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1. Die Überraschung

Unsanft aus dem Schlaf gerissen schreckte Sydney hoch. Da war doch jemand an der Tür … Und da war es wieder; Ein durchdringendes Klopfen. Da schien es jemand sehr eilig zu haben mit ihr zu reden. Während sie sich schnell etwas überzog stellte Syd sich bereits vor, wie eine völlig aufgelöste Francie vor der Tür stand um ihr vor einem fehlgeschlagenen Date zu erzählen. Wer sonst sollte ihr um 3Uhr nachts einen Besuch abstatten? Auf dem Weg zur Tür hörte sie das ungeduldige Klopfen ein weiteres Mal. Sie überlegte sich schon wie sie ihrer Freundin am besten gegenüber treten sollte, doch als sie die Tür öffnete stand da keine Francie.

„Dixon, was um Himmels Willen machst du denn hier?“ Statt einer Erklärung zog er sie bloß mit sich und ein Kurzes „Später, komm erstmal mit!“ zeigte ihr, dass wohl nicht die Zeit für Fragen war. Sie schnappte sich nur noch ihren Hausschlüssel und im nächsten Moment saß sie schon neben Dixon und einigen anderen Männern, vermutlich auch SD-6-Agenten, in einem großen schwarzen Van, der sich sofort in Bewegung setzte.

Jetzt, fand Sydney, war es langsam an der Zeit für eine Erklärung und da fing Dixon auch schon an. Es schien sich um einen Notfall zu handeln. Sloane war am Morgen zuvor zu einem geheimen Treffen aufgebrochen und seitdem nicht zurückgekehrt. Stattdessen war ein Drohbrief angekommen in dem unmissverständlich klar gemacht worden sei, dass die Organisation in Gefahr sei. Den genauen Inhalt des Briefes kannte keiner der im Wagen Anwesenden, aber der Auftrag kam wohl von höchster Stelle.

Keiner wusste wirklich, was denn wohl passieren würde, würden sie heute versagen aber ebenso war auch keiner sonderlich wild darauf das zu erfahren. Das einzige was sie alle zurzeit genau wussten war ihre Aufgabe.
Sie sollten per Flugzeug in die Sahara gebracht werden wo Sloane offensichtlich in einem unter der Erde befindlichen Hochsicherheitstrakt gefangen gehalten wurde. Doch dieser Trakt solle nicht das einzige Problem bilden, denn das ganze Gebäude soll über diverse Kilometer rund herum von Minen, Hunden und anderen Wachen geschützt sein.

Nun lang es an dieser kleinen Gruppe von Elite-Agenten zunächst in das Gefängnis zu gelangen ohne entdeckt oder von einer Mine zerfetzt zu werden. Sie würden also in vier Dreier-Gruppen mit Hilfe von Marshalls Erfindung, einer Art Brille, die ein Gemisch aus Nachtsichtgerät, Wärmebildgerät und Minenscanner war. Dadurch war es den Agenten möglich gleichzeitig die Minen zu umgehen, im Dunkeln zum Gebäude zu finden und Lebewesen rechtzeitig zu entdecken.

Während Dixon noch dabei war ihnen die Details dieser Mission zu erläutern schoss es Sydney durch den Kopf … Die C.I.A. hatte keine Ahnung wo sie sich gerade befand. Wie sollte sie es jetzt und hier bloß schaffen Vaughn zu erreichen? Die einzige Möglichkeit war, wie so oft schon, ihr Vater. Sie müsste sich kurz von den anderen entfernen um ihren Vater anzurufen um ihm zu berichten was hier vorgeht, damit er es an die C.I.A. weitergeben kann.
Sie wollte gerade aufstehen, da kam ihr einer der anderen Agenten zuvor „Wir sind gleich da, holt eure Fallschirme! Es geht los!“ Jetzt blieb Sydney nur noch übrig zu hoffen, dass Jack von dieser Aktion wusste und die C.I.A. bereits informiert hatte.

Im nächsten Moment flog sie auch schon durch die Luft. Mit dem Marshalls Kombigerät vor den Augen um tunlichst nicht auf einer Mine zu landen. Diese Erfindung erwies sich also bereits am Anfang als äußerst nützlich. So machten sich die zwölf Agenten auf den Weg durch das Minenfeld. Nach endlosem stummem Laufen, das Sydney bereits wie mehrere Stunden vorkam, erschien ein Gebäude in ihrer Sichtweite, das Haus über dem Hochsicherheitstrakt.
Schon nach recht kurzer Zeit gelangte die Gruppe an der großen Tür an. Doch Syd hatte ein komisches Gefühl bei der Sache. Irgendwie ging das bis jetzt alles viel zu einfach. Nicht eine einzige Wache, kein Hund hatten sie auf ihrem Weg gesehen. Das war alles viel zu leicht. Doch sie sagte nichts und, wie sollte es auch anders sein, dauerte es auch nicht lange bis sie dann im Inneren des großen Gebäudes standen. Hier teilten sich ihre Wege und sie gingen in Zweier-Gruppen weiter. Sydney ging mit Dixon, sie mussten nun in den Hochsicherheitstrakt gelangen.

An dieser Stelle wurde es dann doch etwas schwieriger. Überall standen kleine Gruppen von Wachen die zum Teil auch mit Hunden durch die Gänge streiften. Äußerste Vorsicht war nun also geboten. Immer tiefer gelangten die Beiden und je tiefer es wurde umso mehr waren die scharfen Sicherheitsmaßnahmen zu erkennen. Letztendlich standen sie vor einem Gang, der durch mehrere schwere Eisengitter geschützt war. Die Gitter ließen sich laut Information auch nur durch die Identifizierung einer Hand einer der Sicherheitskräfte öffnen. Ärgerlicherweise wurden diese Gitter auch noch von mehreren dieser großen Männer gleichzeitig bewacht. Allesamt sahen gleich aus, als wären sie schon Jahre hier unter der Erde und brannten darauf jeden Fremdling zu erschießen. Es hieß also einen günstigen Moment abzupassen und dann alle Wachen möglichst schnell zu überwältigen.

Zu Sydneys Erstaunen erwies sich dies auch gar nicht als sonderlich schwer, denn gerade schauten allesamt in die entgegengesetzte Richtung wodurch Dixon und sie sich etwas vor wagen konnten und die Gruppe schnell und leise überwältigten. Jetzt brauchten sie nur noch den Handabdruck. Diese Aufgabe übernahm Dixon und kurze Zeit später gelangten sie durch die Schutzgitter. Da sahen sie dann auch Sloane - liegend auf einem Folterbett und man konnte ihm ansehen, dass er bereits einige Strapazen hinter sich hatte. Gerade wollte sie ihn befreien, da kam eine Wache herein. Sydney schnellte herum während Dixon ihr eine Waffe zuwarf „Sydney schieß! Schnell!“ Doch da erkannte sie das Gesicht des Mannes – „Vaughn???“