Du bist hier: fanstuff  » FanFiction  » Die Ruhe vor dem Sturm  » 08. Der Plan

08. Der Plan

Jack erfährt, was Sloane mit dem Diamanten vorhat und das lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren.

Will starrte wie versteinert auf die Karte. 'Was hat das zu bedeuten?? Wer ist dieser Arvin Sloane und was hat das mit SD-6 zu tun?'. Will drehte die Karte in seiner Hand, aber er fand keinen weiteren Hinweis außer dem schwarzen Schriftzug.
Er fragte sich, ob er Sydney etwas davon sagen sollte, was er herausgefunden hatte, entschloß sich aber dazu, die Geschichte zunächst für sich zu behalten.
Allerdings konnte er auch nicht einfach so tun, als sei nichts gewesen. Will griff zum Telefon. "Ja Hallo, Frank! Ich arbeite grad an der Story über den Einbruch im Nakatomi Science Labor und bräuchte dringend ein paar Daten, also alles was du finden kannst, über einen gewissen..". Frank unterbrach ihn. "Ja ja Frank ich weiß es ist spät, aber... na gut in Ordung! Ja, ich rufe morgen nocheinmal an!". Enttäuscht legte Will wieder auf. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als eine weitere Nacht in Unwissenheit zu verbringen.

Jack hatte die Tür hinter sich geschlossen und wischte sich die Tränen aus den Augen. 'Gott weiß, ob wir uns wiedersehen, Sydney..' dachte er, als er die Straße entlanglief auf dem Weg zu SD-6. Er hoffte wirklich, dass Sydney in dem Versteck blieb, aber wenn sie nur ein kleines bisschen nach ihm oder ihrer Mutter kam, dann konnte er sich dessen keineswegs sicher sein.
Dennoch ließ er sie allein, denn in die Sache mit Sloane wollte er sie keinesfalls mit hineinziehen.
Jack hatte von der Verschwörung gegen Agent Vaughn gewusst, konnte aber nichts tun. Er hoffte inständig, dass der Ausbruch des Anführers von SFF nichts mit Sloanes Plan zu tun hatte. 'Ja, es muss Zufall sein! Wenn Agent Vaughn aus dem Verkehr gezogen hätte werden sollen, dann konnte es nicht Sloane gewesen sein. Schließlich weiß er nicht, dass Syndey eine Doppelagentin ist.'.
Die Verschwörung gegen Vaughn hätte zu keinem ungünstigerem Zeitpunkt geschehen können. Denn sosehr sich Jack gegen ihn als Sydneys Verbindungsmann gesträubt hatte, musste er doch zugeben, dass seine Hilfe nützlich gewesen wäre.
Er dachte an Sydneys verzweifeltes Gesicht, als sie ihm von seinem Tod berichtete. Sein Herz krampfte sich zusammen. 'Ich kann Sydney einfach nicht weinen sehen.'.

Nach einer ganzen Weile kam er beim SD-6-Hauptquartier an und betrat Sloanes Büro. Dieser saß in seinem Stuhl, mit dem Rücken zur Tür. Als Jack hereinkam, drehte er sich um und seine Miene hellte sich auf. "Jack!! Mein Junge! Sehr gut! Wie gehts Sydney?" rief er euphorisch mit einem seltsamen Lächeln im Gesicht.
Jack wich instinktiv einen Schritt zurück. Was war mit Sloane los? Er sah furchtbar aus- ganz blass und dunkle Augenringe. "Alles verlief nach Plan. Ich habe den Diamanten. Sydney ist in den Händen des K-Direktorats." antwortete Jack trocken, um keinen Verdacht zu erregen. "Sehr gute Arbeit Jack. Ich hoffe, sie verstehen, dass ich zur Zeit niemanden entbehren kann, der ihr zu Hilfe kommt. Alle Agenten sind seit Tagen rund um die Uhr im Einsatz, um den Plan erfüllen zu können.".
Sloane hörte nicht auf zu grinsen und Jack kam nicht umhin, sich zu fragen, ob er endgültig den Verstand verloren hatte. "Kommen sie Jack! Führen wir den Diamant seiner Bestimmung zu!". Mit diesen Worten stand Sloane auf und ging zur Tür.

Jack folgte ihm in einen extra gesperrten Bereich innerhalb der SD-6 Gebäudeeinheit. Sloane musste einen Netzhaut-scan, einen DNA-Schnelltest und eine Abtastung wie beim Flughafen über sich ergehen lassen. Jack wunderte sich, was wohl hinter den vielen Sicherheitssperren auf ihn wartete. Sloane hatte ihn vor zwei Tagen nur deshalb Sydney helfen lassen, weil Jack ihm versprach, nicht ohne den Diamanten zurückzukehren. 'Ob ihm etwas an Sydney und den anderen Agenten liegt? Oder ist er tatsächlich so eiskalt, seine eigenen Leute draufgehen zu lassen, nur um einen 'letzten Coup' zu landen, wie er es mir erzählt hat?!?'. Solche Gedanken schossen Jack durch den Kopf, als Sloane und er vor der vermutlich letzten Tür standen.
Die 50 Zentimeter dicke Stahltür öffnete sich nur langsam. Und auch nur langsam begriff Jack, was er da vor sich sah.
Dutzende Männer und Frauen rannten geschäftig hin und her. In der Mitte des Raumes befand sich- Jack musste schlucken. 'Oh mein Gott! Das ist der gestohlene Prototyp einer Waffe, die eine Reichweite von mehreren Milliarden Kilometern haben soll!! Das Ding wurde doch vor zwei Tagen aus dem Nakatomi Science Labor gestohlen!!'.
Und tatsächlich! Da stand sie- und sie war noch kleiner, als man vermutet hätte. Einige Ingenieure schweißten fieberhaft daran herum.
Sloane ging schnurstracks auf den Prototypen zu. "Oh.. äh.. Hallo, Mr. Sloane! Ich hatte sie gar nicht gesehen!". Marshall war hinter der Waffe aufgetaucht und begrüßte Sloane etwas peinlich berührt. Dieser hatte nur Augen für das viele silbern glänzende Metall und streichelte sie fast unmerklich.
Aber Jack war diese Geste nicht entgangen und bekam eine Gänsehaut, so verrückt kam ihm Sloane vor.

