05. Wahrheit
Sydney erfährt die Wahrheit über Sloane und Will kann seine Recherche nicht lassen.. Sydney stockte der Atem. "Was hat das zu bedeuten?!?". "Er leidet an einer seltenen unheilbaren Nervenkrankheit, bei der Stück für Stück Teile des Gehirns ihre Funktion verlieren. Aus diesem Grund hat er beschlossen, seine Arbeit bei SD-6 zu beenden, aber vorher noch einen großen Coup zu machen." erklärte ihr Jack. "Was für einen Coup?" Sydney konnte es nicht fassen. "Okay, dazu muss ich ein wenig weiter ausholen..."
Rückblende:
"Tschüss Schatz! Ich geh noch schnell mit Kathy in den Supermarkt!" rief sie Arvin zu und verließ mit einem Lächeln das Haus. 'Wenn du wüsstest, wie sehr ich euch liebe!' dachte er und ging ans Fenster, um seiner schwangeren Faru und seiner bezaubernden Tochter zu winken. Kathy war vor einer Woche 5 Jahre alt geworden und sein ganzer Stolz. 'Ich kann mich richtig glücklich schätzen..' dachte er, als er das Radio anmachte und die Zeitung aufschlug. Als er beim Mittelteil angekommen war, wurde er aufmerksam. "Wir unterbrechen unsere Sendung für eine wichtige Nachricht. Soeben befindet sich ein Sonereinsatzkommando der Polizei auf dem Weg zum Quickie-Markt in der Beverly Street. Dort sind laut Polizeiangaben Terroristen eingedrungen und haben wahrscheinlich Geiseln genommen. Wir bitten sie, die Straßen in der Gegend freizuhalten und den Bereich weiträumig zu umgehen!" Arvin erschrak. Das war der Supermarkt, in dem seine Frau gerade war! Er sprang sofort auf und rannte zu seinem Auto. Mit quietschenden Reifen hielt er vor dem Quickie- Markt. Die Polizei hatte alles abgesperrt und sofort kam ein Mann im Kampfanzug auf ihn zu "Fahren sie weiter!". Doch Arvin würdigte ihn keines Blickes und rannte auf den Eingang zu. Der Mann versuchte, ihn aufzuhalten, aber er bekam als Antwort nur eine Faust ins Gesicht. Arvin kämpfte sich wie besessen durch die Absperrung und konnte noch im letzten Moment die Tür hinter sich schließen, sodass die Scharfschützen ihn nicht mehr anvisieren konnten. Kaum hatte er den Innenraum erreicht, musste er sofort husten und die Augen zusammen kneifen. 'Oh mein Gott, sie haben Gas eingesetzt!'. Der beißende Qualm schlug ihm entgegen, als er sich den Weg durch die umgestürzten Wagen und die auf dem Boden liegenden Menschen bahnte. "Eve!! Kathy!!" rief er verzweifelt. Langsam schien der Rauch abzuziehen und Arvin bot sich ein erschreckendes Bild. Dutzende unschuldige Menschen lagen auf dem Boden- bewusstlos oder tot. Er wusste es nicht. 'Warum sehe ich hier keine Terroristen?' wunderte er sich kurz, rief aber weiter unablässig nach seiner Frau und seiner Tochter. Als er um die Ecke bog, sah er Kathy. Sie lag regungslos neben dem Kühlregal. Er rannte auf sie zu und fühlte ihren Puls, aber sie hatte keinen. Seine Tochter war tot. Arvin´s Herz schien zu zerspringen. 'Nein, das kann nicht sein!! Nicht meine Kathy!!! Lieber will ich sterben, als dass man mir meine Tochter nimmt!'. Wie in Trance suchte er seine Frau und ganz in der Nähe lag sie. 'Oh mein Gott! Nicht du auch noch!'