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9. Mysteriöser Wandel

Sydney traute ihren Augen nicht. Was um Himmels Willen hatte Sark hier zu suchen? Doch ihr neuer Chef sollte ihr diese Frage sofort erklären.
„Miss Bristow – Mr. Sark hat sich bereit erklärt uns mit seinem Wissen zu helfen. Er hat Wissen welches uns fehlt und wird uns damit auf der Suche nach den wichtigsten Rambaldi-Artefakten helfen können.“ Jetzt hatte er Sydney endgültig verwirrt. Vor einigen Tagen war noch von Büro-Arbeit die Rede gewesen und nun sollte es doch mit allen Mitteln Richtung Rambaldi gehen? „Ich dachte sie hätten mich gerade erst aus dem aktiven Dienst entfernt?“ In Sydney keimte der Verdacht auf, dass sie wieder auf Missionen gehen werde, doch der wurde sofort wieder zunichte gemacht. „Ich habe ja auch mit keinem Wort erwähnt, dass sich das jetzt ändern wird. Nein, Mr. Sark wird mit der Unterstützung von Agent Dixon und Marshalls Equipment nach den Artefakten suchen. Sie hingegen bleiben weiterhin bei den Nachforschungen. Achja, ich hoffe stark, dass ich da in absehbarer Zeit auch Ergebnisse zu sehen bekomme!“

Er schaffte es immer wieder Sydney so sehr vor den Kopf zu stoßen, dass ihr die Worte fehlten und somit stammelte sie nur ein verhaltenes: „Ja…“ „Ja dann mal wieder an die Arbeit Miss Bristow oder worauf warten sie noch? Und schicken sie mir Dixon!“

Sydney kochte vor Wut. Sie musste sich beherrschen ihrem Vorgesetzten nicht ihre besten Kampftechniken zu beweisen.
Als sie das Büro verlassen hatte lief Dixon ihr bereits über den Weg. Sie sagte ihm bescheid und er schien ebenso verwirrt wie sie es vor ein paar Minuten bereits gewesen war. Offensichtlich hatte er keinen blassen Schimmer was ihn erwartet.

Sydney konnte es in diesem Gebäude keine Sekunde länger aushalten. Sie holte sich ihre Sachen und machte sich auf den Weg in die Tiefgarage. Sie trat soeben aus dem Fahrstuhl als ihr Handy klingelte. – Francie – ‚Eigentlich gar nicht so unpassend.’ dachte sich Sydney. Ein bisschen Ablenkung täte ihr jetzt gut. Und nichtmal eine Stunde später saß sie bereits zusammen mit Francie in einem Café und schlürfte an einem Capuccino. Francie war gerade dabei sie über den aktuellsten Klatsch und Tratsch an der Uni aufzuklären als Sydney überlegte ob sie ihrer besten Freundin von Vaughn erzählen sollte.
Bis jetzt hatte sie mit niemandem über ihn reden können. Doch im nächsten Augenblick schalt sie sich wieder selbst für diesen Gedanken, war doch diese Liebe einfach nicht zu verwirklichen. Es wäre einfach zu gefährlich für beide. „… Sydney! Sydney?“ Francie guckte sie fragend an: „Hörst du mir überhaupt zu? Deine Gedanken sind ja ganz woanders. Hast du Probleme bei der Bank?” „Nein es ist nichts!“ Sydney konnte ihr einfach nicht von Vaughn erzählen. Es würde sie nur erneut zu vielen Lügen zwingen. „Syd, ich kenne dich doch! Du hast irgendetwas.“ Dass Francie aber auch nie locker lassen kann. Und fünf Minuten später hatte ihre Freundin sie so weit. Sydney begann von einem sehr netten Arbeitkollegen zu erzählen. Francie hörte aufmerksam zu und Sydney tat es sehr gut endlich jemandem davon erzählen zu können.

Es war gerade eine kleine Pause entstanden, da klingelte Sydneys Handy, es war Vaughn. Und ein weiteres Mal musste sie ihre Freundin der Arbeit wegen alleine lassen. Sie verabschiedeten sich und beschlossen am nächsten Abend zusammen zu kochen.

