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5. No. 47

Sydney traute ihren Augen nicht. Wo um Himmels Willen kamen so schnell all die Polizisten her? „Man sind die schnell gewesen!“ Sie musste verrückt aussehen, denn sie starrte ihren Partner an weil sie absolut keine Ahnung hatte wovon Dixon da sprach. „Dixon, was…“ „Später Syd! Erstmal müssen wir hier irgendwie entkommen!“ Doch keiner von beiden hatte die geringste Ahnung wie sie das anstellen sollten. Es bestand kein Zweifel. Sie würde verhaftet werden. Immerhin hatten sie gerade ein wichtiges Dokument aus dem Staatsmuseum gestohlen. Sydney dachte unwillkürlich an Vaughn… Nur der konnte ihr diesmal auch nicht weiterhelfen.
In diesem Moment geschah etwas womit Sydney und Dixon niemals gerechnet hätten. Ein weiterer Polizist kam zu dem Polizisten mit dem Megafon und redete kurz mit ihm. Daraufhin entschuldigte sich der Polizist über Megafon für dieses peinliche Missgeschick einer Verwechslung. Die Polizeiwagen fuhren zurück und machten so den Weg frei. Dixon lies sich das nicht zweimal sagen. Er gab Gas und weg waren sie.
„Jetzt bedarf es aber einigen Erklärungen!“ sagte Sydney und auf ihrem Rückflug erklärte Dixon: „Ich war gerade dabei das Überwachungssystem zu kontrollieren als ich zwei näher kommende Männer belauschen konnte. Sie unterhielten sich über einen anonymen Anrufer der sich bei ihnen gemeldet hatte und ihnen mitgeteilt habe, dass die beiden Geschäftsleute, die zur Zeit mit dem Geschäftsführer verhandeln sollten, also wir, Betrüger seien. Mir war klar, dass sie sofort die Polizei rufen würden wenn sie den Geschäftsführer betäubt in seinem Büro liegen sehen. Ich dachte mir Du würdest sicher denken ich sei schon vorgegangen und wollte das Auto schon bereitstellen, damit wir sofort wegfahren können. Dass die Polizei jedoch so schnell ist hätte ich nicht gedacht.“ Jetzt wurde Sydney einiges klarer. Stellte sich also nur noch die Frage weshalb sich die Polizisten dann so plötzlich zurückgezogen hatten.

Endlich wieder zu Hause merkte Sydney erst wie geschafft sie war. Sie hatte rasende Kopfschmerzen und fühlte sich als hätte sie gerade einen Marathon-Lauf hinter sich – komplett ausgepowert. In dem Moment klingelte das Telefon. Es war schrecklich schrill und dröhnte in Sydneys Kopf. „Ja!“ meldete sie sich tonlos. „Joey’s Pizza?“ „Tschuldigung verwählt!“ Was denn nun noch? Wie gerne wäre Sydney jetzt schlafen gegangen. Stattdessen zog sie sich eine Jacke über und fuhr zu dem geheimen Treffpunkt wo Vaughn bereits auf sie wartete. „Sydney! Geht es dir gut? Setz dich mal hin Du siehst aus als würdest du gleich umfallen!“ „Danke, danke, geht schon! Ich bin nur ein wenig müde. Die letzten Tage waren nicht wenig stressig! – Was gibt’s denn?“ Vaughn guckte Sydney mit dem typisch besorgten Blick an und verharrte einen Augenblick bevor er auf den eigentlichen Grund für Sydneys Anwesenheit kam. „Ihr habt euch sicherlich gewundert wo all die Polizeiwagen so schnell herkamen und vor allem weshalb sie euch dann haben fahren lassen. Wir wissen, dass die Polizei einen anonymen Tipp bekommen hat, im Staatsmuseum würde eingebrochen werden. Dass wir davon wussten liegt auch nur daran, dass wir ebenfalls einen anonymen Anruf bekommen haben. Uns wurde erzählt, dass unsere Agentin, die gerade in Bangkok ist, kurz davor sei von der Polizei gefangen genommen zu werden. Daraufhin habe ich bei der betroffenen Dienststelle angerufen wo mir von diesem Tipp erzählt wurde. Nach einigem Hin-und-her und leichten Auseinandersetzungen mit dem Dienststellenleiter und einigen weiteren Führungspersönlichkeiten gelang es mir dann offenbar gerade noch rechtzeitig die Situation, ohne zu viel verraten zu müssen, zu klären. Daraufhin wurden die Männer über Funk zurückgerufen.“
Dies war jedoch nicht der einzige Grund weshalb Sydney kommen sollte. Die C.I.A. hatte es endlich geschafft den anonymen Anruf zurückzuverfolgen. Jetzt sollten Sydney und Vaughn dort hin um herauszufinden wer der geheime Helfer war.

