06. Vater und Tochter
Im Angesicht größter Gefahr und Verzweiflung kommen sich Sydney und Jack näher.
Sydney kam ein fürchterlicher Verdacht. "Dad?!? Wie hast du den besorgen können? Hat das was damit zu tun, dass du den Geheimgang kanntest?". Jacks Gesicht bekam einen schuldbewussten Ausdruck. "Sydney, das kann ich dir nicht sagen. Du musst jetzt wirklich schlafen- wir haben keine Zeit!" Er wandte sich von ihr ab und konzentrierte sich auf das Fliegen.
Syd sah ihm an, dass da im Moment nichts zu machen war und fügte sich ihrem Schicksal. Sie nahm sich eine Decke und schloss die Augen.
Da merkte sie erst, wie müde sie eigentlich war. Sydney träumte sehr viel, während sie schlief.
Sie sah Vaughn, wie er Anna küsste und kurz darauf von Jack erschossen wurde. Daraufhin ging Jack auf Anna zu und reichte ihr die Hand. Beide begannen, hysterisch zu lachen.
Kurz darauf beobachtete sie Sloane, wie er weinend in seinem Bürostuhl versank. Plötzlich stürmte eine Horde Soldaten das Büro und zerrten ihn gewaltsam weg. Er schrie immer wieder "Sydney!! Sydney, hilf mir!!..".
Schweißgebadet riss syd die Augen auf und sie hörte noch kurz Sloanes Stimme, die ihren Namen rief.
Da erst merkte sie, dass es schon wieder dunkel war und Jack weiterhin müde, aber konzentriert das Flugzeug steuerte.
"Oh- du bist wieder wach. Gut, denn wir sind bald da." Sagte er.
Will konnte es nicht fassen. Nach Danny und Eloise nun der nächste, der sein Leben verloren hatte. Und das Zentrum dieses Geheimnisses schien dieses merkwürdige SD-6 zu sein. Obwohl er keine Ahnung hatte, was SD-6 ist, wusste er doch, dass es gefährlich war.
Trotzdem. Wenn SD-6 mit den vielen Verbrechen in letzter Zeit etwas zu tun hatte, musste er sich wohl oder übel wieder damit auseinander setzen. Außerdem verbot ihm seine angeborene Neugier, den Fall abzugeben.
Er griff zum Telefon, aber bevor er den Hörer abnehmen konnte, klingelte es bereits.
'Nanu?? Wer kann das sein?' wunderte er sich, nahm dann aber ab. "Will Tippin?". "Kommen sie sofort zur Fifth Ecke Main Street." Sagte die wohlbekannte verzerrte Stimme am anderen Ende. 'KLACK' und bevor Will etwas sagen konnte, war die Verbindung schon unterbrochen.
Mit einem äußerst flauen Gefühl im Magen fuhr Will zum Treffpunkt. Als er aus dem Auto ausstieg, sah er nur ein junges Pärchen, dass kichernd um die Ecke bog.
Sonst war es ruhig.
Will ging ein paar Schritte, als er plötzlich zusammenzuckte. Da klingelte ein Telefon. Er drehte sich herum und bemerkte die Telefonzelle, von der das Klingeln kam.
Sein Herz raste, als er langsam darauf zuging und den Hörer abnahm.
"Ja?"
Sydneys Kopfschmerzen wurden immer stärker und ihr taten sämtliche Gliedmaßen weh. Die Anstrengungen der letzten Stunden machten sich bemerkbar und sie musste den Verband an ihrem Fuß straffen. Dieser war dick angeschwollen und schmerzte bei jeder Berührung.
Jack landete den Helikopter und legte das Gesicht in die Hände. Er seufzte und sah hoch zu Sydney. Da bemerkte sie erst, wie müde und ausgelaugt er aussah. "Sydney... wir werden jetzt einen ehemaligen geheimen SD-6 Unterschlupf aufsuchen. Dort dürfte uns vorerst keiner finden."
Auf dem Weg zu ihrem Versteck mussten sie immer wieder anhalten, weil Sydneys Fuß zu sehr schmerzte. Doch da es dunkel war, kamen sie einigermaßen unbeobachtet voran.
Im Versteck angekommen, wusch sich Syd so gut es ging am Waschbecken. Jack saß derweil auf dem Sofa und sah sehr nachdenklich aus.
Sydney kam aus der Toilette und setzte sich neben ihn. Er hatte die Stirn in Falten gelegt und sich auf seine Fäuste gestützt. Sydney legte ihre Hand auf seine Schulter. Er bemerkte die Berührung und sah sie an.
Da sah Sydney plötzlich, dass er Tränen in den Augen hatte. "Dad? Was ist los?" fragte sie besorgt. Jack nahm ihre Hand und küsste sie. Dann stand er plötzlich auf, als ob er seine Gefühle unterdrücken wollte. "Sydney..." seine Stimme war belegt und er räusperte sich.
"Sydney, ich werde jetzt zu Sloane gehen und ihm den Diamanten bringen. Ich werde ihm sagen, dass du gefangen genommen wurdest und ich dich nicht befreien konnte. Er will den Diamanten unbedingt! Koste es, was es wolle! Und da du mit deinem Fuß nichts tun kannst, um ihn aufzuhalten, werde ich es tun. Am besten, du bleibst hier und ich komme zurück, wenn alles vorbei ist."
Sydney blieb der Mund offen stehen. ""Wieso? Ich.. ich verstehe im Moment nur noch Bahnhof! Kann ich wirklich nicht helfen??".
Jacks Miene verfinsterte sich. "Nein! Ich möchte, dass du hier bleibst. Hier bist du in Sicherheit.". Mit diesen Worten griff er nach seiner Jacke, nahm den Diamanten und ging zur Tür.
Bevor er die Klinke herunterdrückte, drehte er sich nocheinmal um. "Sydney, ich liebe dich..". Beim letzten Wort begann er zu schluchzen und wandte sich von ihr ab. Blitzschnell öffnete er die Tür und ließ sie hinter sich ins Schloss fallen.
Sydney saß wie paralysiert aud der Couch und blickte ihm nach.