "Und bei dir?" "Ach, wie immer. Hadladki macht Ärger, sonst: prima!" Langsam aber sicher drohte die Situation peinlich zu werden. Vaughn räusperte sich. "Na dann, viel Glück bei deinem Auftrag, wir sehen uns, wenn es was Neues gibt." "Ja, danke, Vaughn! Bis bald." Mit diesen Worten drehte sich Sydney um und wandte sich zum Gehen. Doch in ihren Ohren klang seine Stimme noch lange nach.

Quietschend hielt der Wagen, in dem Dixon seine komplizierten, technischen Geräte untergebracht hatte, vor dem Anwesen von Enrico Graviata. Sydney, heute in einem legeren Damenanzug und mit Marshalls brandneuer Infrarotbrille auf der Nase, wurde gefährlich nach vorne geschleudert. "Wow, hier würde ich auch gerne wohnen!", entfuhr es Sydneys Partner beim Anblick der millionenschweren Anlage. "Na denn, Syd, viel Glück!" Dixon setzte die Kopfhörer auf, öffnete die Wagentür und ließ Sydney raus. Dann fuhr er weiter zur nächsten Nebenstraße, wo sie ihn später wieder treffen sollte. 'Na denn, let’s get ready to rumble!'
" Ja bitte?", ertönte knarzend eine weibliche Stimme aus dem Lautsprecher neben dem schmiedeeisernen Tor. "Christine Johnson, ich bin von der Sicherheitsabteilung der Feuerwehr. Wir wollen Ihnen unser neues Programm 'Make your House a FireSafe House' anbieten." - In einem Ort wie Los Angeles, wo man sie leicht hätte wiedererkennen können, durften SD-6 Agenten auf Sloanes Befehl hin, nicht in Häuser einbrechen. Sie schlichen sich meist unter Vorwänden ein, um an die nötigen Informationen zu kommen. - Gespanntes Schweigen. "Ich erinnere mich, wir hatten telefoniert, richtig?" "Richtig." Ein Summen war zu hören und Sydney konnte das schwere Tor öffnen. Donnernd fiel es hinter ihr wieder ins Schloss. 'Puh, ich bin drin! Jetzt aber an die Arbeit.'

An der Tür empfing sie eine ältlich aussehende Dame, die aber kaum 50 sein konnte. "Treten Sie ein, Ms Johnson." Sydney kam der Aufforderung nach und Sekunden später stand sie in einer geräumigen, schön möbilierten Vorhalle. Die Frau führte sie durch endlos scheinende Gänge, bis sie plötzlich vor einer dicken Eichentür standen. "Warten Sie da drin, ich gehe die Unterlagen holen, die sie angefordert hatten." "Richtig, 2 Grundrisse und die Formulare hab ich ja dabei", lächelte Sydney und betrat das Zimmer. Vor der Tür verklangen langsam die Schritte der Haushälterin. "Dixon, ich bin jetzt soweit." "Prima, du hast noch 5 Minuten, bis die Haushälterin zurückkommt. Beeil dich, ich werde dich sicher durch das Haus lotsen", erklang Dixons Stimme klar und deutlich durch ihren Ohrring. Marshall hatte mal wieder gute Arbeit geleistet. "Daran, dass du mich sicher führst, habe ich keinen Zweifel!", lachte Sydney und verließ den Raum.

" Renn den langen Gang hinunter, dann links, weiter geradeaus, dann wieder rechts,..." Die wenigen Minuten, in denen Dixon Sydney durch das riesenhafte Gebäude lotste, kamen ihr vor wie eine kleine Ewigkeit. Rechts, links, geradeaus. Im Sekundentakt kamen seine Befehle. Sie wagte einen Blick auf ihre Uhr und sah, dass schon 2 Minuten vergangen waren. "So Syd, hinter der nächsten Ecke liegt Graviatas Büro. Du hast noch drei Minuten, um das Collier zu stehlen und wieder zurückzufinden. Das ist verdammt knapp. Schaffst du das?" "Aber sicher, Dixon!", flüsterte Sydney und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. "Unter Druck arbeite ich besser!" Doch in ihrem Inneren bescheunigte sich ihr Puls merklich. Sie schluckte. Es war wirklich verdammt wenig Zeit. Während sie sich ihren Weg durch das Gebäude gesucht hatte, musste sie für den Rückweg alle Abzweigungen und Türen in ihr Gedächtnis einbrennen. Doch das war keine Schwierigkeit für eine Topagentin, wie Sydney es war. Was hatte Marshall ihr doch gleich noch erzählt? 'Der Safe ist ein 08/15 Modell, das haben Sie in Sekunden geknackt, aber Graviata bedient sich eines sehr komplizierten Laserschutzsystems, das Sie durch ihre Infrarotbrille sehen können. Da Sie ja sehr gelenkig sind, dürfte es eigentlich kein Problem für Sie sein, die Lasersicherung zu überwinden.' In Gedanken schon bei dieser Überwindung, bog sie um die Ecke. Sydney blieb ruckartig stehen. Im Gang tauchte eine Gestalt auf. Jemand, den sie sehr gut kannte und dem sie unter keinen Umständen gerade jetzt begegnen wollte. Vor ihr stand Will.