. Doch sie lebte. "Arvin..." röchelte sie und verzog ihr Gesicht. Arvin konnte nicht feststellen, ob es ein Lächeln oder Weinen war. Er hob sie auf und trug sie so schnell er konnte nach draußen. "Es waren damals keine Terroristen in dem Supermarkt gewesen, aber ein übereifriger CIA-Beamter hat den Einsatz aufgrund von Hinweisen angeordnet. Die ganze Geschichte wurde vertuscht. Arvin´s Frau verlor ihr Kind bei dem Einsatz und liegt bis heute im Koma. Das eingesetzte Gas war eine von der NSA entwickelte biologische Waffe." Jack war anzusehen, dass ihn die Geschichte sehr berührte. Auch Sydney war geschockt. "Arvin hat daraufhin eine terroristische Organisation gegründet, um gegen die Regierung der Vereinigten Staaten vorzugehen und die Allianz wandte sich an ihn, ob er nicht mit seiner Gruppe für sie arbeiten möchte. Da Arvin und sie die gleichen Ziele hatten, sagte er zu. Er ist heute ein verbitterter alter Mann, der nur noch Rache kennt- Rache für seine Frau und seine zwei Kinder.". Syd musste ersteinmal verdauen, was sie gerade gehört hatte. Plötzlich sah sie Sloane in einem ganz anderen Licht- Er tat ihr sogar leid. "Aber Dad! Ich habe noch ein paar Fragen. Woher hast du gewusst, wo ich bin? Und wie bist du Anna entkommen?" fragte Syd. "Ich habe Marshall belauscht, als er mit Sloane telefoniert hat. Er sagte etwas von einem Diamanten und dass du den aus Krakau besorgen sollst.". Als Syd an den Diamanten dachte, fielen ihr Sloanes Worte wieder ein, sie solle sofort zurückkommen. "Dad? Hat Sloane gewusst, dass das K-Direktorat den Diamanten sucht?". Jack setzte ein betrübtes Gesicht auf. "Ja, Sydney, das hat er. Aber er will den Diamanten unbedingt so schnell wie möglich, egal, ob du in Schwierigkeiten kommst, oder nicht.". "Das klingt schon eher nach ihm.." zischte Sydney. "Aber den kann er ja jetzt vergessen, denn Anna hat ihn. Apropos- wie bist du ihr entkommen? Sie hatte dich auch niedergeschlagen!" sagte Syd. "Nein, ich tat nur so. Und als die Männer einen Augenblick unaufmerksam waren, bin ich geflohen.". Syd bewunderte ihren Vater immer wieder für seine Professionalität, war aber immernoch misstrauisch, weil alles zu einfach gewesen war. "Ach und bevor ichs vergesse.." Jack griff unter den Sitz und holte einen kleinen Sack hervor. Syd öffnete ihn und starrte auf den Inhalt. "Dad! Wie..?!?". Es war der Diamant! Will hatte gerade ein Wasser bestellt, als sein Interview-Partner hinter ihm stand. "Oh Hallo! Ich hab sie gar nicht gehört!". Will stand auf und gab dem Mann im Anzug die Hand. "Guten Tag, Mr. Tippin. Kommen wir gleich zur Sache." sagte er kühl und setzte sich. "Äh.. gut! Sie sind der Informant eines Ex- Kollegen von mir. Sie sagten, sie hätten Informationen über die ungewöhnlich vielen Einbrüche und Diebstähle in den letzten 2 Tagen." sagte Will. "Ja. Ich habe gehört, dass SD-6 dafür verantwortlich ist." entgenete der Mann beiläufig. "SD-6? Was wissen sie darüber??" Will´s Neugier war entfacht. "Nichts weiter. Mehr kann ich ihnen nicht sagen. Ich muss jetzt gehen." Sagte er schnell, sah sich um und stand auf. Er rannte fast mit dem Kellner zusammen, der Will sein Wasser brachte. "W-Warten Sie!" rief Will aber da war er schon aus dem Lokal verschwunden. 'Was zum Teufel ist denn nur dieses SD-6??' dachte er, als er nach Hause fuhr. Am Abend machte Will es sich vor dem Fernseher gemütlich und zappte durch die Programme. Plötzlich hielt er inne. In den Nachrichten sah er das Gesicht des Mannes, mit dem er sich vor wenigen Stunden getroffen hatte. Er machte lauter. "..wurde heute Nachmittag tot in der Aron Street aufgefunden. Die Polizei kann Mord nicht ausschließen..". 'Oh nein!!' Will fiel die Fernbedienung aus der Hand.