04. Dunkle Wolken
In letzter Minute erhält Sydney Hilfe von unerwarteter Seite. Doch nicht alles geht gut und Sydney erhält furchtbare Neuigkeiten.
Da stand sie und lachte gehässig. "Michael Vaughn. Ich hab mich schon gefragt, wann wir uns mal persönlich begegnen!". Sie ging einen Schritt auf ihn zu. "Aber ausgerechnet Miss Bristow- ich hatte ihnen etwas mehr Geschmack zugetraut.". Sie wandte sich Sydney zu, die alle Sinne geschärft hatte."Was wohl ihr Boss dazu sagt? Ts ts ts...". Ihr Stimme wurde härter "Wo ist der Diamant?!?".
"Ich weiß nicht, wovon sie reden." entgegnete Sydney selbstsicher. Plötzlich packte Anna Vaughn und hielt ihm die Waffe an die Schläfe. "Verkauf mich nicht für blöd! Wo ist der verdammte Diamant??". Sydney blickte in Vaughn´s entschlossenes Gesicht und schüttelte kaum merklich den Kopf. 'Ich werde nichts tun, was dir schadet- das kann ich nicht!'.
"Okay du kriegst was du willst.." sagte Sydney zähneknirschend. Sie drehte sich langsam um und streckte ihre Hand aus, um in ihre Tasche zu greifen.
"Runter mit der Waffe!". Syd drehte sich blitzschnell herum. Da stand er und hielt eine Pistole an Anna´s Kopf. "Dad!! Was...?" Sydney war perplex. "Später!" sagte Jack, ohne sie eines Blickes zu würdigen. "Ich sagte runter mit der Waffe!!!" brüllte er Anna an. Diese lachte und ließ Vaughn los. "Ich hoffe, sie wissen, auf wessen Seite sie stehen, Jack." sagte sie. Jack ignorierte diese Bemerkung.
"Waffe auf den Boden legen! Langsam!" raunzte er sie an. Immernoch lachend tat sie es. Kaum hatte sie die Waffe abgelegt, schnellte sie plötzlich hoch und schlug ihren Ellenbogen gegen Jack´s Kinn. Sofort sprang Sydney vor und schnappte sich Anna´s Pistole.
Vaughn blieb wie angewurzelt stehen- er hatte nichts, womit er hätte helfen können. Jack taumelte leicht und Anna nutzte diesen Moment, um ihm den endgültigen K. O. zu verpassen.
Syd wollte gerade auf Anna schießen, als die Tür plötzlich aufsprang und mindestens ein Dutzend bewaffnete Männer in Kampfanzügen und Masken das kleine Pensionszimmer stürmten. Sydney erkannte die Uniform des K-Direktorats und schoss. "Vaughn! Hau ab!" rief sie, doch die Männer waren zu schnell und zu viele.
Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde waren sie überall. Sydney schoss das ganze Magazin leer, aber sie wurde überwältigt. Das letzte, woran sie sich erinnern konnte, war Vaughns schmerzverzerrtes Gesicht, als ihn eine Kugel in die Brust traf. Sie spürte einen dumpfen Schmerz am Hinterkopf und verlor das Bewusstsein.
In der Zwischenzeit saß Sloane in seinem Büro und telefonierte. "Haben sie alles vorbereitet?". "Ja, Sir, die Jungs arbeiten fieberhaft daran. Morgen abend dürfte alles fertig sein.". "Gut. Beeilen sie sich!" er legte auf und lehnte sich in seinem Sessel zurück. "Fehlt nur noch Sydney.." sagte er leise. Ein unheimliches, Unheil verheißendes Grinsen breitete sich in seinem Gesicht aus.
Langsam öffnete Syd ihre Augen. Ihr Kopf dröhnte, als wäre ihr ein 100 km langer Zug darüber gefahren. Sie nahm nur verschwommen wahr, wo sie sich befand. Es war ein dunkler Raum ohne Fenster, nur eine flackernde Glühbirne an der Decke sorgte für Licht.
Sie blinzelte und wollte sich bewegen. Da merkte sie, dass sie gfesselt auf einem Stuhl saß.
Plötzlich hörte sie hinter sich ein kratzendes Geräusch. Sie versuchte, sich umzudrehen, aber ihr Kopf schmerzte zu sehr. Sie versuchte zu sprechen, brachte aber nur ein unverständliches Röcheln zustande. Sie musste husten. Die Luft in dem Raum wurde anscheinend langsam knapp.
Da war es wieder- das kratzende Geräusch- nur diesmal lauter, viel lauter. Sydnney schärfte ihre Sinne. Auf einmal hörte sie, wie hinter ihr Steine auf den Boden fielen.
"Sydney?" flüsterte es hinter ihr. Mit viel Mühe brachte sie ein "Wer ist da?" hervor. "Ich bin´s!". 'Dad!! Du lebst?'. Jack löste ihre Fesseln und gab ihr zu verstehen, leise zu sein.
Syd stand auf und sackte mit schmerzverzerrtem Gesicht wieder auf den Stuhl. Ihr Fuß war angebrochen. "Warte, ich helfe dir!" flüsterte Jack und legte seinen Arm unter ihre Schulter. "Ich habe die Wand aufgebrochen. Dort ist ein Geheimgang gewesen. Ich bin mit einem Helikopter gekommen- der steht am Ausgang bereit.".
Als sie den Gang entlang humpelte, schnappte Syd plötzlich nach Luft. Ihr schossen die Bilder des Kampfes durch den Kopf. 'Oh mein Gott!! Sie haben Vaughn erschossen!!'. Ein unerträglicher Schmerz breitete sich in ihrem Körper aus und ihre Eingeweide schienen sich auf einen Bruchteil ihrer Größe zusammenzukrampfen. Ihr wurde schwindelig "Dad! Wir müssen sofort zurück! Sie haben Vaughn erschossen!! Verstehst du?!? Er ist TOT!!...". Sie sackte zusammen und sah alles nur noch wie in einem Traum- einem Alptraum! Sie brach in Tränen aus vor Wut und Verzweiflung.
Aber Jack tat nicht dergleichen und trieb sie an. "Los, schnell wir müssen weiter! Steh auf!". "Ich kann nicht mehr!.." keuchte sie mit erstickter Stimme. Jack hob sie hoch und trug sie praktisch weiter. Er schwitzte, aber er wurde nie langsamer. 'Uns läuft die Zeit davon, Sydney! Versteh doch! Im Krieg gibt es immer Opfer..' dachte er.
Als sie nach einer Kurve das Ende des Tunnels erreichten, wurde Sydney geblendet von dem hellen Licht des Morgens. Sie rannten (mehr oder weniger) zum bereitstehenden Helikopter und Jack flog los.
Kaum hatte Syney sich hingesetzt, begann sie, etwas Ordnung in das Chaos in ihrem Kopf zu bringen. "Dad, was hast du in Krakau gemacht? Wie hast du Anna und ihren Männern entkommen können? Woher hast du gewusst, wo ich bin? ..". "Stop, Sydney!" unterbrach er sie. "Später. Wir müssen dringend zurück nach L.A.! Du solltest ausgeruht sein- leg dich hin, es steht dir noch eine Menge bevor!".
Sydney hatte genug. "WAS steht mir bevor? Sag mir bitte, was hier los ist! Ich werde bald verrückt!" Sie fing an zu schreien "Dad!! Sei ein einziges Mal ehrlich zu mir! WAS IST HIER LOS??!!??".
Er sah sie an. "Okay Sydney. Ich sage dir was los ist: Sloane wird sterben!"