"Der Diamant!" Sloane streckte die Hand aus. Jack griff in seine Tasche, holte ihn heraus und gab ihn Sloane. Dieser nahm ihn und legte ihn vorsichtig in eine Öffnung.
Marshall stand immernoch etwas hilflos da, bis Sloane schließlich ungeduldig wurde. "Na los schon, Flinkman! Wofür bezahle ich sie? Holen sie ihr Testgerät!". "J-ja, Sir, nur einen Moment..." schuldbewusst rannte Marshall in Richtung eines fast ebenso großen Gerätes wie die Waffe an sich ".. ich hole es.. bin blitzschnell wieder da Sir!...". Marshall rollte das Testgerät heran und befestigte es an dem Prototypen. "Es ist startklar!" verkündete er nicht ohne Stolz.
Sloane nahm eine kleine Box mit Antenne in die Hand, die Jack für die Zündung hielt, und gebot allen andren, etwas Abstand zu nehmen. Marshall stellte sich neben Jack und begann, ihm die Geschehnisse zu erklären.
"Also Mr. Sloane löst jetzt die Zündug aus. Dadurch wird ein schwacher Laserstrahl im Inneren erzeugt. Durch den eingesetzten speziellen Diamanten wird dieser extrem, um nicht zu sagen über-extrem.." Jack musste ein wenig lächeln. ".. also er wird extrem verstärkt, sodass er das Milliardenfache seiner ursprünglichen Kraft erhält. Während also der Original-Laserstrahl sie kaum verletzen würde, hat der modifizierte Strahl die Kraft, unter Umständen ganze Kontinente zu zerstören."
Jack erschrak. 'Was will Sloane mit so einer mächtigen Waffe?'. Schlimme, grausame Visionen schwirrten durch seinen Kopf.

Marshall plapperte munter weiter. "Mein Testgerät- ich nenne sie 'Sarah'- hat die Eigenschaft, einen so starken Laserstrahl zu neutralisieren und dessen Stärke zu bestimmen. Auf diese Weise können noch die notwendigen Korrekturen und Feineinstellungen gemacht werden."
Marshall platze fast vor Stolz. "Ich freue mich so sehr, dass Mr. Sloane ausgerechnet mir den Auftrag gegeben hat. Denn ich nehme an sie wissen schon, dass in Kolumbien eine ebensolche starke Waffe positioniert ist. Und nur, wenn wir wissen, wie genau sie funktioniert, können wir ein Attentat auf die USA verhindern!!". Es war Marshall anzusehen, dass er wahnsinnig stolz war, sein Land beschützen zu können.
Jack sah ihn zustimmend an. 'Armer Marshall! Wenn du wüsstest- Kolumbien, so ein Schwachsinn! Sloane wird dich genauso töten, wie jeden anderen, der an diesem Projekt beteiligt ist!'.
Sloane betätigte den Schalter und ein Lautes Surren erfülte den Raum. "Das sind die Kühlaggregate, die verhindern, dass das Metall schmilzt.." sagte Marshall. Jack sah, dass der Diamant immer heller leuchtete. 'Sarah' rumpelte ganz schön, aber sie hielt dem Strahl stand.
Nach einigen Sekunden beendete Sloane den Test und wandte sich den umstehenden Leuten und auch Jack zu. "Meine Damen und Herren- ich präsentiere: den IWR-X!" rief er laut mit einem Lachen auf den Lippen.
Jack sah Sloanes starren und wirren Ausdruck in den Augen und bekam eine Gänsehaut. 'Oh mein Gott! Er IST verrückt!!'.

Syd humpelte so gut sie konnte die Straße entlang. Sie hatte beschlossen, ihrem Vater zu helfen, so gut sie eben konnte. Bis zur Credit Dauphine Bank waren es nur noch ein paar Straßen. Sie sah von Weitem das leuchtende Schild. Wie in Trance ging sie darauf zu – bereit, alles zu geben, um Sloane aufzuhalten. Sydney war so konzentriert, dass sie gar nicht merkte, als plötzlich ein Mann aus der Seitenstraße auf sie zusprang und sie in die enge Gasse zog.
Sie versuchte krampfhaft, sich aus der plötzlichen Umklammerung zu befreien. "Schhhhht.. ruhig, Sydney!". Flüsterte die Stimme des Mannes. Sydneys Augen weiteten sich und sie war wie paralysiert. Langsam lockerte er die Arme und Sydney konnte sich umdrehen, um zu sehen, wer er ist. Sydney erlitt beinahe einen Schock. "Vaughn..." hauchte sie.