Bei der CIA angekommen kam ihr Vaughn bereits entgegen. „Es gibt Neues Sydney!“ Uhr Herz machte einen Sprung als sie ihn ansah und sich ihre Augen trafen. Vaughn erzählte ihr, dass es einen weiteren anonymen Anruf gegeben habe. Dieses mal jedoch etwas anderer Art. Der Anrufer hatte über einen Einbruch in ein spanisches Museum informiert. Dort solle am folgenden Abend ein Gemälde gestohlen werden, in dessen Rahmen eine versteckte Botschaft eingraviert sein solle.

Sydney erzählte Vaughn noch von den Geschehnissen bei SD-6. Es lag nahe, dass eben dieser Einbruch die nächste SD-6-Mission sein würde. Und aus eben diesem Grund war Vaughn strikt dagegen, dass Sydney der Agent ist der den Erfolg des Einbruchs verhindern wird. Die Gefahr, dass sie dabei erkannt wird sei einfach zu groß.
Davon jedoch nicht abgeschreckt wurde letztlich geplant noch diese Nacht nach Spanien aufzubrechen um das Gemälde selbst zu erlangen.

Bereits eine Stunde später saßen Vaughn und Sydney im Jet nach Spanien. Ausgestattet mit den nötigen Erfindungen sowie einer guten Verkleidung für beide ging es also los.

Beim Museum angekommen setzten sie zunächst das Überwachungssystem außer Kraft um anschließend unbemerkt in das Gebäude zu gelangen.
Bis dahin klappte alles erstaunlich problemlos und auch das Gemälde war sofort gefunden. Mit einem Spezialwerkzeug entfernten sie vorsichtig den Rahmen und ersetzten ihn durch eine Mitgebrachte Fälschung. Nach einiger filigraner Arbeit war auch das geschafft und das Bild hing wieder an seinem ursprünglichen Platz an der Wand als wäre es nie woanders gewesen.
Ebenso flott und problemlos wie sie reingekommen waren kamen sie auch wieder raus und kurze Zeit später saßen sie bereits im Flieger zurück nach LA.

Erst jetzt merkte Sydney wie müde sie eigentlich war. Und mit dem Blick auf ihre Uhr viel ihr mit Schrecken die Verabredung mit Francie ein. Sie hatten zwar keine feste Uhrzeit abgemacht, aber jetzt war es bereits 5 Uhr nachmittags und sie saß im Flugzeug von Spanien nach LA! „Sydney, ist irgendetwas?“ Vaughn guckte sie fragend an. Er hatte sie offensichtlich beobachtet. Bei diesem Gedanken musste Sydney unwillkürlich lächeln. „Nein, ich habe lediglich eine Verabredung verpasst.“ „Verabredung?“ Vaughn hatte die Augenbrauen hochgezogen und schien sich kaum, dass er das ausgesprochen hatte auch schon dafür zu schämen. Hatte ihn vielleicht gerade eine kleine Eifersucht überkommen? Sydney ärgerte sich schon wieder über ihre Gedanken. Dass sie sich immer solchen Mist einbilden muss. „Ja, meine Freundin und ich wollten uns treffen und jetzt ist sie vermutlich gerade dabei halb LA nach mir abzusuchen.“ Sydney griff nach ihrem Handy um Francie anzurufen, doch da machte das Flugzeug einen merkwürdigen Ruck. Im nächsten Augenblick klingelte Vaughns Handy. Es war Kendall, sein Vorgesetzter, doch er kam nicht dazu viel zu sagen, denn kurze Zeit später hörten sie einen ohrenbetäubenden Knall aus der Richtung des Cockpits. Sydneys Gedanken überschlugen sich und da flog ihr auch schon ein Fallschirmpaket entgegen, das Vaughn ihr zugeworfen hatte. „Los Sydney, wir müssen hier raus!“ Sie waren gerade an der Tür, da schoss Sydney der Gedanke an den Bilderrahmen durch den Kopf und sie hechtete zurück zu ihrem ursprünglichen Platz.

Mittlerweile verlor das Flugzeug immer schneller an Höhe und die Bäume unter ihnen kamen immer näher. „Sydney!“ hörte sie Vaughn rufen und keine Sekunde später hörte sie einen Knall und ihr Blick schwärzte sich …