3. Gefangen
Sydney war nun vollends verwirrt. Was war denn nun Traum und was Wahrheit? Würde sie etwa verrückt werden?
Der Mann kam näher und trotz ihres verschwommenen Blickes konnte sie Vaughn jetzt deutlich erkennen.
Sie wollte gerade an ihrem Verstand zweifeln, da stürmten noch einige Männer mit Waffen herein. Sydney riss sich zusammen und versuchte zu realisieren was da gerade passierte. Da sah sie wie die neuen Männer die beiden Fieslinge vornahmen und erst jetzt bekam sie mit, dass Vaughn gerade dabei war sie von ihren Fesseln zu befreien.
Das war irgendwie alles zu viel. Sydney merkte noch wie sich ihr Blick immer mehr trübte und Vaughn auf sie einredete. Doch die genauen Worte verstand sie nicht mehr und dann wurde alles schwarz.
Als Sydney die aufwachte und die Augen aufschlug fühlte sie sich extrem geblendet. Das lag vermutlich daran, dass sie sich in einem hellen Krankenhauszimmer befand wo die Sonne durch das Fenster direkt in ihr Gesicht schien. Am Fenster stand jemand der gerade dabei war die Vorhänge vorzuziehen. Es war Vaughn. Er drehte sich mit besorgtem Blick zu ihr um. Als er jedoch bemerkte, dass Sydney aufgewacht war erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht. „Mensch Sydney, wir haben uns schon Sorgen gemacht!“ Als sie gerade nachfragen wollte was denn genau geschehen war fing er bereits mit der Erklärung an. Sie hatte offenbar fast einen ganzen Tag lang ohne Bewusstsein in diesem Bett gelegen.
In dem Tresorraum in der Bank wurde sie von einem Unbekannten überrascht. Es war bis jetzt noch ungewiss für welche Organisation die Männer arbeiten, aber die C.I.A. arbeite daran. Dixon habe sich retten können aber Sydney hatten sie erwischt. Zum Glück hatte die C.I.A. einen anonymen Tipp bekommen, welcher gerade in dem Moment angekommen war als Vaughn auf der Arbeit ankam. Ihm war morgens nicht so gut was sich aber wohl im Laufe des Tages gebessert hatte.
Die C.I.A. schickte auf jeden Fall gleich ein Rettungsteam los das die Entführer überraschte und überwältigen konnte. Seit ihrer Befreiung war Syd nun im Krankenhaus mit schwerer Gehirnerschütterung und aufgeplatzter Schläfe. Aber sie hatte ja bereits Schlimmeres überstanden. SD-6 ging laut Jack Bristow davon aus, dass Sydney noch in der Gewalt der Entführer war. Die C.I.A. würde also organisieren, dass es SD-6 gegenüber so aussah als hätte Sydney sich aus eigener Kraft befreien können und ihre Verletzungen seien in einem dort heimischen Krankenhaus behandelt worden.
Wenige Tage später wurde sie bereits auf eigene Verantwortung entlassen. Sloane schien ihr zu glauben und Dixon war offenbar deutlich erleichtert seine Partnerin munter wieder zu sehen. Und schon bekamen sie eine neue Mission. Dixon und sie sollten nach London um dort einen Kontaktmann zu treffen. Diese Mission sollte keine Probleme ergeben, denn sie sollten lediglich einen Koffer übergeben bekommen.
Am Abend erfuhr Sydney auch schon ihre Gegenmission. Diesmal wieder von Vaughn überbracht, der äußerst erleichtert schien, dass Sydney nicht schon wieder auf eine riskante Mission geschickt wurde. Seiner Meinung nach sollte sie sowieso erst wieder völlig gesund werden. Aber das war nun mal nicht ihre Art und SD-6 würde das sicher auch nicht gerade begrüßen.
Die C.I.A. wollte auf jeden Fall wissen was der Koffer beinhaltete. Da Sydney und Dixon sich voraussichtlich nicht trennen würden werden zwei C.I.A.-Männer die beiden vor dem Ausgang des Hotels unter einem Vorwand der Kontrolle in einen Nebenraum beten wo sie dann in verschiedene Zimmer gebracht würden um den Koffer auf den Inhalt untersuchen zu können.
Alles in allem also eine recht unspektakuläre Mission, die im Vergleich zu anderen Aufträgen geradezu simpel erschien.
Da die Abfahrt erst am nächsten Mittag sein sollte konnte Sydney diesen Abend endlich mal wieder mit ihren Freunden ausgehen. Es war wunderbar abwechslungsreich mit Will und Francie zusammen zu sein. Auch wenn sie den Abend zu Hause verbringen mussten, weil Francie es nicht zuließ, dass ihre Freundin nach einer Gehirnerschütterung bereits in einen Club ging.
Für ihre Verletzungen musste sich Sydney mal wieder haarsträubende Märchen ausdenken was immer schwieriger wurde.
Dixon war es wohl immer noch unangenehm, dass er so heil davon gekommen war während Sydney im Krankenhaus gelandet war. Es brauchte fast den ganzen Flug bis sie ihren Partner davon überzeugen konnte, dass er ihr gar nicht hätte helfen können.
In London angekommen wartete bereits ein Wagen auf sie der die beiden zu dem Hotel bringen sollte. Dort angekommen waren sie au sich gestellt. Das Fünfte Stockwerk sollte nahezu komplett von ihrem Kontaktmann bewohnt werden. Also machten sie sich auf den Weg zum Fahrstuhl. Wie immer war Sydney über Funk mit Vaughn verbunden, der ihr gerade Viel Glück wünschte. Sie fragte sich nur wofür… Diese Mission war doch ganz offensichtlich kein Problem.
Im Fünften Stock angekommen traten sie durch eine Tür und wussten beide sofort was gemeint war. Hier erinnerte nichts mehr an das Hotel in dem sie eigentlich waren. Es glich viel mehr einer privaten Villa. Sie standen in einer Art Eingangshalle. Erst jetzt bemerkte Sydney, dass sie bis jetzt von keiner Wache aufgehalten worden waren was doch eigentlich seltsam für so eine noble Wohnung war. Zumal sie extra ein Code-Wort mitbekommen hatten.
In diesem Moment stoppte Dixon und zeigte in eine Ecke. Dort lag ein Mann der beunruhigend unlebendig aussah. Die beiden zückten ihre Waffen und gingen vorsichtig auf den gerade vorliegenden Raum zu. Sydney öffnete die Tür und sah ein Arbeitszimmer. Am Schreibtisch saß ihr Kontaktmann… mit einer Kugel im Kopf.
Sie wollten gerade den Raum untersuchen aber als sie beide in dessen Mitte standen schloss sich die Tür hinter ihnen. Dixon ging zur Tür, sie war zu und ging auch nicht mehr auf. Sydney hörte ein leises Ticken. „Vaughn, hier stimmt etwas nicht!“ flüsterte sie. Dixon hatte gerade eine Schreibtischschublade geknackt und beide konnten die Quelle des Tickens sehen. Dort lag eine Bombe. Der Zähler stand auch 1:49 min …