Sydney sollte Sloane um Urlaub bitten welcher ihr in Anbetracht der letzten Missionen sogar gewährt wurde. SD-6 wusste bereits, dass der Unbekannte, der der Polizei den Tipp gegeben hatte wieder zu der unbekannten Organisation gehörte. Sloane wurde langsam unruhig, denn bei drei aufeinander folgenden Missionen hatte es diese Organisation geschafft gezielt zu manipulieren obwohl eigentlich keiner außer der betroffenen entsprechenden Agenten über die Aufträge bescheid wusste. Hinzu kam, dass es bei anderen Unterabteilungen nicht anders aussah. Damit schied die Möglichkeit aus, dass unter den betroffenen Agenten ein Maulwurf war, es sei denn es gäbe gleich einen ganzen Haufen davon. Was SD-6 erstaunte und worauf sie bis jetzt keine Antwort gefunden hatten war der plötzliche Rückzug der Polizei. Mehr fand Sydney bezüglich SD.6 nicht heraus. Aber es war offensichtlich – Irgendjemand wollte SD-6 und nicht ausschließlich SD-6, schaden, wenn nicht gar zerstören.

Ihre Sondermission führte Sydney und Vaughn nach Paris. Während des Fluges unterhielten sie sich über Gott und die Welt. Beide lachten und Sydney fühlte sich in diesem Moment seit langer Zeit für einen kleinen Moment richtig glücklich. Ganz der Gentleman stand Vaughn auf um Sydney etwas zu trinken zu holen. Als er ihr das Glas reichte trafen sich ihre Blicke – So standen sie und blickten sich in die Augen. Sydney wurde irgendwie warm ums Herz – Kann der süß gucken! – Aber sie zwang sich zur Beherrschung und senkte den Blick. Auch Vaughn wendete seinen Blick ab und setzte sich wieder hin.
Es folgte peinlich berührtes Schweigen…

In Paris angekommen machten sich die beiden sofort auf den Weg. Sie zu einem kleinen Restaurant gehen. Von dort war der Anruf gekommen. Und zwar nicht von einem Handy sondern erstaunlicher Weise von einem festen Anschluss.
Sie hatten zwar eine Straßenangabe und eine Stelle auf der Karte wo sich dieses Restaurant befinden sollte, aber diese Gegend hatte endlos verwinkelte Gassen und nicht nur einmal standen sie plötzlich in einer Sackgasse.
Über Funk wendeten sie sich an die C.I.A. Die sollten sie orten und dann leiten. So ging es wesentlich besser. Kurze Zeit später hieß es, dass sie fast angekommen seinen. Und nach 2 Kurven hatten sie die entsprechende Straße erreicht. Doch das einzige was sie sehen konnten waren nur die überall die Gassen einrahmenden kleinen eng aneinander stehenden Häuser und nichts daran erinnerte auch nur im Entferntesten an ein Restaurant. Eine Nummer hatten sie natürlich auch – 47. Das musste auf der linken Seite sein. Endlich entdeckten sie die 39 und gingen weiter, denn so weit konnte es ja nun nicht mehr sein. Doch als sie dort angekommen waren verschlug es ihnen die Sprache und sämtliche Gedanken gleich mit. Was war denn hier geschehen?